Die Japaner in der Bundesliga - Uchida Kagawa Hosogai Inui Sakai

DasSportWort goes Japan: Wie es um die Japaner der Bundesliga vor dem Saisonstart steht

Da schreibt man eine Kolumne für Japan, und ein paar Tage nach Veröffentlichung ist sie schon nicht mehr aktuell. So schnell ist das Geschäft in der Bundesliga. Ich habe in der 48. Kolumne für sportsnavi in Japan ein Ausblick geschrieben, wie gut oder schlecht die Chancen der Japaner in der Bundesliga stehen. Die Kollegen Francois Duchateau und  Takashi Sugiyama haben übersetzt.  Titelbild: Collage/Bilder von Twitter

 新監督就任で変化する香川、内田らの立場 正念場を迎えるドイツのサムライたち
 ダビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト

夏の欧州移籍市場において、ドイツはイングランドから始まる大きなドミノの最初の動きを待っている(ホッフェンハイムのフィルミーノのリバプール移籍が、その初手となり得る)。一方で、監督という名のメリーゴーランドは早くも回り始めていた。

トーマス・トゥヘル(ドルトムント)、アルミン・フェー(フランクフルト)、アンドレ・ブライテンライター(シャルケ04)、アレクサンデル・ツォルニガー(シュツットガルト)という4クラブでの、新監督の地すべりも起こった。さて、これら新指揮官は、香川真司や内田篤人らの状況に、どんな変化を加えるだろうか? 監督を通して、サムライたちのブンデスリーガでの今後を予想してみよう。 weiterlesen…

Kagawa, Uchida und Okazaki – was wird aus den Japanern in der Bundesliga?

Von David Nienhaus

Während das Transferkarussell auf dem Spielermarkt in Deutschland noch nicht richtig in Schwung gekommen ist und auf den ersten richtig großen Dominostein aus England wartet, steht das Karussell mit den Trainern schon längst wieder still. Mit Thomas Tuchel (Borussia Dortmund), Armin Veh (Eintracht Frankfurt), André Breitenreiter (FC Schalke 04) und Alexander Zorniger (VfB Stuttgart) haben vier Klubs einen neuen Chef an der Seitenlinie, Bruno Labbadia (Hamburger SV) und Michael Frontzek (Hannover 96) hatten ihre Vereine erst kurz vor dem dramatischen Saisonende übernommen. Was bedeuten die neuen Coaches für die Japaner in der Fußball-Bundesliga?

Wir geben exklusiv für Sportsnavi einen Überblick, wie die Situation von Shinji Kagawa, Atsuto Uchida und Co bei den Klubs in der Liga des Weltmeisters ist.

Borussia Dortmund, Thomas Tuchel und Shinji Kagawa

Wir beginnen im Westen Deutschlands, wo Thomas Tuchel das Erbe von Startrainer Jürgen Klopp antritt. Tuchel, der wie Klopp beim FSV Mainz 05 so richtig durchstartete, soll bei Borussia Dortmund nun frischen Wind reinbringen. Dabei gilt der Coach als Tüftler, Motivator und Vordenker. In Mainz hieß Tuchel unter Journalisten „der Professor“, weil er oft lange und komplizierte Vorträge hielt. Werden die Spieler ihren neuen Chef verstehen?

Eins ist sicher, weiß Matthias Dersch, Journalist bei der Dortmunder Zeitung Ruhr Nachrichten: „Alles wird auf Null gestellt.“ Kein Profi hat unter Tuchel einen Bonus – auch nicht Shinji Kagawa. „ Alle müssen sich erst mal zeigen.“ Vom Typ her aber könnte es passen, so Dersch. Pressing und Gegenpressing sei durchaus im Repertoire Kagawas vorhanden. Letztlich sei aber jetzt noch nicht abzusehen, was genau Tuchel plane. Der Trainer sieht den BVB als „Herausforderer in allen Wettbewerben“ – mit welcher Taktik und welchen Spielern werden die kommenden Wochen der Vorbereitung zeigen. Kagawa hat als technisch starker Spieler mit seiner Schnelligkeit und Disziplin gute Chancen unter Tuchel.

