Mainzer Yoshinori Muto tritt in die Fussstapfen von Shinji Okazaki - Kolumne für Sportsnavi. Foto: Twitter

DasSportWort goes Japan: Mainzer Muto tritt in Okazakis Fußstapfen

Shinji Okazaki ist der erfolgreichste Japaner der Bundesliga-Geschichte. Jetzt schießt der Stürmer seine Tore auf der Insel in der Premier League. Der FSV Mainz 05, Okazaki letzter Klub in Deutschland, hat mit Yoshinori Muto einen Landsmann Okazaki verpflichtet, der in dessen Fußstapfen treten soll. In seiner Heimat ist Muto schon ein (Pop)Star, bei den Rheinhessen hat sich der Angreifer schnell eingefunden. Für Sportsnavi von Yahoo in Japan habe ich über Muto geschrieben. Die Kollegen Francois Duchateau und  Takashi Sugiyama haben übersetzt.  

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その瞬間、ファンは既視感を覚えたかもしれない。選手交代を示すボードに掲げられた緑と赤の数字は、ある時は「9」、ある時は「14」だった。テヘランのアザディ・スタジアムで掲げられたボードには「14」、マインツのコファス・アレーナでのそれには「9」とあった。ただし、どちらも意味したものは変わらない。武藤嘉紀のピッチへの投入である。weiterlesen…

Wie schnell kann Muto Okazaki in Mainz vergessen machen?

Von David Nienhaus

Es hätte ein Bild mit Symbolkraft werden können, wenn im Azadi Stadium zu Tehran die Tafel mit den leuchtenden Nummern 9 und 14 hochgehalten worden wäre. Grüne und rote LEDs hätten angezeigt, dass Yoshinori Muto Stunde geschlagen hat und Shinji Okazakis (Spiel)Zeit vorbei ist. Wahrlich sehr konstruiert dieses Szenario – Muto kam in der 77. Minute für Borussia Dortmunds Shinji Kagawa –  aber aus Mainzer Sicht wäre so eine Auswechslung wie beim Qualifikationsspiel für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 zwischen Afghanistan und Japan (0:6) tatsächlich eine Art Symbolbild gewesen:  Yoshinori Muto tritt beim Bundesligisten FSV Mainz 05 in die großen Fußstapfen von Shinji Okazaki, immerhin seit vergangener Saison der erfolgreichste Japaner der Bundesliga-Historie.

Kann der erst 23-jährige Youngster den treffsicheren Routinier bei den Rheinhessen vergessen machen? Eine Analyse.

Meine neue Kolumne für Sportsnavi - Muto von Mainz auf den Spuren von Okazaki
Meine neue Kolumne für Sportsnavi – Muto von Mainz auf den Spuren von Okazaki

Der Trip zur Nationalmannschaft war für Muto eine gelungene Abwechslung. Im Kreise der Samurai Blue konnte der 23-Jährige etwas durchatmen und die ersten Wochen und Monate in seiner neuen Heimat Deutschland verarbeiten. Dort steht der Neuzugang im Blickpunkt, ist ein viel gefragter Mann. Mit dem Ruf als „Popstar“ und großen Vorschusslorbeeren wechselte Muto vom FC Tokyo zu den Rheinhessen nach Mainz, der Druck, im neuen Gefilde gleich funktionieren zu müssen ist groß. Im Nationalteam stehen andere Kicker im Fokus. Mit Kagawa, Genki Haraguchi und Co. hatte der Stürmer in den vergangenen Tagen etliche Mitspieler an seiner Seite, die längst Bundesliga-Experten sind und wissen, wie das Business hierzulande funktioniert; mit Okazaki sogar jemanden, der im viele Tipps für seinen neuen Klub geben konnte. Okazaki, sein Vorgänger beim FSV, schießt mittlerweile seine Tore in England bei Leicester City. In Mainz ist das mittlerweile Autos Job.

