Die-Krise-beim-BVB

DasSportWort goes Japan: Die BVB-Hoffnung ist ein zartes Pflänzchen

Nach dem überzeugenden Sieg von Borussia Dortmund beim SC Freiburg wollten die Kollegen von  sportsnavi in Japan wissen, wie es um die Stimmung rund um den BVB bestellt ist. Bekommt der deutsche Vizemeister jetzt die Kurve? Ist die Abstiegsgefahr immer noch akut und wie ist die Rolle von Shinji Kagawa in der schwierigen Situation des Bundesligisten. Ich habe das in der 43. Kolumne  versucht, zu beantworten; Francois Duchateau hat es übersetzt.

 苦しむドルトムントに訪れた安堵感 悲しみを過去のものに変えるのは勝ち点3

ダビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト

すべてを変えなければならなかった

勝利がすべてを帳消しにしてくれる。そうとしか思えないし、思いたくない。とにかくドルトムントには、勝ち点3が必要なのだ。   第20節フライブルク戦、ドルトムントは3−0で勝利をつかんだ。ついに自分たちのスタイルを再び見つけ出し、ファイトする姿勢も打ち出した。マルコ・ロイスとピエール・エメリク・オーバメヤンが得点し、ドルトムントは勝たねばならないプレッシャーを肩から下ろした。ようやく、勝利はやってきた。ついに最下位から脱出したのだ。ドルトムントの危機の大きさの分だけ、安堵(あんど)の気持ちは大きかった。とてつもないほどに。 weiterlesen…

Der bittere Winter des BVB

Der Sieg kam einer Befreiung gleich. Endlich ein Ansatzpunkt. Oder besser gesagt: deren drei. Beim SC Freiburg gewann Borussia Dortmund mit 3:0, überzeugte spielerisch und kämpferisch, während Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang dem BVB die schwere Last des Gewinnen-Müssens von den Schultern schossen. Endlich gewonnen. Endlich nicht mehr Letzter in der Tabelle der Fußball-Bundesliga. Der Stein der Erleichterung er war so groß wie die Krise beim BVB. Gigantisch.

Dabei sollte doch alles anders werden im neuen Jahr. Die Schwarzgelben bereitete sich bei besten Bedingungen im spanischen La Mange auf die Rückrunde vor, einige Langzeitverletzte kehrten zurück in den Kader und die ausgelaugten WM-Teilnehmer um Mats Hummels und Shinji Kagawa sammelten neue Kräfte. Im Verein versuchte man, verbal Aufbruchsstimmung zu genieren. Die Hinrunde? So schnell wie möglich vergessen.

Die BVB-Story "Der bittere Winter von Borussia Dortmund" bei Sportsnavi in Japan.
Die BVB-Story „Der bittere Winter von Borussia Dortmund“ bei Sportsnavi in Japan.

Doch der Start ins neue Fußballjahr begann denkbar schlecht an der Strobelallee in Dortmund. Sollte das torlose Remis bei Bayer Leverkusen der verunsicherten Mannschaft doch Mut machen, setzte es gegen die Überraschungsmannschaft der Liga, den FC Augsburg, eine 0:1-Niederlage im eigenen Stadion. Die alten Muster der verpatzen Vorrunde waren sofort sichtbar, die alten Probleme mit der fehlenden Sicherheit und den Verletzungssorgen waren Allgegenwärtig. Dortmunds Trainer Jürgen Klopp wirkte müde, seine Durchhalteparolen waren die Blaupause der Hinrunde. „Die Entscheidungsfindung ist ein Problem, wir treffen zu oft die falschen Entscheidungen. Wir müssen mutiger sein“, mahnte der Coach nach der Niederlage. Anfang Oktober des vergangenen Jahres klang es ähnlich. Klopp sprach vom „Tiefpunkt“ und dem „Startpunkt für den Rest der Saison.“ Es war ein düsterer Herbst für die Westfalen und ein noch bitterer Winter.

Mit elf Niederlagen in der Bundesliga und nur 18 Tore geschossen stand die Borussia zum dem Zeitpunkt so schlechter da, wie noch nie zuvor. Aus dem griffigen Werbeslogan #echteLiebe wurde #echteVerzweiflung. So ist das mit dem echten Emotionen. Diese kochten über nach der Pleite gegen die Fuggerstädter über. Die Angst der Fans war allgegenwärtig; selbst die Treusten der Treuen auf der Südkurve im Stadion pfiffen sich den Frust von der Seele. Die Mannschaft und die Anhänger waren keine Einheit mehr. So wie das Team auf dem Platz. Die „Süddeutsche Zeitung“ verglich den BVB nach dem 0:1 gegen Augsburg mit einem Muskelprotz, dem es nicht einmal mehr möglich sei, Einkaufstüten zu tragen.

