Bayer Leverkusen - Vorschau und Analse für das Saisonheft des RND_teaser

Saison-Vorschau Bayer Leverkusen für RND – Vizekusen reloaded?

Es ist Tradition, dass sich Zeitungen, Zeitschriften und Onlineportale vor einer Saison den einzelnen Vereinen widmen und aufschreiben, was sich geändert hat, was besser und was schlechter geworden ist. Die einen bringen Serien in ihrem Produkt raus, die anderen veröffentlichen Sonderhefte. Das Redaktionsnetzwerk Deutschand macht beides. Für das RND habe ich mich mit Bayer Leverkusen befasst und analysiert, warum die Werkself gefährlich für Borussia Dortmund wird.

Bayer Leverkusen plant den Angriff auf die Titelkandidaten der Bundesliga

Bayer wird Deutscher Meister! Nein, da fehlt kein „n“. Bayer Leverkusen wird Meister. Pal Dardai ist davon überzeugt. „Leverkusen gelingt diesmal die Überraschung.“ Seine Begründung: „Schnelligkeit, guter Trainer. Die werden das gut machen“, gab der Trainer von Hertha BSC bei der jährlichen Umfrage vor der Saison zu Protokoll und trifft damit genau die emporkommende, stetig gedeihende Euphorie am Rhein. „Es ehrt uns, aber man muss realistisch bleiben“, relativiert Leverkusens Geschäftsführer Michael Schade den Hype um Bayer. Die Stimmung aber, die um die Werkself herrscht, kann auch der Bayer-Boss nicht leugnen.

Vizekusen reloaded

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Selbst wenn Dardai wahrscheinlich falsch liegt und die Bayern aus München erneut den Titel holen, die Aussage des Berliners unterstreicht die hervorragende Arbeit im Klub in den vergangenen Jahren. Sieben Mal in Folge ist Bayer 04 Leverkusen immer mindestens Fünfter geworden, sechs Mal davon kamen die Rheinländer sogar unter die ersten Vier. Auch für die anstehende Spielzeit ist die Werkself wieder sehr gut gerüstet. Leverkusen setzt auf Kontinuität. Der Kader, mit dem Coach Schmidt in der vergangenen Saison Dritter wurde, ist komplett zusammengeblieben. Bis auf Christoph Kramer konnte die Werkself alle Leistungsträger halten – auch die von Borussia Dortmund begehrten Ömer Toprak und Karim Bellarabi.

Bayer-Sportmanager Jonas Boldt hat die Mannschaft bzw. den Kader sogar noch verstärkt, sowohl in der Breite als auch in der Spitze. Stürmer Kevin Volland, für 20 Millionen Euro aus Hoffenheim gekommen und der Mainzer Julian Baumgartlinger heben die Qualität des Bundesligadritten enorm an. Mit diesen beiden Verpflichtungen „haben wir sehr früh zwei Pflöcke in unseren Kader geschlagen“, freut sich der Coach Roger Schmidt über die namhaften Neuzugänge. Hinzu kommen Torwart Ramazan Özcan und die Leihspieler Danny da Costa, Levin Öztunali und Joel Pohjanpalo. Auch die Rekonvaleszenten Wendell, Vladlen Yurchenko, Roberto Hilbert und Charles Aránguiz kehren ins Team zurück, so dass der Kader für die Dreifachbelastung mehr als ordentlich besetzt ist. Wird diese Quantität ein Problem für die Qualität im Team? „Das ist anfangs vielleicht etwas schwieriger, weil man harte Entscheidungen zu treffen hat“, weiß Schmidt. Aber in den Englischen Wochen, wenn die Belastung steigt, reguliere sich das ganz schnell. Da werde jeder einzelne Spieler wertvoll.

Bayer Leverkusen ist schwerer berechenbar

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Vor allem Aránguiz dürfte nach dem Copa-America-Sieg mit Chile eine gehörige Portion Selbstvertrauen getankt haben und besonders wertvoll werden. Er ist ein Kämpfer, ein Balljäger, der perfekt in das schmidt’sche System passt – aggressive Attacke, brutal frühes Pressing fast ohne Unterlass und ein Umschaltspiel in Höchsttempo. Eine wichtige Lektion haben Schmidt und Bayer dabei in den vergangenen Jahren gelernt: Diese Taktik funktioniert nicht über eine komplette Saison. Mittlerweile hat das Team die richtige Balance aus Angriff und Abwarten gefunden – das macht Leverkusen schwerer berechenbar und noch stärker.

Bayer verfügt über eine bislang nicht dagewesene Leistungsdichte im Kader. Der Klub will in der anstehenden Saison den dritten Platz bestätigen und vielleicht sogar weiter nach oben schielen. „Dem Topfavoriten das Leben so schwer wie möglich machen“, ist das Ziel von Trainer Schmidt. Der Ansporn sei groß, „den Abstand zu den Bayern zu verringern und für größere Spannung im Titelkampf zu sorgen.“ Vor allem aber bläst Bayer zum Angriff auf den BVB. „Wir brauchen uns vor den Dortmundern nicht zu verstecken“, kündigt Olympiaheld Julian Brandt an und Offensivmann Kevin Kampl ergänzt: „Wir können die Borussia angreifen.“ Sportdirektor Rudi Völler stapelt nicht ganz so hoch: „Unser Minimalziel ist die Europa League – das Wunschziel ist die Champions League.“ Außerdem mahnt der Sportdirektor: „Wir tun gut daran, uns darauf zu konzentrieren, was hinter uns passiert.“

Bayer-Coach Schmidt sieht „die besten Jahre noch kommen“

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Leverkusen möchte nicht Bayern-Jäger sein. Mit „Vizekusen“ könnten die Verantwortlichen unter dem Bayer-Kreuz aber gut leben. Der längst verstaubte und irgendwie doch negativ beladene Spitzname wird am Rhein wieder en vogue. Um die Jahrtausendwende wurde Bayer so noch belächelt. „Das Jahr wird besser als die vergangenen zwei Jahre. Ich sehe unser bestes Jahr kommen“, ist Trainer Roger Schmidt zuversichtlich, ja fast schon forsch. Mit den Worten „Der Kader ist eine Hausnummer“ gibt sich auch Boldt so selbstbewusst wie beeindruckt. „Immer nur Bayern ist ja auch langweilig.“ Vielleicht hat Dardai ja doch Recht.

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