Als er seine Antrittsrede bei seinem neuen Klub hielt, überraschte der Japaner die Journalisten. Im feinen Zwirn und mit Krawatte setzte sich Muto auf das Podium und begrüßte die Anwesenden auf Deutsch. „Bitte nennen Sie mich Yoshi!“, lächelte der 23-Jährige freundlich und schüchtern in die Kameras. Einen Monat später feiert Muto mit den Fans. Gar nicht mehr schüchtern. Der Angreifer hatte gerade beim 3:0-Sieg gegen Hannover 96 seinen ersten Bundesliga-Doppelpack geschnürt und durfte mit den Mainzer Anhängern die „Humba“ intonieren. „Ich habe zwar nicht verstanden, was es war, aber ich gehe davon aus, dass es ein Lied über Mainz war“, lachte der Torjäger nach seinem Auftritt auf dem Stadionzaun.

Muto ist angekommen in der Bundesliga, bis er aber auf dem Level eines Shinji Okazakis ist, wird es wohl noch eine Weile dauern, glaubt Experte Alexander Bonengel vom deutschen Sportsender Sky Sport News HD. „Ich glaube nicht, dass Muto Probleme haben wird, sich in Deutschland zu etablieren“, so der TV-Reporter im Gespräch mit Sportsnavi. „Aber ich denke, er wird noch nicht direkt durchstarten.“ Das erwartet auch niemand beim den 05ern. In Mainz verspricht man sich viel von dem jungen Mann, der für 2,8 Millionen Euro geholt wurde. Der Klub ist geduldig und drosselt die Erwartungshaltungen hat den Offensivmann. „Er soll nicht vom ersten Moment an in die Fußstapfen von Okazaki treten“, so Bonengel.

Deshalb wurde auch keiner im Klub nervös, als Muto etwas Anlaufschwierigkeiten in Mainz hatte. Zwar zeigte er sowohl in den Testspielen in der Saisonvorbereitung vielversprechende Ansätze, richtig überzeugen konnte Muto allerdings nicht. „Er hat schnell begriffen, dass er selbst noch Zeit braucht“, so Journalist Bonengel. „Ich muss mehr liefern“, zeigte sich der Außenstürmer in der Anfangszeit selbstkritisch. „Ich muss mich fußballerisch verbessern in Sachen Pass- und Schussgenauigkeit. Körperlich werde ich immer fitter“, so Muto. Das zeigte der 23-Jährige bei seinem ersten Startelf-Einsatz für den FSV. Bei Borussia Mönchengladbach, dem Tabellendritten der vergangenen Saison durfte Muto in der Sturmspitze auflaufen und erledigte seine Aufgabe mehr als zufriedenstellend für Trainer Schmidt. Auch wenn der Angreifer keinen Treffer erzielte, überzeugte er. „Wir wollen da vorne den besten Verteidiger haben“, erklärte der Coach nach dem Spiel und verglich Muto mit dessen Vorgänger:  „Vom Profil her war das schon ein wenig wie Shinji.“ Das sieht auch Bonengel so: „Im Defensivverhalten sind beide Spieler vergleichbar: Enorm laufstark, fleißig und mit guter Antizipation.“ Auch wegen des Einsatzes des Japaners konnte Gladbach am zweiten Spieltag sein gefährliches Ballbesitzspiel nicht zeigen. Dass Muto trotz zweier Großchancen nichts Zählbares hinterließ, war dank das 2:1-Auswärtssieges nicht weiter tragisch.

Neben Muto hat der Verein um Manager Christian Heidel zwei weitere Angreifer geholt, um die Lücke zu füllen, die Okazaki hinterlassen hat. Für Trainer Martin Schmidt bieten sich in dieser Saison verschiedene Optionen. Florian Niederlechner ist ein bulliger Angreifer, der als wuchtiger Abschlussspezialist im Strafraum eingesetzt werden kann. Braucht der Coach einen physisch starken Zentrumsstürmer, der auch außerhalb des Strafraums Bälle festmachen und verteilen kann, kann er den Kolumbianer Jhon Cordoba aufstellen. Muto für seinen Teil gilt als pfeilschneller Mittelstürmer, der mit seinen Sprints in die Tiefe Räume reißen kann und enorm wenig und technisch stark ist. Autos Vorteil: Er ist variable einsetzbar und kann auch über die Flügel kommen.

