Gotoku Sakai wird beim Hamburger SV vorgestellt. Foto Twitter

DasSportWort goes Japan: Gotoku Sakai, der Wandler zwischen den Welten beim HSV

Das mit der Abgabe ist bei der Kolumne für Japan so eine Sache. Dieser Text entstand etwa eine Woche vor dem Rückrundenstart. Der Hamburger SV empfing am Freitagabend Ligaprimus FC Bayern München zum Pflichtspielauftakt im Jahr 2016. Problem: Wird Gotoku Sakai die Chance bekommen, seinen guten Eindruck aus den letzten Spielen im vergangenen Jahr zu bestätigen? Die Experten, mit denen ich über den HSV und Sakai gesprochen habe, glaubten nicht an einen Einsatz. Und sollten Recht behalten. Deshalb sind sie Experten. Für Yahoo  in Japan bei Sportsnavi habe ich Sakai Situation beschrieben. Francois Duchateau und Takashi Sugiyama haben übersetzt.  

「控えの一番手」となっている酒井高徳後半戦開幕のバイエルン戦ベンチの意味x
ダビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト

シーズン後半戦のスタートをベンチで迎えた酒井

最新の印象というものは、頭に強く残ると言われる。昨年末の酒井高徳は、まさにそうだったと言えるだろう。

シーズン前半戦の終盤は、極めてポジティブなものだった。このハンブルガーSV(HSV)の日本人DFは、負傷していたデニス・ディークマイアーに代わって右サイドでプレーし、堅調なパフォーマンスを披露した。シーズン後半戦も、酒井はポジション争いのライバルを上回っていけるのか。このブンデスリーガ創設時のメンバーであるクラブを追う多くのジャーナリストが、とても興味深く捉え、かつ頭を悩ませている疑問だ。weiterlesen… 

Gotoku Sakai, der Wandler zwischen den Welten beim HSV

Gotoku Sakai ist noch nicht angekommen beim HSV. Meine Kolumne für Sportsnavi in Japan.
Gotoku Sakai ist noch nicht angekommen beim HSV. Meine Kolumne für Sportsnavi in Japan.

Es heißt, der letzte Eindruck bleibt im Kopf. Bei Gotoku Sakai war dieser zum Ende der Hinrunde durchaus positiv. Der japanische Abwehrspieler des Hamburger SV spielte für den verletzten Dennis Diekmeier auf der rechten Seite und lieferte solide Leistungen ab. Ob sich Sakai in der Rückrunde gegen seinen Konkurrenten durchsetzen wird, haben viele Journalisten im Umfeld des Bundesliga-Dinos als spannendsten Zweikampf im Klub auserkoren. Sportsnavi gibt einen Überblick auf Sakais Chancen in Hamburg.

Der deutsche Rekordmeister war nach Hamburg gekommen, um die zweite Saisonhälfte der Fußball-Bundesliga einzuleiten. Grüße Bühne für den HSV und seine Spieler. Gotoku Sakai musste die Partie von der Bank aus verfolgen. Zu seinem Leidwesen ein gewohnte Perspektive für den 25-jährigen Japaner. Es ist die erste Saison an der Elbe für den ehemaligen Verteidiger des VfB Stuttgart und so richtig konnte Sakai noch nicht durchstarten bei seinem neuen Arbeitgeber. Der Wunschspieler von Trainer Bruno Labbadia war ein Schnäppchentransfer für den klammen Bundesligisten, doch sein Start im neuen Klub verlief alles andere als vielversprechend. Zwar durfte Sakai im ersten Pflichtspiel der Saison von Beginn an spielen, in der ersten Runde des DFB-Vereinspokals scheiterte der HSV allerdings beim Viertligisten Carl Zeiss Jena – peinlich für die Norddeutschen, die so sehr hofften, dass in dieser Saison nach zwei schwierigen Jahren alles anders werden würde.

Sakai hat seinen Platz beim HSV noch nicht gefunden

Den Zweikampf mit Dennis Diekmeier hat Gotoku Sakai beim HSV verloren. Mein Text für Yahoo in Japan.
Den Zweikampf mit Dennis Diekmeier hat Gotoku Sakai beim HSV verloren. Mein Text für Yahoo in Japan.

Labbadia zog Konsequenzen. Fünf Profis mussten nach der Pleite zum Bundesligaauftakt gegen Bayern München auf die Bank; unter ihnen auch „Go“ Sakai, der fortan nicht mehr zum Zuge kam. Das kratzte an seinem Selbstbewusstsein. Ein Halbzeit durfte der Japaner am achten Spieltag in Berlin noch ran, überzeugen konnte er aber auch dort nicht. „Er hat seinen Platz im Klub noch nicht gefunden“, weiß Hendrik Buchheister, freier Journalist, der den Hamburger SV begleitet. Der Coach setzte auf Diekmeier auf der rechten Abwehrseite und ließ links Matthias Ostrzolek spielen. Sakai musste zuschauen. Spielen durfte er nur in Japan bei der Nationalmannschaft. „Fluch und Segen zugleich“, erklärt Daniel Jovanov, HSV-Reporter für GOAL.com gegenüber Sportsnavi. „Die Reisen zur Nationalmannschaft waren für ihn immer wieder problematisch, weil er sich nicht in den festen Stamm der Mannschaft kämpfen konnte.“ Sakai durfte bei den Samurai Blue zwar ein wenig Spielpraxis sammeln, verpasste aber auch das Training in Hamburg, das gerade im Defensivverbund wichtig ist für die Automatismen. Erschwerend kamen noch die Reisestrapazen hinzu.

