Borussia Mönchengladbach - Vorschau und Analse für das Saisonheft des RND_header

Saison-Vorschau Borussia Mönchengladbach für RND – Gladbach kein One-Hit-Wonder

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland aus Hannover hat vor der Saison die Klubs der Fußball-Bundesliga unter die Lupe genommen und sowohl in seinen Zeitungen als auch in einer Sonderveröffentlichung. Ich habe mich für beide Produkte mit Borussia Mönchengladbach beschäftigt und aufgeschrieben, warum und wie die Mannschaft vom Niederrhein vor allem in der Breite besser geworden ist. 

Gladbach spielt längt wieder auf Spitzenniveau

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Borussia Mönchengladbach plant den Angriff auf die Spitze der Fußball-Bundesliga. Der Traditionsklub vom Niederrhein will von ganz weit oben grüßen. Fußballerisch, so viel ist klar, wird das wohl nicht so schnell realisierbar sein. Der Großangriff ist eher – sagen wir – infrastrukturell. Neben dem Borussia-Park soll in Kürze ein multifunktionales Gebäude errichtet werden, das auf einer Fläche von 15.000 m² ein Vier-Sterne-Hotel, gehobene Gastronomie, einen Mega-Fanshop, das Vereinsmuseum sowie einen hochmodernen Reha-Komplex vereint. Auf sieben Etagen. Der Entwurf des Architekturbüros lässt die Betrachter staunend zurück. In der Bundesliga sucht dieses Vorhaben seinesgleichen.

Dieser Plan sei so „ein ähnlicher Schritt wie der Stadion-Neubau“, sagt Gladbachs Finanz-Chef Stephan Schippers. Das Vorhaben zeigt aber auch, wie es um den Fußball-Bundesligisten bestellt ist: Die Borussia spielt längt wieder auf Spitzenniveau – finanziell und sportlich. Zum vierten Mal in den vergangenen fünf Jahren darf sich die Fohlenelf auf europäischer Bühne präsentieren – wenn alles nach Plan läuft, erneut in der Champions League. Allerdings, und das passt ganz gut in die Geschichte, muss die Borussia ein paar Baumaßnahmen vornehmen. Eher gesagt: Umbaumaßnahmen. Granit Xhaka, Martin Stranzl, Roel Brouwers und Havard Nordtveit haben den Bundesligavierten verlassen. Der fünffache Deutsche Meister hat vier seiner Führungsspieler verloren. Auch wenn nur der zum FC Arsenal gewechselte Xhaka unumstrittener Stammspieler war, alle waren wichtig für die Mannschafts-Hierarchie.

Der Gladbacher Weg ist ein erfolgreicher Weg

Borussia Mönchengladbach - Vorschau und Analse für das Saisonheft des RND
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Neu ist diese Situation für den Klub nicht. Es ist gelernt, jede Saison neu kreativ zu denken und Spieler zu holen, die in Gladbach den nächsten Schritt machen, zur Bundesligareife gebracht werden und dann im besten Fall hohe Transfereinnahmen bringen – so wie beim Schweizer Nationalspieler. Es ist der Gladbacher Weg und es ist ein guter, erfolgreicher Weg. Der Verein hat einen Plan, eine Philosophie und einen Manager, der die Borussia wieder auf Spur gebracht hat. Die Entwicklung vom Fast-Absteiger zum Dauergast in Europa ist vor allem Max Eberls Verdienst, der unlängst mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht wurde. Eine Auszeichnung, eine logische Konsequenz kluger Kaderplanung. Auch für die anstehende Spielzeit hat Gladbach wieder ein Team zur Verfügung, das vor allem in der Breite an Qualität hinzugewonnen hat – trotz namhafter Abgänge. „Natürlich bergen unsere Abgänge stets auch ein gewisses Risiko, aber die Zeiten sind vorbei, dass wir immer wieder ganz neu anfangen müssen“, so der Sportdirektor.

Nein, das Fundament ist gelegt. Es muss nur weiter bebaut werden. Da wäre zum einen Christoph Kramer, der Weltmeister, der nach einem kurzen Zwischenstopp bei Bayer Leverkusen nach Mönchengladbach zurückgekehrt ist. Der 25-Jährige kommt nun Champions-League-erfahren und mit dem ausgesprochenen Anspruch, Führungsaufgaben in seinem alten, neuen Klub zu übernehmen. Zum anderen hat sich die Borussia mit Jannik Vestergaard verstärkt. Ein baumlanger Innenverteidiger, der trotz seiner erst 23 Jahre schon gefühlt eine Ewigkeit in der Bundesliga spielt und in Gladbach nicht nur defensiv wie offensiv den Luftraum beherrschen, sondern auch an der Seite von Andreas Christensen „Danish Dynamite“ zünden soll. Der dritte von fünf externen Neuzugängen ist Defensivallrounder Tobias Strobl. Ein besonnener, polyvalenter Spieler, der exakt in die taktischen Ideen von Cheftrainer André Schubert passt.

Die Borussia ist kein One-Hit-Wonder

Borussia Mönchengladbach - Vorschau und Analyse für das RND
Borussia Mönchengladbach – Vorschau und Analyse für das RND

Außerdem hat die Borussia die hochtalentierten Kicker Mamadou Doucouré von Paris St. Germain und Linksfuß Lászlo Bénes (MSK Zilina) geholt. Beide erst 18 Jahre jung, beide standen auf den Einkaufslisten etlicher Top-Klubs in Europa. In Gladbach aber, so hat es die Vergangenheit gezeigt, bekommen sie Vertrauen, Einsatzzeit und die Möglichkeit, ihre Klasse zu zeigen. Und das sollen auch im Idealfall die Youngster aus dem eigenen Fohlenstall: Djibril Sow, der in der Vorbereitung mehr als einmal überzeugte, Tsiy William Ndenge und Marvin Schulz sollen sich weiter an den 18-Kader heranarbeiten.

 Mit Routiniers und Hochkarätern wie Kapitän Lars Stindl, Raffael und Mo Dahoud steht Trainer Schubert ein Kader zur Verfügung, mit dem er taktisch variieren kann. Stammplätze will Schubert abschaffen, um seinen Spielern bei der Dreifachbelastung auch Pausen zu gönnen. „Wir haben gezeigt, dass wir kein One-Hit-Wonder sind“, sagte Manager Eberl vor der Saison.

Die Ambitionen – sportlich wie wirtschaftlich – unterstreichen seine Aussage.

 

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