Haraguchi und Hosogai von Hertha BSC. Foto: Twitter

DasSportWort goes Japan – An Herthas Japaner scheiden sich die Geister

Berlin feiert; aber nicht die Hertha. Beim Hauptstadtklub ist in dieser Saison der Wurm drin. Dem Mittelfeld fehlt Stabilität und auch Stütze Hajime Hosogai findet nicht die Form der vergangenen Spielzeit. Genki Haraguchi ist ein Lichtblick in der Abteilung Attacke der Berliner – aber noch kein Heilsbringer. In der 38. Kolumne für sportsnavi beschäftigen Francois Duchateau  und ich uns mit den Problemen der „Alten Dame“ und dem japanischen Doppelpack in Berlin.  (( Das Coverbild habe ich bei Twitter gefunden. ))

下位に沈むヘルタで戦う2人の日本人 変わらぬ細貝への信頼と原口への期待  ダビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト

Hajime Hosogai von Hertha BSC findet in dieser Saison noch nicht in die Spur.
Hajime Hosogai von Hertha BSC findet in dieser Saison noch nicht in die Spur.

街は祝賀ムードもチームはまずい方向へ
現在ベルリンを訪れている人ならば、このドイツの首都の特別なスピリットを感じるはずだ。街は艶やかに彩られている。光を放つ風船が、かつて「ベルリンの壁」があった境界線を示す。有名なブランデンブルク門周辺以外でも、祝賀イベントが開催される。ベルリンを東西に分けていた壁が消えたのは25年前。歴史的な出来事だった。ドイツは再び統一された。ヘルタ・ベルリンもまた、この喜びに浸り、どうやってドイツが一つになったかを「ベルリンから。ベルリンのために」とのスローガンとともに思い出す。 weiterlesen…

Hosogai bleibt bei Hertha hinter den Erwartungen zurück – Haraguchi übertrifft Erwartungen

Wer sich in diesen Tagen in Berlin aufhält, verspürt in der deutschen Hauptstadt ein ganz besonderes Flair. Die Stadt ist geschmückt, eine Lichtinstallation markiert die ehemalige Grenze der Berliner Mauer und es wird nicht nur am Brandenburger Tor ordentlich gefeiert.  Vor 25 Jahre fiel die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin – ein historisches Ereignis – Deutschland war wieder vereint. Auch die Hertha feiert mit und erinnert unter dem Motto „Aus Berlin. Für Berlin“ an die Wende.

Dabei ist dem Hauptstadtklub derzeit nach Feiern überhaupt nicht zumute. Nicht, weil die Hertha nach dem Mauerfall damals die einmalige Gelegenheit verpasst hatte, Top-Spieler aus dem Osten zu verpflichten. Nein. „Die alte Dame“, wie der Verein salopp genannt wird, spielt im zweiten Jahr wieder erstklassig, bleibt aber in dieser Saison hinter den Erwartungen zurück. Statt Weiterentwicklung mit vorsichtigem Blick nach Europa – wie es für einen Hauptstadtklub eigentlich angemessen ist – befinden sich die Berliner im unteren Tabellendrittel. Der Trend ist auch nach der 0:2-Niederlage gegen Hannover 96 bedenklich, die Gründe dafür vielseitig.

Manager Michael Preetz und Trainer Jos Luhukay  hatten vor der Spielzeit in fast allen Mannschaftsteilen punktuell neue Reize gesetzt; gleich sieben neue Spieler kamen an die Spree. Aber weder die neuen, noch die alten Profis finden richtig in die Saison.

Das gilt auch für die Japaner im Team von BSC. Hajime Hosogai war im vergangenen Jahr Mister Zuverlässig bei den Berlinern. „Er war der beste Einkauf der vergangenen Saison“, sagt Jörn Meyn von der Berliner Morgenpost. Hosogai sei ein Arbeitertyp, der die Räume zugelaufen und sofort Leistung gebracht hat. Dazu sei der Mittelfeldspieler enorm zweikampfstark. Hosogai gehörte in der Aufstiegssaison zur Erfolgsachse der Hertha. „Er kann einen gepflegten Ball spielen, kommt aber auch über extremer Härte“, so Meyn, der auch die Spieleröffnung des Japaners lobt. „In der letzten Saison war er überragend“, weiß auch Andreas Becker (freier Journalist, u.a. Bild). Deshalb sollte Hosogai das Team als Leader anführen und ihm Stabilität verleihen. „Aber im Moment schafft er es nicht, die Ansprüche zu bestätigen“, so der Hertha-Experte.