Geduldig wartete Sakai auf seine Chance. Diekmeier überzeugte, wurde zum konstantesten Hamburger der Hinrunde. „Warum er nicht mal für Ostrzolek auf der linken Seite spielen durfte, verstehe ich auch nicht“, gibt Kai Schiller vom Hamburger Abendblatt zu. Das hätten sich wohl viele im Umfeld des Vereins gewünscht. Wo liegen die Stärken und Schwächen von Sakai und warum kam er an seinen Konkurrenten nicht vorbei? Diekmeier ist pfeilschnell, hat sich defensiv stark verbessert und tritt gefährlich Flanken aus dem Lauf. Ostrzolek hat ebenfalls Vorteile im Angriffsspiel gegenüber dem Japaner, der seine Stärken vor allem im Verteidigen hat. „Sakai ist ein richtiger Büffel“, beschreibt ihn Jurek Rohrberg vom Fernsehsender Sky Sport News HD. „Er ist ein besserer Fußballer als Diekmeier, Ostrzolek ist Linksfuß und spielt wohl deshalb.“

Sakai auf beiden Positionen der erste Ersatzmann

Gotoku Sakai war der Wunschspieler von HSV-Trainer Bruno Labbadia. Mein Text über den Hamburger Abwehrspieler.
Gotoku Sakai war der Wunschspieler von HSV-Trainer Bruno Labbadia. Mein Text über den Hamburger Abwehrspieler.

Erst als sich Diekmeier Anfang November einen doppelten Bänderriss zuzog, bekam Sakai seine Chance und machte seine Aufgabe als Stellvertreter ordentlich. „Go hat es sehr gut gemacht“, lobte der Konkurrent. Es war der letze Eindruck, den Sakai hinterließ. Dass die Rückennummer 24 zum Rückrundenauftakt allerdings doch wieder auf dem Spielberichtsbogen in der Startaufstellung fehlte, ist bezeichnend für Sakais Situation. „Er wandelt zwischen den Welten beim Hamburger SV“, beschreibt es Buchheister treffend und Journalist Schiller ergänzt: „Er ist auf beiden Positionen der erste Ersatzmann.“

Nach der Winterpause kam im Trainingslager im türkischen Belek noch eine weitere Position zu, auf der Labbadia Sakai testete. Weil dem HSV im defensiven Mittelfeld verletzungsbedient die Spieler ausgingen, probierte der Trainer den Japaner auf der Doppelsechs neben Lewis Holtby aus. „Mehr als eine Alternative ist er dort aber auch nicht“, erklärt Schiller. Sollte Gojko Kacar grünes Licht geben, ist der Serbe in der Schaltzentrale gesetzt. Sakai wäre auch dort nur erster Ersatzmann. Und trotzdem ist er „sehr wichtig für den Klub“, so Jovanov. „Der HSV hat keine weiteren bundesligaerfahrenen Außenverteidiger“ und Sakai sei immer eine Option. Der zweifache Familienvater muss sich also wieder gedulden und abwarten, wie sich die Situation in der Hansestadt entwickelt. „Beim HSV kann es auch mal schnell gehen“, sagt Experte Buchheister. Die Situation beim Bundesligen ist gefährlich, gerade weil der Verein mit Tabellenplatz zehn vermeintlich in sicheren Fahrwasser schwimmt. „Mit zwei Siegen würde man schon wieder in Richtung Europapokal gucken können“, erklärt der Journalist, sagt aber gleich, dass davon im Klub niemand spricht. „Labbadia moderiert solche Gedankenspieler immer sehr gut ab.“

Kommt der HSV noch mal in den Abstiegskampf?

Gerade auch, weil die Lage „extrem tückisch ist“, so TV-Reporter Rohrberg. Die Personaldecke sei unglaublich dünn, „vor allem die Lage in der Achse Innenverteidigung, defensives Mittelfeld und Sturm ist dramatisch“, ergänzt Schiller vom Abendblatt. Seine Einschätzung: „Es wäre für Hamburg eine überragende Saison, wenn sie nichts mit dem Abstieg zutun hätten.“ Das sieht Jovanov ähnlich. „Die Auftritte in den Testspielen in Belek waren alarmierend. In der aktuellen Form kann der HSV in der Bundesliga nicht bestehen. Labbadia wirkt aktuell ein wenig ratlos. Zum ersten Mal übrigens“, so der Reporter. Es hänge viel vom Start in die Rückrunde ab, prophezeit Rohrberg. Das Bayern-Spiel mal ausgeklammert, sollte der HSV möglichst schnell in Tritt kommen, sonst werde es noch mal eng. Vielleicht greift der Coach dann ja doch auf Gotoku Sakai zurück.

Weitere SportsNavi-Kolumnen:

Über die Autoren Francois Duchateau und David Nienhaus:

ダ ビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト フランソワ・デュシャト 1986年生まれ。世界最大級のサッカーサイト「Goal.com」でドイツ語版の編集長を務め、13年からドイツで有数の発行部数を誇る「WAZ」紙の サイト(http://www.derwesten.de/)でドイツ西部のサッカークラブを担当する。過去には音楽の取材もしていた。ツイッターアカウ ントは@Duchateau。自身のサイトはwww.francoisduchateau.net。 ダビド・ニーンハウス 1978年生まれ。20年以上にわたり、ルール地方のサッカークラブに焦点を当て、ブンデスリーガの取材を続ける。09年からは「WAZ」紙のサイト (http://www.derwesten.de/)で記者を務める。ツイッターアカウントは@ruhrpoet。自身のサイトはwww.david- nienhaus.de

Flattr this!

2 Gedanken zu „DasSportWort goes Japan: Gotoku Sakai, der Wandler zwischen den Welten beim HSV“

Kommentar verfassen