Was passiert mit Bayern Münchens Trainer Pep Guardiola nach dieser Saison.

DasSportWort goes Japan: Bayern im Jahr eins vor Peps Abgang

Kurz vor dem Saisonstart wünschten sich die Kollegen von Yahoo in Japan einen Text über den FC Bayern München. Sie hatten bis nach Asien gehört, dass die Stimmung beim deutschen Rekordmeister aktuell nicht ganz so gut ist. Deshalb habe ich für die 50. Kolumne – Yeah, Jubiläum!!! – mit zwei Vereinsreportern des Klubs gesprochen, um die Stimmung  im Klub wiederzugeben. Der Kollege  Takashi Sugiyama hat  übersetzt. 

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ミュンヘンは晴天が続いている。ザブナー通りのトレーニンググラウンドでは、スター監督であるペップ・グアルディオラが見つめる中、選手たちが汗を流している。週末にはブンデスリーガが開幕する。昨季王者はオープニングゲームとして、金曜日(14日)にホームにハンブルガーSVを迎えるのだ。昨季やっとの思いで残留したチームと対戦するのだが、ミュンヘンの空気は緊張感をはらんでいる。weiterlesen…

Bayern München im Jahr eins vor Pep Guardiolas Abgang

Bayerns Trainer Pep Guardiola wirkt leicht gereizt vor der Saison
Bayerns Trainer Pep Guardiola wirkt leicht gereizt vor der Saison

Es ist warm in München. An der Säbener Straße schwitzen die Spieler des FC Bayern München unter den wachsamen Augen von Star-Trainer Pep Guardiola. Am kommenden Wochenende beginnt die neue Saison, schon am Freitag empfängt der amtierende Meister den Hamburger SV zum Eröffnungsspiel. Die Stimmung in München aber ist angespannt, gereizt. Die Vorfreude auf eine neue Spielzeit bei den Fans groß, im näheren Umfeld des Klubs aber sind die handelnden Personen unruhig.

Dabei sind die Vorschusslorbeeren für die Bayern groß. Alles andere als die Meisterschaft in diesem Jahr wäre zu wenig für den FC Bayern München. Sie ist Pflicht. Mit diesem nationalen Titel würde der deutsche Rekordmeister ein weiteres Kapitel in der Bundesligahistorie schreiben – es wäre die vierte in Folge. Man braucht schon viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass jemand München im Kampf um die Schale gefährden kann. Und auch der DFB-Vereinspokal ist fest eingeplant. Das Double: Standard für den FC Bayern. Aber das reicht längst nicht mehr.

Die Champions League überstrahlt alles.

Coach Guardiola ist vor zwei Jahren nach München gekommen, um das Triple zu holen, wie Trainer-Legende Jupp Heynckes, dem Vorgänger des Spaniers beim Klub. „Die Saison beginnt in München eigentlich erst Mitte Februar im kommenden Jahr“, sagt ein Vereinsinsider gegenüber Sportsnavi. Dann beginnt das Achtelfinale der Königsklasse, die K.o.-Phase, in der sich die Spreu vom Weizen trennt. Bayern München und Pep Guardiola wollen die europäische Krone. Mehr nichts.

Bis dahin aber schwellen viele kleine Diskussionsherde an der Säbener Straße. Der Klub hatte in der sechs Wochen langen Vorbereitung viele Baustellen aufgerissen. Einige sind nur sporadisch geflickt worden – wie die Diskussionen um Mario Götze oder einen Transfer von Thomas Müller -, andere werden immer wieder neu aufgerissen und eine gewaltig große Baustelle ist beim Rekordmeister das bestimmende Thema. Aber der Reihe nach.

Die Transfers.

Der Brasilianer Douglas Costa ist „die Überraschung beim FC Bayern und vielleicht sogar der Gewinner der Vorbereitung“, weiß Christian Falk, Bayern-Reporter der SPORT BILD, Europas größter Sportzeitung. „In der Form wird Franck Ribery wahrscheinlich schon etwas nervös werden daheim auf seiner Couch.“ Der Franzose ist verletzt und die große Unbekannte in der Mannschaft. Bislang hat der Flügelspieler noch nicht mit der Mannschaft trainieren können. Costa wäre ein würdiger Vertreter, der einen super Eindruck hinterlassen hat. Eigentlich hatte man den Spieler gar nicht so stark eingeschätzt, erklärt ein Insider. Der warnt: Erst ab dem Viertelfinale werde man das volle Potenzial Costas einschätzen können.

Bayern Münchens Arturo Vidal ist der Starzugang der Fußball-Bundesliga
Bayern Münchens Arturo Vidal ist der Starzugang der Fußball-Bundesliga