[Nachtrag – nicht Teil der Kolumne:  U23-Spieler Mitsuru Maruoka wurde für ein weiteres Jahr an den BVB ausgeliehen und ist derzeit mit dem Klub auf Asienreise. Der Youngster hat sich zum Ziel gesetzt, „in der kommenden Saison häufiger bei den Profis zu spielen.“]

FC Schalke, André Breitenreiter und Atsuto Uchida

Nur ein paar Kilometer entfernt hat es auch beim Revierrivalen Schalke 04 einen Umbruch gegeben. Während allerdings die Stimmung bei der Borussia freudig gespannt ist, sieht es in Gelsenkirchen etwas anders aus. Auf Schalke sehnt man sich nach einem Trainer, der dem Malocher-Klub seine Identität wiedergibt. Die Fans der Königsblauen wollen wieder eine Handschrift auf dem Platz sehen – am besten von Spielern, die die Ärmel hoch krempeln, kämpfen und dann natürlich auch noch gewinnen. Manager Horst Heldt hat dafür André Breitenreiter vom SC Paderborn als 1b-Lösung präsentiert, nachdem ihm Wunschtrainer Augsburg Markus Weinzierl abgesagt hatte.

Breitenreiter hatte es in den vergangenen Jahren bei den Ostwestfalen geschafft, mit wenig Geld und einem durchschnittlichen Kader das Maximale herauszuholen. Auf Schalke erhofft man sich ähnliches. Der frühere Bundesligaprofi kann beim Europa-League-Teilnehmer auf einen Kader mit etlichen Stars wie Klaas-Jan Huntelaar oder Julian Draxler und Atsuto Uchida zurückgreifen – Schalke hat einen der größten Etats der Bundesliga.

Aber gerade auf den Japaner ist beim Klub aktuell keiner so richtig gut zu sprechen. „Insgesamt hat Uschi deutlich an Bedeutung für Schalke verloren“, weiß Dirk Große-Schlarmann, S04-Reporter vom Sportsender Sky Sport News HD und erklärt: „Seine Verletzung und die Operation – das findet die Vereinsführung mal richtig unglücklich.“

Was war passiert? Wegen anhaltender Patellasehnenprobleme hat sich der Rechtsverteidiger einer Operation unterzogen und sich damit gegen den Rat der Schalker Ärzte entschieden. „Wir waren davon überzeugt, dass es sinnvoller ist, die Verletzung konservativ zu behandeln“, erklärt Schalkes Manager Horst Heldt verärgert. Der 27-jährige Verteidiger Uchida verpasst das Schalker Sommertrainingslager in Velden und wird frühestens Ende Juli zur Mannschaft stoßen. Erschwerend kommt hinzu, dass der japanische Nationalspieler in der vergangenen Saison „alles andere als stark war“, so Große-Schlarmann. Der Klub hat reagiert und eine Alternative zu Uchida verpflichtet – Konkurrenz, die der Japaner noch nie hatte beim Bundesligisten. Der Brasilianer Junior Caicara kam von Ludogorets Razgrad, „Schalke hat viel Geld für ihn in die Hand genommen“, so der TV-Journalist. Sechs Millionen Euro sollen das sein. „Mit Caicara haben wir nun einen weiteren gelernten rechten Verteidiger im Team neben Uchida, der uns sicher weiterhilft“, weiß Manager Heldt. Der Japaner wird sich nach seiner Ankunft in Deutschland erstmal hinten anstellen müssen.

[Nachtrag – nicht Teil der Kolumne: Mittlerweile hat Trainer Breitenreiter gesagt, er würde gerne noch einen weiteren Rechtsverteidiger nach Schalke holen. Die Situation für Uchida wird also noch mal schwieriger]

Eintracht Frankfurt, Armin Veh, Takashi Inui und Makoto Hasebe

Eine ähnlich schwierige Situation erwartet Takashi Inui bei Eintracht Frankfurt. Dorthin ist Armin Veh zurückgekehrt. Der Trainer hatte die Hessen verlassen, um beim VfB Stuttgart anzuheuern – auf die Schwaben kommen wir gleich noch zu sprechen. Veh ist nun bei seiner alten Liebe zurück, die Eintracht führte er bereits einmal in den Europapokal. Das soll nun wieder gelingen. Ob mit oder ohne Inui, das steht noch nicht fest. Schon bei seinem letzten Engagement hatte der kleine Japaner kein gutes Standing bei Veh. „Ich kann keine Spieler durchschleppen, die nicht alles geben“, sagte der Trainer einst. Zwar hatte sich Inui nach der Verpflichtung von Makoto Hasebe etwas gefangen, unumstritten ist er aber bei weiten nicht. Im Gegenteil. Der Offensivmann habe zwar noch „einen Vertrag mit uns“, sagte Manager Bruno Hübner in einem Zeitungsinterview. Aber für den Fall, dass ein anderer Club Interesse am Mittelfeldspieler haben sollte, erklärte Hübner: „Dann geben wir ihn ab.“ Veh weiß noch nicht so recht: „Taka könnte aber auch bleiben“, ist der Trainer hin- und hergerissen, „er ist ein flinker Spieler, davon haben wir nicht so sehr viele im Kader.“

