Abschied von der WAZ - Zeit für etwas Neues

Schicht im Schacht. Bin dann mal weg, Tschö WAZ!

Es gibt Currywurst. Die Echte, von Dönninghaus. Ich denke, das ist standesgemäß für einen Abschied von der FUNKE Mediengruppe. Für meinen Abschied von DerWesten, WAZ online, Funke-Portal oder wie auch immer wir hier an der Friedrichstraße in Essen seit 2007 auch hießen.

Moment, Abschied? Ja, so ist es. Nach acht schönen, schwierigen, lehrreichen, tollen und verrückten Jahren bei der WAZ ist es an der Zeit für eine Veränderung. Aufbruch. Neuanfang. Veränderung.

https://twitter.com/Duchateau/status/635747280071606272

Die Gründe, einen Laden mit einem so klingenden Namen freiwillig zu verlassen, sind vielschichtig; die kritischen lasse ich mal außen vor. Packen wir es so an: Nach acht Jahren in ein und demselben Unternehmen sollte sich ein Arbeitnehmer in der heutigen Berufswelt umorientieren. Sonst gehört man zum Inventar und gilt für den Arbeitsmarkt als uninteressant. Habe ich gelesen, als sich mein Gedanke verfestigte, etwas Neues zu machen. Also: Gerade noch so geschafft.

Die Echte.
Die Echte.

Am Montag habe ich meinen letzten Tag bei Funky – ich werde kochen, braten, kredenzen. Dönninghaus. Und bei der Echten werde ich mit den Kollegen über die zurückliegende gemeinsame Geschichte in Erinnerungen schwelgen. Fehlt nur noch das Fiege zur Wurst. (Wer den Rückblick nicht lesen will scrollt einfach zum letzten Absatz.)

Mensch, was war das eine Zeit. Von der Westeins-Experimentiermaschine „DerWesten“ unter Katharina Borchert mit vielen Freiheiten, verrückten Ideen und toller Atmosphäre bis hin zum starken und klickträchtigen Newsportal WAZ.de. Vom Volo zum Sportredakteur, vom Online-Schreiberling bis hin zum preisgekrönten Social-Media-Freak. Beeindruckend, wie sich hier alles entwickelt hat. Eins allerdings hat sich nie geändert: Der Team-Gedanke der Onliner. Auch wenn die Fluktuation in all den Jahren durchaus groß war – wir haben viele gute Leute da draußen verloren (#Vera #Hippi #Kappitano #Videopunk #uvm) –, bis heute gibt es einen harten Kern aus der Anfangstruppe, der alle Höhen und Tiefen überstanden hat und die Westeins-Flagge noch heute gehisst hält. Stark. Diese Leute und einige gewonnene Freundschaften werde ich im tag-täglichen Umgang vermissen. Hach. (Ihr wisst ja, wo ihr mich finden könnt.)

Rein sportlich betrachtet habe ich bei DerWesten viel erlebt. Zwei Olympische Sommerspiele (Peking 2008 und London 2012), ebenso zweimal Olympia im Winter (2010 in Vancouver, vier Jahre später in Sochi), zwei Fußball-Europameisterschaften (2008 in Österreich und der Schweiz, 2012 in Polen und der Ukraine), sowie zwei Weltmeisterschaften (2010 in Südafrika und natürlich der WM-Titel des DFB 2014 in Brasilien) – auch wenn ich nicht bei den Turnieren war, die Spezials und Sonderseiten bei DerWesten zu konzipieren, umzusetzen und mit Inhalt zu füllen, hat unheimlich viel Spaß gemacht. Ebenso wie die Gestaltung einer crossmedialen Fußball-Offensive und die Kooperationen mit 11Freunde.de oder Radio 90elf.

Mein letztes Baby liegt mir ganz besonders am Herzen – schade, dass ich es aus politischen Entscheidungen viel zu früh verlassen musste: Mit Picke. Die inhaltliche Entwicklung der App hat mir sehr viel bedeutet – auch das Zusammenspiel mit Berlin (Clapp und Funky digital) war überragend. Wie sich Mit Picke. mittlerweile in der Szene etabliert hat und von den Fußballfans gefeiert wird, zeigt: wir haben sehr viel richtig gemacht. (Kinder, kümmert euch bitte gut um die App!)

Und sonst? Viel zu wenig Basketball und Tennis, denn Fußball ist das Stichwort. Bundesliga, Bundesliga, Bundesliga. Zwei Jahre lang habe ich Borussia Dortmund begleitet. Es war die Zeit, in der der BVB mit Jürgen Klopp die Liga gerockt hat. Im dritten Jahr nun berichte ich über die Namenscousine aus Mönchengladbach und irgendwie immer ist der VfL Bochum präsent. Das werde ich nicht aufgeben. Ich werde weiter schreiben und versuche, Gladbach und Bochum so häufig wie möglich zu begleiten. Allerdings mache ich ab Oktober mal etwas ganz anderes.

Mit Currywurst hat das allerdings nicht sonderlich viel zu tun. Oder. Vielleicht. Doch? Dazu später mehr.

„Man muss immerfort verändern, erneuern, verjüngen, um nicht zu verstocken.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

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