Ricky Rubio rockt die NBA und besiegt die Mavs

Ricky Rubio auf der Seite der Minnesota Timberwolves
Ricky Rubio auf der Seite der Minnesota Timberwolves. Ein Screenshot.

Zwei Szenen der vergangenen Nacht zeigen, dass das spanische „Jahrhunderttalent“ Ricky Rubio in der NBA angekommen ist – hart und spektakulär. Im Spiel gegen die Dallas Mavericks, den amtierenden Titelträger der NBA, versucht der kleine Spanier im Trikot der Minnesota Timberwolves Mitte des zweiten Viertels (beim Spielstand von 33:37)  den Ball vom deutschen NBA-Champ und Nationalspieler Dirk Nowitzki zu klauen. Nowitzki, 21 Zentimeter größer als Rubio, schüttelt den Spielmacher locker ab, lässt ihn am langen Arm verhungern und Rubio liegt Sekunden später mit allen vieren von sich gestreckt auf dem Court. Die Kommentatoren der Spielzusammenfassung lachen und brüllen „welcome to the NBA, young fellow.“ Lehrgeld für den 21-Jährigen. Aber der Spanier lässt sich davon nur bedingt beeindrucken. Als nur noch zwei Minuten im letzten Viertel (82:95) zu spielen sind, zieht Rubio zum Korb, sieht an der Dreierlinie Anthony Tolliver und passt den Ball durch die Beine von Nowitzki zu seinem Mitspieler- eine Bodenpass, ein Tunnel, eine Beleidigung des Finals-MVP, was wohl die Revanche für die Szene im zweiten Viertel war.

Die Wolves schlagen die Mavericks und verschärfen die Krise des Champions, der in fünf Partien nur einmal als Sieger vom Platz ging. Ricky Rubio interessiert die schwierige Lage von Nowitzki und Co. nicht. Vielmehr wird der Youngster nach der Partie von seinen Mannschaftskollegen und den Fans im Target Center gefeiert. Mit 14 Punkte und sieben  Assists bestätigt der Point Guard seinen Aufwärtstrend und legt langsam seine Nervosität in der besten Basketballliga der Welt ab.

Eigentlich hätte der talentierte Aufbauspieler den Schritt über den großen Teich schon viel früher wagen können, denn schon 2009 wurde er als 18-Jähriger von den T’wolves gedraftet. Rohdiamant Rubio, der mit 15 Jahren beim katalanischen Klub Joventut Badalona der Jüngste war, der ein Pflichtspiel in der spanischen Liga bestritt, weiß genau, was er tut. Damals entschloss er sich – zusammen mit seiner Familie und seinem Berater – seine Karriere in den Staaten um ein paar Jahre zu verschieben. Er wolle nicht nur „garbage time“ (( Die Zeit in einer Partie, in der das Spiel schon längst entschieden ist)) spielen. Dieses Los zogen schon etliche andere Talente aus Europa. Der jüngste Olympia-Medaille-Gewinner im Basketball (( Silbermedaille in Peking 2008)) wechselte zum FC Barcelona, spielte auf höchstem europäischen Niveau, um „als kompletter Spieler“ in die USA zu gehen.

2011 ist Rubio bereit. Der Spanier bringt Spielwitz nach Minnesota, liest das Spiel auf dem Court in mehreren Dimensionen – egal Bodenpass oder Alley-Oop, egal ob durch die Beine oder beim explosiven Zug zum Korb – Rubio begeistert die Fans an der kanadischen Grenze und macht die Mannschaft vom neuen Trainer Rick Adelmann, die in den vergangenen Jahren immer zu den schlechtesten Teams der NBA zählte, zusammen mit Double-double-Spezialist Kevin Love und dem Ex-Maverick J.J. Barea tatsächlich zu einem Playoff-Kandidaten. „Wir müssen uns an seinen Stil gewöhnen“, sagt Forward Kevin Love über seinen neuen Teamkollegen, „denn sonst kann es schon passieren, dass man einen Ball ins Gesicht bekommt.“

Die Gewöhnungsphase für Rubio und die Wolves scheint schneller zu gehen, als gedacht – der kleine Spanier ist jetzt schon Publikumsliebling und wichtiger Bestandteil des Teams. Statt in der „garbage time“ darf Rubio sogar in der so wichtigen „crunch time“ auf dem Feld stehen.

Ein paar beeindruckende Statistiken der noch jungen Saison: (( datiert vom 2. Januar 2012))
Ranks #8 in the NBA in Assists Per Game (7.3)
Ranks #6 in the NBA in Three-Point Field-Goal Percentage (0.667)
Ranks #10 in the NBA in Assists (29)
Ranks #22 in the NBA in Double-doubles (1)
Ranks #5 in the NBA in Assists Per 48 Minutes (12.5)
Ranks #19 in the NBA in Total Turnovers (12)
Ranks #16 in the NBA in Turnovers Per Game (3)

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