Während der Neuzugang von Schachtar Donezk den Anhängern schon viel Freude bereitet, hat Publikumsliebling Bastian Schweinsteiger München in Richtung Manchester verlassen. Die Bayern verlieren eine Identifikationsfigur, ein Eigengewächs, einen Weltmeister. Es sei eine vertretbare Entscheidung, erklärte Bayerns Torwartlegende Oliver Kahn am Montag im Fußball-Fachmagazin „Kicker“. Es sei eine Win-Win-Situation. „Rein sportlich kann man das sicherlich so sehen“, sagt Christian Falk, Bayern-Reporter der SPORT BILD. „Schweinsteiger kann und wird qualitativ gut ersetzt werden.“ Aber es stecke viel mehr dahinter: „Es ist auch ein Vereinspolitikum“, so Falk. Das könne eventuell im Laufe der Saison noch mal ein Thema werden. Fakt ist, so der Journalist, Guardiola und Schweinsteiger kamen nicht miteinander aus, der Trainer holte seine eigenen Spieler, setzte auf Alonso und Co. „Wenn das läuft, ist alles in Ordnung. Wenn der Klub nicht gleich von Beginn an Ergebnisse liefert, wird der Name Schweinsteiger den Trainer gerade bei den Fans noch einholen.“ Tatsächlich warnt Bundesliga-Experte und Ex-Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld davor, der Verein würde mit nur noch 14 deutschen Profis im Kader seine Identität verlieren. Spieler wie eben Schweinsteiger und auch Toni Kroos spielen nun im Ausland, Nationalspieler Marco Reus und Mats Hummel bleiben lieber bei Borussia Dortmund.

Für Schweinsteiger wurde Arturo Vidal von Juventus Turin an die Isar geholt – auch wenn es im Mittelfeld eigentlich gar keinen Bedarf gab. Vidal ist „ein ‚Agressiv Leader‘ wie Schweinsteiger oder einst Mark van Bommel, Stefan Effenberg und Lothar Matthäus“, so Falk von der SPORT BILD. „Aber er ist kein erklärter Wunschspieler von Guardiola!“ Dieser hätte lieber eine weitere Verstärkung auf den Außenbahnen oder auf den Außenverteidigerpositionen gehabt. Natürlich werde Vidal das Spiel der Münchener verändert – es wird noch offensiver werden. Guardiola forciert ein System mit der Dreierkette mit Vidal als Abfangjäger in der Zentrale – auch wenn noch immer keine klare Handschrift zu erkennen ist und es kein wirklich eingespieltes System gibt.

Die Verpflichtung Vidals war allerdings auch der Anfang vom Ende der Ära Guardiola in München, meint ein Vereinsinsider gegenüber Sportsnavi. Der Neuzugang aus Italien sei ganz klar eine Verpflichtung des Klubs, nicht des Trainers.

Der Trainer.

Und damit kommen wir zum größten Problem in München. Bayern im Jahr eins vor Peps Abgang. So könnte man die Spielzeit 2015/16 überschreiben. Dass der Star-Trainer seinen am Saisonende auslaufenden Dreijahresvertrag verlängert, glauben nur wenige. „ Die Zeichen stehen auf Trennung“, sagt Redakteur Falk und erklärt: „ Als Guardiola vor zwei Jahren angetreten ist, hat er eine Basis vorgefunden, auf der er aufbauen konnte, mit der er seine Philosophie verwirklichen konnte. Je länger er im Klub ist, desto weniger bekommt er die Möglichkeiten, diese weiterzuentwickeln.“ Der Trainer habe sich nicht erst seit Vidal ganz klar von der Transferpolitik distanziert und gesagt, das mache der Verein, er gebe nur Ratschläge. Außerdem hätte der Trainer gerne Thomas Müller verkauft. Das habe der Verein abgelehnt. „Guardiola merkt schon, dass der Verein wieder immer mehr das Heft des Handelns an sich reißt.“

Doch das ist nicht alles. Guardiola ist zudem enttäuscht, dass die nationalen Titel, die er bislang geholt hat – zwei Meisterschaften, einen DFB-Pokal, nicht genug gewürdigt werden. Weder in Deutschland, noch in München. Natürlich will er die Champions League gewinnen. „Wenn Guardiola nicht nur als guter, sondern als herausragender Trainer in die Bayern-Analen eingehen will, muss er mindestens ins Finale kommen“, so Christian Falk. Und dann?

„Das vierte Jahr war mein größter Fehler“, schrieb Guardiola in seiner Biographie über die Zeit beim FC Barcelona, aus dem der Klubinsider zitiert. Es sei schon sehr fraglich, ob der Spanier so einen Fehler diesmal nicht schon vorher erkennt und deshalb vermeidet. Auf jeden Fall werde es keine schnelle Entscheidung – frühestens zum Oktoberfest. Dabei „gibt es eigentlich keinen Grund, warum der Coach noch zögert. Außer: Er will sich Optionen offen halten und prüfen, was kommt“, mutmaßt Falk.

Der FC Bayern München steht vor einer wegweisenden Saison in der am Ende natürlich wieder Titel stehen werden. Wie viele hängt davon ab, ob der deutsche Rekordmeister die internen Baustellen in den Griff bekommt. Denn wie schon so häufig in der Geschichte des Klubs, können sich die Bayern auch in dieser Spielzeit nur selber schlagen.

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Über die Autoren Francois Duchateau und David Nienhaus:

ダ ビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト フランソワ・デュシャト 1986年生まれ。世界最大級のサッカーサイト「Goal.com」でドイツ語版の編集長を務め、13年からドイツで有数の発行部数を誇る「WAZ」紙の サイト(http://www.derwesten.de/)でドイツ西部のサッカークラブを担当する。過去には音楽の取材もしていた。ツイッターアカウ ントは@Duchateau。自身のサイトはwww.francoisduchateau.net。 ダビド・ニーンハウス 1978年生まれ。20年以上にわたり、ルール地方のサッカークラブに焦点を当て、ブンデスリーガの取材を続ける。09年からは「WAZ」紙のサイト (http://www.derwesten.de/)で記者を務める。ツイッターアカウントは@ruhrpoet。自身のサイトはwww.david- nienhaus.de

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