Hasebe hingegen ist gehört zu den Leistungsträgern bei der Eintracht. Der Kapitän der japanischen Nationalmannschaft wird in der Frankfurter Presse als „richtiger Volltreffer“ beschrieben. Unter Veh, der den Japaner noch aus gemeinsamen Zeiten vom VfL Wolfsburg kennt, spielte Hasebe im Zentrum oder auch auf der rechten Verteidigerseite. Der Trainer weiß die vergangene Saison des 31-Jährigen zu beurteilen. Seine letzte Saison sei gut gewesen, auch wenn er „ein bisschen zu sehr in die Breite gespielt hat. Aber das war absolut okay.” Hasebe wird nach seinem verlängerten Urlaub sicherlich zu den Stützen der Hessen zählen, bei Inui ist das eher unwahrscheinlich.

VfB Stuttgart, Alexander Zorniger und Gotoku Sakai

„Gute Linksverteidiger wachsen nicht auf Bäumen“, erklärt Alexander Bonengel vom Bezahlsender Sky, als er im Gespräch mit Sportsnavi über Gotoku Sakais bei dem neuen VfB-Trainer Alexander Zorniger in Stuttgart spricht. Diese Aussage ist auf verschiedene Art und Weise zu interpretieren. Zum einen heißt das sicherlich, dass der japanische Abwehrspieler unter dem neuen Coach seine Chance bekommen wird. Sakai habe eine „gute Mentalität, einen guten Charakter“, weiß der TV-Reporter. Das schätze man bei den Schwaben sehr. Unter Zorniger werde Sakai womöglich eine neue Chance ,sich zu beweisen. „Dazu bringt er technische und durch seine Schnelligkeit für Zornigers Spielweise gute Voraussetzungen mit“, so Bonengel. Allerdings muss Sakai die vergangene Saison mental hinter sich lassen. Die ersten sechs Monate im Klub liefen richtig gut auf der linken Seite, erinnerte sich der Journalist. Die lokalen Medien hatten damals von einem zweiten Philipp Lahm gesprochen. Allerdings blieb die Konstanz beim Japaner aus. „Das war vor allem im letzten Jahr deutlich zu wenig“, so Bonengel. Sakai machte einfache Fehler und war im Abstiegskampf kein Faktor für die Schwaben.

„Go“, wie er genannt wird, ist beidfüßig, bissig, schnell, technisch gut und hat alles das, was ein moderner Außenverteidiger im Repertoire haben muss. Trotzdem sei er nicht unverkäuflich, erklärte VfB-Manager Robin Dutt Anfang Juni. Mit Florian Klein, Daniel Schwaab und Philip Heise ist Stuttgart auf Sakais Position gut aufgestellt. Sollte sich also ein Abnehmer für den Japaner finden, bei den Schwaben wird man die geschätzten drei Millionen Euro sicherlich nehmen.

[Nachtrag – nicht Teil der Kolumne: Tatsächlich hat sich ein paar Tage nach dem Schreiben der Kolumne ein Abnehmer für Sakai gefunden: Der Japaner wechselt innerhalb der Bundesliga zum Hamburger SV]

1. FC Köln, Peter Stöger, Yuya Osako und Kazuki Nagasawa

Woanders wird man einen Teufel tun, die Japaner abzugeben. Beim 1. FC Köln geht Peter Stöger als Trainer in der Domstadt in seine dritte Saison und er und die weiteren Verantwortlichen sind sehr zufrieden mit den Spielern aus dem Land der aufgehenden Sonne. Yuya Osako und Kazuki Nagasawa haben die Erwartungen bislang voll erfüllt. „Osako ist in meinen Augen absoluter Stammspieler als hängende Spitze um Modeste herum“, erklärt Frank Lussem vom Fachmagazin „Kicker“ im Gespräch mit Sportsnavi. Der Stürmer sei „spielintelligent, kopfballstark und gut im Bälle festhalten“, eine ideale Ergänzung zum Neuzugang Anthony Modeste, der von der TSG Hoffenheim an den Rhein kommt.

