Twinterview – Kopie als ehrlichste Form des Kompliments

„Nachahmung ist die aufrichtigste Form der Schmeichelei“ heißt es in einem Zitat des  englischen Aphoristiker Charles Caleb Colton. Aber so richtig geschmeichelt fühle ich mich nicht. Die Kollegen von der Sportbild haben mein Konzept des sportlichen Twinterviews  ((14 Fragen in 140 Zeichen)), das Interview via Twitter, adaptiert, umbenannt und gehen damit nun in die Offensive. Tobias Holtkamp, stellvertretender Chefredakteur beim Springer-Blatt, schrieb mich am Sonntag an und fragte mich, ob man das Interview besser Twinterview oder Twitterview nennt (( Eine Frage, die ich mir in der Konzeptionsphase auch häufig gestellt habe)). Eigentlich frech. Eigentlich wollte ich mich auch nicht ärgern über das, was da jetzt passiert. Aber nach dem ersten Twitterview der Sportbild mit Marcell Jansen bin ich doch etwas missgestimmt. Und wie war die Kopie vom Original?

Statt 14 Fragen wie beim Original „14 Fragen in 140 Zeichen“ beschränkt sich die Zeitschrift aus Hamburg auf deren zwölf. Die Kollegen greifen hauptsächlich aktuelle Themen auf und stellen Fragen à la Bravo Sport, was Herr Jansen denn zuletzt im Kino gesehen hat. Wirklich gut war die Einbindung von Fragen eigener Twitter-Follower (( vielleicht kopiere ich das einfach mal?)). Die ganze Social-Media-Thematik hat die Sportbild allerdings vernachlässigt.  Aber vielleicht ändert sich das ja noch… Mit noch größerer Missstimmung musstet ich nach dem Twitterinterview lesen, „Diese Woche folgt noch ein weiteres Twitterview. Am Freitag um 17 Uhr (( Ich mache jetzt sicherlich keine Werbung für den Termin)) mit unserer Ski-Königin Maria (( Höfl)) Riesch.“

Tja. Besser gut geklaut als schlecht selbst gemacht.

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4 Gedanken zu „Twinterview – Kopie als ehrlichste Form des Kompliments“

    1. Jemanden via Twitter zu interviewen ist sicherlich nicht die Neuerfindung des Rads. Die Seite liegt sei 2010 brach und beschäftigt sich nicht mit Sportlern. Die Art und Weise, dieses Interview via Twitter mit Sportlern voranzutreiben ist allerdings neu. Also. Sie war es auf jeden Fall bis vor ein paar Monaten.

  1. Naja, dann fühlen Sie sich mal gebauchpinselt. Das erste Twitter-Interview das ich bewusst als solches gelesen habe erschien bei stern.de Ende 2009:

    http://www.stern.de/digital/computer/twitter-interview-microsoft-chef-in-140-zeichen-1517330.html

    Die Idee für sich zu beanspruchen ist grenzwertig. Sport, Wirtschaft, Politik – die Idee ist doch die selbe. Tolles Kompliment für den Stern, Herr Poet.

    Übrigens: Das „Höfl“ hat die Gute selbst bei ihrer eigenen FB-Präsenz unterschlagen: http://www.facebook.com/mariariesch

    Erschreckend.

    1. Ich beanspruche gar nicht die Idee als solche. Auch behaupte ich nicht, der Erste gewesen zu sein. Aber die Sache nach 2009 bzw. 2010 wiederzubelben und mit Konzept zur Serienreife zu bringen, das beanspruche ich im sportlichen Twinterview schon für mich.

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