Kiyotake und Sakai bei Hannover 96 - die neue Kolumne bei Sportsnavi in Japan

DasSportWort goes Japan: Kiyotakte, Sakai und die Kraft von Löwen und Yoda

Wie macht sich eigentlich Hiroshi Kiyotake bei Hannover 96, wollten die Kollegen von Yahoo Japan wissen. Der Neuzugang der Niedersachsen kam nur langsam ins Rollen in dieser Saison, hat jetzt aber seinen Rhythmus gefunden. Und auch sein Landsmann Hiroki Sakai kommt in seiner zweiten Bundesliga-Saison besser zurecht. Woran das liegt und was die Geheimnisse der beiden Japaner sind, haben mein Kollege Francois Duchateau und ich in der 39. Kolumne für sportsnavi aufgeschrieben.

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Kiyotakte und Sakai spielen mit der Kraft von Löwen und Meister Yoda

„Diese Niederlage ist kein Beinbruch“, sagte Hannover-96-Trainer Tayfun Korkut nach der 1:3-Pleite gegen Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen. Lange war es eine Partie auf Augenhöhe, doch am Ende setzte sich die Werkself durch. Doch hätte Hiroshi Kiyotake in der 33. Minute den Patzer von Roberto Hilbert genutzt, das Spiel wäre vielleicht anders gelaufen. Der Japaner scheiterte aber an Bayer-Keeper Bernd Leno und erwischte insgesamt eher schwachen Tag. Kein Beinbruch.

Schon nach sehr kurzer Zeit ist das Verhältnis zwischen dem Neuzugang Kiyotake und seinem Trainer  bei Hannover 96 ein ganz besonderes. Die Sommer-Verpflichtung der Niedersachsen spricht  in höchsten Tönen von Coach Korkut und die Wertschätzung beruht auf  Gegenseitigkeit. Korkut erwartet viel von seinem zentralen Spieler in der Offensive und legt  die Verantwortung in punkto Kreativität ganz in die Hände – oder besser – die Füße des   dribbelstarken Japaners. Vor allem in der Zeit, in der Spielmacher Lars Stindl verletzt passen musste.

Mit kleinen Tricks aus der Motivationskiste stärkt Korkut Kiyotake  den Rücken. Ein Beispiel. Ende Oktober, Hannover hatte gerade drei Spiele in Folge verloren und   Kiyotake konnte 96 in den Partien keinerlei Impulse geben, musste der Sportverein zu   Borussia Dortmund reisen. Der Champions-League-Teilnehmer um Shinji Kagawa war zu   dem Zeitpunkt wie ein angeschlagener Boxer: gefährlich und schwer berechenbar. „Kurz vor   dem Spiel kam der Trainer zu mir und hat mir sein Handy gezeigt, erzählt Kiyotake in einem Interview mit der Neuen Presse, einer Zeitung aus Hannover. Auf dem Smartphone stand in   japanischen Schriftzeichen: „Ich glaube an dich!“ – „Das hat mich sehr beeindruckt“, sagt der  Japaner. Er dankte es dem Trainer auf seine Art, übernahm die Verantwortung bei einem   Freistoß und erzielte den 1:0-Siegtreffer gegen den BVB. „Tayfun Korkut ist eine große   Persönlichkeit, eine Autorität für mich“, beschreibt er das Verhältnis zu seinem Trainer.

Kiyotaktes Knoten ist geplatzt. Dabei war seine Anfangszeit an der Leine eher   durchwachsen. „Der 25-Jährige wurde schneller in das kalte Wasser geworfen, als er   erwartet“, weiß Ansgar Löcke, Blogger und 96-Fan. „Durch die Verletzungen von Edgar   Prib und Lars Stindl wurde dem Neuzugang aus Nürnberg die Bürde des   Kreativzentrums aufgehalst, obwohl ihm nach der enttäuschenden WM noch die nötige   Fitness und Frische fehlte.“ Durch verschiedene Spielsysteme fand er sich auch öfter auf   der linken Seite wieder, wo er nur wenige Akzente setzen konnte. Erst als „Kiyo“ zentral   auf seiner Lieblingsposition spielen durfte, „präsentierte sich der Japaner zuletzt stark   verbessert, erzielte das Tor in Dortmund sowie später auch ein wichtiges in Berlin gegen   Hertha“, weiß Claas Philipp, Redakteur von Goal.com. Der Leistungsumschwung von   Hannover Ende Oktober könne ganz klar auch an Hiroshi Kiyotake festgemacht werden,   der jetzt angekommen ist bei seinem neuen Klub.

In Hannover selbst hat sich Kiyotakte schnell eingefunden. Im Zoo kennt er sich mittlerweile   mindestens genauso gut aus, wie auf dem Rasen in der HDI-Arena. Und auch das ist ein   kleines Erfolgsgeheimnis. Obwohl der Japaner mit seiner kleinen Familie erst seit August in   der niedersächsischen Landeshauptstadt wohnt, war er schon ein Dutzend Mal in der   Erlebniswelt – sein Ziel: Das Löwengehege. „Ich mag die Löwen sehr gern. Wegen ihrer   Stärke, diese Stärke fasziniert mich“, erzählt der Nationalspieler.