Hosogai selbst weiß, dass er besser spielen kann. „Ich fühle mich diese Saison noch etwas schlecht, kann noch mehr als ich bisher gezeigt habe“, ist der 29-fache Nationalspieler Japans selbstkritisch. Er bleibt hinter dem zurück, was er vergangene Saison gezeigt hat. Der Abräumer ist dennoch völlig unumstritten bei Luhukay und „wird immer spielen, so lange er einigermaßen geradeaus laufen kann“, lacht Meyn. Von der sehr kritischen Presse in der Hauptstadt wurde er bislang kein einziges Mal angezweifelt – nicht einmal jetzt, in der Schwächephase. Das zeigt auch die hohe Meinung, die man von dem 28-Jährigen hat. Nach der enttäuschenden Weltmeisterschaft in Brasilien, braucht Hosogai Zeit, wieder in Tritt zu kommen. Zeit, die die Hertha nicht hat. Alternativen auf seiner Position haben die Berliner nicht.

Das japanische Doppelpack von Hertha BSC. Twitter Photos
Das japanische Doppelpack von Hertha BSC. Twitter Photos

Immerhin hat Hertha Variationsmöglichkeiten in der Offensive. Dort spielt der zweite Mann aus dem Land der aufgehenden Sonne. Auf Empfehlung von Hosogai wurde Genki Haraguchi nach Berlin geholt. Beide spielten zusammen bei den Urawa Red Diamonds in der J-League und Hosogai beriet die Scoutingabteilung der „alten Dame“ und die hatte schon in der Vorbereitung ihre Freude am Neuzugang. „Er wurde als Wundertüte für wenig Geld geholt, der in dieser Saison eigentlich noch gar nicht zünden musste“, erzählt Meyn. Aber Haraguchi zündete. Und wie. Auf der linken Seite überzeugte der 23-Jährige durch seine Tempodribblings, seine Wendigkeit und seine Schnelligkeit. „Er hat einen richtig guten Eindruck gemacht“, bestätigt Meyn, „ich halte eine Menge von ich.“ Er sei kein Kagawa, aber bringe viel Geschwindigkeit mit. „Für Hertha BSC kann er ein außergewöhnlicher Spieler auf seiner Position werden“, so Meyn und Becker ergänzt: „Haraguchi startete gut in seine Hertha-Zeit und brachte frischen Wind ins Team.“

Gleich im ersten Bundesligaspiel legte Haraguchi ein Tor auf, danach allerdings verletzte sich der Offensivmann an der Schulter und fiel aus. „Nach seiner Verletzung kommt er schwerlich zurück“, weiß Andreas Becker. Die Konkurrenz auf seiner Position ist mit Valentin Stocker, Änis Ben-Hatira und auch Nico Schulz groß. Gegen Hannover durfte Haraguchi wieder von Beginn an spielen – er tat es durchschnittlich gut. Berlin verlor gegen die Niedersachsen, bei denen Hiroshi Kiyotake mit einer Vorlage und einem Tor groß auftrumpfte, und wartet nunmehr seit drei Pflichtspielen auf einen Sieg. Die Hertha nicht nur tabellarisch, sondern auch statistisch im Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga anzusiedeln. Frappierend sind die Auswärts- und Defensivschwäche, sowie die schlechten Zweikämpf- und Laufwerte der Mannschaft.

„Gemeinsam werden wir versuchen, die Mannschaft wieder aufzurichten“, sucht Trainer Luhukay nach einer Lösung. „Wir müssen intern die Ruhe bewahren, dann wird es sich auf Dauer auch wieder auszahlen“, so der Coach. Der Verein wolle sich „weiter etablieren in der Bundesliga, dies ist keine Aufgabe von einer Saison, sondern ein wichtiger, nachhaltiger Prozess“, sagt Sportdirektor Preetz vor der Saison. Mit Hosgai und Haraguchi hat man bei der Hertha zwei Spieler, die in diesen Prozess passen. Nachhaltigkeit ist bei anhaltender Erfolglosigkeit aber ein Problem. Die Luhukay-Elf braucht lichte Momente in den kommenden Wochen, um die Abwärtsspirale zu durchbrechen.

Die Feierlichkeiten rund um dem Mauerfall sind in Berlin eine willkommene Ablenkung. Hertha feiert nicht, sondern feilt an den Baustellen, die die Mannschaft offenbart.

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Über die Autoren Francois Duchateau und David Nienhaus:

ダ ビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト フランソワ・デュシャト 1986年生まれ。世界最大級のサッカーサイト「Goal.com」でドイツ語版の編集長を務め、13年からドイツで有数の発行部数を誇る「WAZ」紙の サイト(http://www.derwesten.de/)でドイツ西部のサッカークラブを担当する。過去には音楽の取材もしていた。ツイッターアカウ ントは@Duchateau。自身のサイトはwww.francoisduchateau.net。 ダビド・ニーンハウス 1978年生まれ。20年以上にわたり、ルール地方のサッカークラブに焦点を当て、ブンデスリーガの取材を続ける。09年からは「WAZ」紙のサイト (http://www.derwesten.de/)で記者を務める。ツイッターアカウントは@ruhrpoet。自身のサイトはwww.david- nienhaus.de

(Auf der nächsten Seite gibt es die englische Übersetzung …)

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