Auch bei Nagasawa sieht Lussem einen positiven Trend: „Wenn er so spielt, wie in den letzten Spielen, dann ist er auf links gesetzt“, so der Journalist. Nagasawa ist dribbelstark, hat ein gutes Auge und ist sehr listig. In Köln setzt man aus Kontinuität.

Hertha BSC, Pal Dardai, Hajime Hosogai und Genki Haraguchi

Auch in der Hauptstadt setzte man Kontinuität – zumindest auf der Trainerposition. In Berlin hat Coach Pal Dardai seinen Vertrag verlängert und bleibt Cheftrainer. Das ist für Genki Haraguchi von Vorteil, für Mittelfeldrenner Hajime Hosogai allerdings weniger. Vor wenigen Wochen haben wir bei Sportsnavi die Situation der Japaner in der Hauptstadt ausführlich analysiert. Hosogai hatte unter Dardai kaum noch eine Rolle gespielt. Elf Mal schaffte es der Mittelfeldspieler nicht in den Kader. Wegen einer bakteriellen Infektion in der linken Ferse verpasste er die Schlussphase der Saison. In Berlin, wo er einige Zeit unverzichtbar schien, steht er vor einer ungewissen Zukunft.

Haraguchi auf der anderen Seite ist gesetzt in Berlin. Der Japaner kommt mit Selbstvertrauen von der Nationalmannschaft. Bei der „Alten Dame“ hofft man darauf, dass Haraguchi auch dort weiter durchstartet.

Hannover 96, Michael Frontzek, Hiroki Sakai und Hiroshi Kiyotake

Diese Nachricht hilft Hiroshi Kiyotake ziemlich sicher bei der Genesung. Der japanische Mittelfeldspieler von Hannover 96 wird in der anstehenden Spielzeit die symbolträchtige Rückennummer zehn tragen. Der Nummer der ganz großen Kreativen im Fußball. Bis Kiyotake allerdings als Zehner für Hannover 96 auflaufen wird, vergehen wegen einer Operation noch ein paar Wochen. Der Japaner verletzte sich im Training bei der Nationalmannschaft und zog sich einen Ermüdungsbruch des rechten Mittelfußes zu. Ersatz für Kiyotake will man in Niedersachsen nicht holen. Dem 25-Jährigen ist vom Trainer seine Lieblingsposition zugedacht – im zentralen offensiven Mittelfeld.

Weniger sicher dürfte sich Hiroki Sakai sein. Abwehrspieler war in der vergangenen Saison zu häufig der Schwachpunkt in der Viererkette der Hannoveraner. Deshalb holte Manager Dirk Dufner Oliver Sorg vom Absteiger SC Freiburg an die Leine – als Kandidat für die Startelf.

FSV Mainz 05 Martin Schmidt und Shinji Okazaki

Während wir zu Beginn der Kolumne noch schrieben, das Spielerkarussell habe noch nicht richtig Fahrt aufgenommen, wird der Transfer von Shinji Okazaki zu Leicester City vermeldet. Der japanische Stürmer wollte unbedingt in die Premier League, die Rheinhessen wollten den Goalgetter auf keinen Fall innerhalb der Bundesliga transferieren. Für geschätzte zehn Millionen Euro nun wechselt Okazaki nach England und der FSV muss sich einen neuen Angreifer suchen.

[Nachtrag – nicht Teil der Kolumne: Der FSV Mainz 05 hat aber mittlerweile einen anderen Japaner im Kader:  Yoshinori Muto wechselt zu den Rheinhessen.]

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Über die Autoren Francois Duchateau und David Nienhaus:

ダ ビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト フランソワ・デュシャト 1986年生まれ。世界最大級のサッカーサイト「Goal.com」でドイツ語版の編集長を務め、13年からドイツで有数の発行部数を誇る「WAZ」紙の サイト(http://www.derwesten.de/)でドイツ西部のサッカークラブを担当する。過去には音楽の取材もしていた。ツイッターアカウ ントは@Duchateau。自身のサイトはwww.francoisduchateau.net。 ダビド・ニーンハウス 1978年生まれ。20年以上にわたり、ルール地方のサッカークラブに焦点を当て、ブンデスリーガの取材を続ける。09年からは「WAZ」紙のサイト (http://www.derwesten.de/)で記者を務める。ツイッターアカウントは@ruhrpoet。自身のサイトはwww.david- nienhaus.de

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