Ein anderer, nicht ganz unwichtiger Aspekt für Kiyotake ist sein Landsmann und Freund   Hiroki Sakai. Der Abwehrspieler ist im zweiten Jahr bei den Niedersachsen, eine zentrale   Figur der stabilen 96-Defensive und wichtig für den Mittelfeldspieler. Die Familien der   beiden Japaner verstehen sich prächtig, Sakai spielt sehr „fürsorglich und behutsam“ mit   Kiyotakes Sohn und freut sich selbst auf seinen Stammhalter, der im kommenden Januar   das Licht der Welt erblickt.

Vielleicht beflügelt das Vaterglück den groß gewachsenen japanische Rechtsverteidiger,   der auf dem Platz alles andere als behutsam in den Zweikämpfen ist. Alberto   Zaccheroni, Japans ehemaliger Nationaltrainer jedenfalls, hat dem Abwehrrecken   verboten, sich auf dem Platz zu entschuldigen. Diesen Rat befolgt Sakai und nachdem   er in seiner ersten Bundesligasaison noch reichlich Lehrgeld zahlte, „hat sich Sakai nun   berappelt und macht auf der rechten Abwehrseite einen guten Job“, erklärt Löcke. Zwar   sei sein Stellungsspiel gelegentlich noch fehlerhaft, das mache er aber durch seine   Schnelligkeit und seine Zweikampfstärke wett. Auch traut er sich im Angriffsspiel öfter   mal nach vorne und kann mit Flanken Akzente setzen. Sakai sei „zwar kein großer   Techniker, aber stets mit vollem Einsatz bei der Sache“, lobt auch Journalist Philipp. Der   24-Jährige sei als feste Größe in Hannovers Viererkette mittlerweile etabliert. Und auch   Sakai schätzt Trainer Korkut. „Er nimmt viel Rücksicht auf uns, wählt „die Worte speziell   für uns aus“, verrät Sakai. „Umschalten“ und marschieren“ seien nur zwei wichtige Worte   im mittlerweile sehr erfolgreichen Spiel von Hannover 96.

„Kiyotake und Sakai machen uns ausgesprochen viel Freude“ sagt Hannovers Manager   Dirk Dufner gegenüber Sportsnavi. „Beide sind Stammspieler bei Hannover 96 und   haben mit ihren Leistungen zu unseren hervorragenden Ergebnissen in den   vergangenen Wochen beigetragen. Kiyo und Hiroki sind wichtiger Bestandteil unseres   Teams.

Löcke plaudert aus dem Nähkästchen: „Vor allem Sakai tut der Wechsel von Kiyotake   gut. Hiroki hatte große Probleme bei der Eingewöhnung, der Sprache und den   Umsetzungen auf dem Platz. Mit Hiroshi ist nun jemand im Team, den er aus der   Nationalelf und der Bundesliga kennt und der weitaus länger in Deutschland ist und gute   Tipps hat.“ Insidertipps in Hannover und Umgebung aber kommen von Sakai.   Abwehrspieler zeigte dem Neuzugang die Stadt und die Welt außerhalb des Stadions   und des Zoos. Zusammen fahren die beiden regelmäßig nach Hamburg, um dort   japanische Lebensmittel zu kaufen. Und Klamotten. Wie fast alle anderen Fußballer, sind   auch Kiyotake und Sakai modebewusst. Letzter gesteht: „Ich bin froh, dass ich in   Deutschland shoppen gehen kann“, in Japan sei es nicht einfach, stylische Klamotten für  einen 1,84m-Mann zu bekommen. Nur einen Friseur haben die beiden in ihrer neuen   Heimat noch nicht gefunden; Herrn Yoda lassen sie immer aus Düsseldorf kommen, um   sich die Haare schneiden zu lassen. Meister Yoda – ein weiteres Geheimrezept der  beiden Japaner?

Gegen Leverkusen half die Kraft des Meisters nicht. Trotzdem ist Hannover 96 mit seinen beiden Japanern auf einem guten Weg in dieser Saison.  Das internationale Geschäft ist kein utopisches Ziel.

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Über die Autoren Francois Duchateau und David Nienhaus:

ダ ビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト フランソワ・デュシャト 1986年生まれ。世界最大級のサッカーサイト「Goal.com」でドイツ語版の編集長を務め、13年からドイツで有数の発行部数を誇る「WAZ」紙の サイト(http://www.derwesten.de/)でドイツ西部のサッカークラブを担当する。過去には音楽の取材もしていた。ツイッターアカウ ントは@Duchateau。自身のサイトはwww.francoisduchateau.net。 ダビド・ニーンハウス 1978年生まれ。20年以上にわたり、ルール地方のサッカークラブに焦点を当て、ブンデスリーガの取材を続ける。09年からは「WAZ」紙のサイト (http://www.derwesten.de/)で記者を務める。ツイッターアカウントは@ruhrpoet。自身のサイトはwww.david- nienhaus.de

(Auf der nächsten Seite gibt es die englische Übersetzung …)

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