Nur Siege können die Situation kitten. Für den BVB zählen nur noch die Ergebnisse. Die Spielidee: egal. Die Muskeln: egal. Die Champions League: egal. Freiburg hieß die Aufgabe für den deutschen Vizemeister. Und der BVB lieferte ab. Im Kellerduell der Weltmeisterliga überzeugte die Mannschaft von Borussia Dortmund auf ganzer Linie. Vor allem die Umstellungen von Klopp fruchteten in Freiburg. „Aubameyang rückte für den glücklosen Ciro Immobile in die Spitze, Reus spielte auf dem Flügel, seinen Platz als Spielmacher übernahm Shinji Kagawa“, analysierte Sebastian Weßling von der Westdeuschen Allgemeinen Zeitung und betonten: „Besonders die Versetzung des pfeilschnellen Gabuners ins Sturmzentrum erwies sich als gelungene Maßnahme“.

Dirk Krampe von den Ruhrnachrichten kommentierte: „Der Sieg des BVB in Freiburg war wichtig für die Situation in der Tabelle, er war wichtig für die angeknackste Moral. Vor allem aber gibt er einem ganzen Verein ein lange vermisstes Gefühl zurück: Wie es ist, ein Spiel zu gewinnen.“ Borussia Dortmund gab die Rote Laterne, den letzten Platz in der Liga, weiter und arbeitete sich marginal in der Tabelle nach oben. Ein Zeichen. Echte Aufbruchsstimmung.

Verstärkt wurde dieses Gefühl am Dienstag, als eine Meldung in Dortmund einschlug, wie eine Bombe. Marco Reus, der viel umworbene Superstar der Schwarzgelben, verlängerte seinen Vertrag vorzeitig bis 2019. Ohne Ausstiegsklausel, ohne Wenn und Aber. „Ein starkes Signal nach innen und außen“, sagte Weßling von der WAZ. Gerade in so einer Situation sei die Symbolkraft einer solchen Nachricht enorm. Der Sieg und die Unterschrift des Nationalspielers lässt den Verein wieder zusammenrücken. Die Stimmung an der Strobelalle hat sich gedreht.

Doch die Aufbruchstimmung ist ein Gerüst aus Streichhölzchen. Ein wackliges Konstrukt, das leicht einsturzgefährdet ist. Trotz der positiven Nachrichten rund um den BVB zählt nur der nächste Dreier. „Wir arbeiten wirklich hart dafür, um so schnell wie möglich aus dem Tabellenkeller zu kommen“, erklärt Kagawa die Zielsetzung. Die Blickrichtung, sie geht nur von Spiel zu Spiel. Dass der Klub die gesteckten Saisonziele in diesem Jahr nicht erreichen wird, hat man beim BVB längst akzeptiert. So groß war die Angst vor dem Gau, dem Abstieg in die Zweitklassigkeit.

Der Sieg gegen Freiburg war der erste Schritt nach vorne. Sollte Borussia Dortmund nachlegen, sollten die Sorgen bald der Vergangenheit angehören. Sobald der BVB im sicheren Fahrwasser ist, dürfte sich der Blick der Verantwortlichen hinter den Kulissen schon auf die kommende Spielzeit richten. Mit welchen Spielern kann Dortmund dann wieder angreifen? Marco Reus wird sicherlich einer von ihnen sein, Ilkay Gündogan und Mats Hummels sollen auch bleiben. Und Shinji Kagawa? Der möchte dem BVB weiter helfen. Außerdem will er den Rekord als bester japanischer Bundesliga-Torschütze zurückerobern. Den hat Shinji Okazaki in dieser Saison geknackt. Kagawa kann und will das nicht auf sich sitzen lassen. Aber das ist Zukunftsmusik.

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Über die Autoren Francois Duchateau und David Nienhaus:

ダ ビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト フランソワ・デュシャト 1986年生まれ。世界最大級のサッカーサイト「Goal.com」でドイツ語版の編集長を務め、13年からドイツで有数の発行部数を誇る「WAZ」紙の サイト(http://www.derwesten.de/)でドイツ西部のサッカークラブを担当する。過去には音楽の取材もしていた。ツイッターアカウ ントは@Duchateau。自身のサイトはwww.francoisduchateau.net。 ダビド・ニーンハウス 1978年生まれ。20年以上にわたり、ルール地方のサッカークラブに焦点を当て、ブンデスリーガの取材を続ける。09年からは「WAZ」紙のサイト (http://www.derwesten.de/)で記者を務める。ツイッターアカウントは@ruhrpoet。自身のサイトはwww.david- nienhaus.de

(Auf der nächsten Seite gibt es die englische Übersetzung …)

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