„Wenn ich Okazaki und Muto vergleichen soll, fallen mir weitere Parallelen auf“, erklärt Mainz-Kenner Bonengel. Zwar sei Okazaki eher „der bullige Typ, der sehr körperbetont spielt“, aber vor allem in der Technik und beim Zug zum Tor seien beide Spieler vergleichbar.

Auch Bundesliga-Experte Uwe Owomoyela ist überzeugt von Mutos Qualität. „Mir hat er gefallen, es macht Spaß ihm zuzuschauen“, lobte der Ex-Profi nach dem Spiel gegen Hannover bei Bundesliga.de. Der Japaner wirke sehr stark und sehr ballsicher, im Abschluss frech und auch defensiv stark. „Die Asiaten passen richtig gut zum Spielstil in der Bundesliga. Man sieht immer wieder, dass sie mit ihrer technischen, physischen und auch mit ihrer Willensstärke in Deutschland richtig gut bestehen können“, so Owomoyela. Kein Neuigkeit für des FSV Mainz. „Die Rheinhessen schätzen die Mentalität der Asiaten, insbesondere die der Japaner“, weiß Bonengel. Zurückhaltung und Demut seien Deckungsgleich mit der Vereinsphilosophie.

„Muto ist kein Fremdkörper im Team“, erklärt der TV-Redakteur. „Er spricht Englisch, das macht die Kommunikation einfach.“ Außerdem sei der Japaner offen und freundlich, immer bereit auch mit den Fans zu sprechen, Fotos zu machen und Autogramme zu geben. Die Liaison zwischen Yoshinori Muto und dem FSV Mainz 05 ist eine vielversprechende. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Youngster das Potenzial hat, in die Fußstapfen von Shinji Okazaki zu treten. Dass die Qualität nicht nur die Mainzer entdeckt haben, verdeutlicht auch das Interesse des FC Chelsea, der sich ebenfalls die Dienste des Nationalspielers sicher wollte. „Das ist einer der größten Vereine der Welt. Es ist schwer, sich dort durchzusetzen“, erklärte Muto seine Entscheidung gegen den Englischen Renommierklub. In Mainz werde er hingegen sportlich gebraucht. „Ich möchte ein guter Bundesligaspieler werden, dafür werde ich hart trainieren“, so Muto, dessen Vorbild ein Weltstar ist. „Die Art, wie Luis Suárez beim FC Barcelona spielt, sein Instinkt zum Tore-Schießen – das beeindruckt mich.“

Aber erstmal muss Muto seine Form in der Bundesliga bestätigen, bevor er von Größerem träumt. Er könnte damit beginnen Okazaki in Mainz vergessen zu machen. Das Potenzial dazu hat der Youngster. Die Zeit dazu wird ihm der Klub geben.

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Über die Autoren Francois Duchateau und David Nienhaus:

ダ ビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト フランソワ・デュシャト 1986年生まれ。世界最大級のサッカーサイト「Goal.com」でドイツ語版の編集長を務め、13年からドイツで有数の発行部数を誇る「WAZ」紙の サイト(http://www.derwesten.de/)でドイツ西部のサッカークラブを担当する。過去には音楽の取材もしていた。ツイッターアカウ ントは@Duchateau。自身のサイトはwww.francoisduchateau.net。 ダビド・ニーンハウス 1978年生まれ。20年以上にわたり、ルール地方のサッカークラブに焦点を当て、ブンデスリーガの取材を続ける。09年からは「WAZ」紙のサイト (http://www.derwesten.de/)で記者を務める。ツイッターアカウントは@ruhrpoet。自身のサイトはwww.david- nienhaus.de

 

 

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