Mitsuru Maruoka feiert seine ersten Bundesliga-Minuten für Borussia Dortmund in Mainz. Quelle: Screenshot

DasSportWort goes Japan – Maruoka profitiert von Kagawa

In der 37. Kolumne für sportsnavi beschäftigen Francois Duchateau  und ich uns mit Mitsuru Maruoka von Borussia Dortmund. Der kleine Japaner rief früh in der Saison Erinnerungen an Shinji Kagawa wach – die Fußstapfen des WM-Teilnehmers allerdings sind noch zu groß für den erst 18-Jährigen, der mittlerweile vom japanischen Nationalspieler der Westfalen direkt profitieren kann. Kagawa ist zum BVB zurückgekehrt und Maruoka schaut ganz genau hin. (( Info:  Die Kolumne ist schon vor vier Wochen erschienen))

丸岡満を大きく変える貴重な10分間 弱冠18歳でのブンデスリーガデビュー
ダビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト
念願のブンデスリーガデビュー

丸岡満はまた、本当に大きな階段を登った。今後への期待は非常に大きい。たった10分間とはいえ、若き日本人選手はボルシア・ドルトムントの一員として、ブンデスリーガのフレッシュな空気を吸い込んだのだ。世界王者が戦うリーグでの、貴重な10分間だった。 weiterlesen…

Warum Mitsuru Maruoka von Kagawas Rückkehr zum BVB profitiert

Von David Nienhaus und Francois Duchateau

Die ganz große Bühne hat Mitsuru Maruoka vorerst wieder verlassen. Dabei war sein Auftritt vielversprechend. Elf Minuten durfte der junge Japaner Bundesliga-Luft mit Borussia Dortmund schnuppern, elf Minuten in der Liga der Weltmeister kicken. Beim Shinji-Duell zwischen dem Mainzer Okazaki und BVB-Rückkehrer Kagawa kam der erst 18-jährige Maruoka in der Schlussphase in die Partie und überzeugte. Für seine Passsicherheit und die tolle Zweikampfquote bei seinem Kurzauftritt entlockte der Mittelfeldspieler dem Meistertrainer Jürgen Klopp ein Sonderlob. „Ein kleiner Lichtblick“ sei der kleine Dribbler bei der 0:2-Niederlage des Champions-League-Teilnehmers gewesen, Maruoka ist „ein großes Talent“.

Aber von vorne: Dieses Talent machten die Scouts des BVB wieder bei Cerezo Osaka ausfindig, dem Stammverein von Shinji Kagawa. Eine erfolgsversprechende Verbindung, lässt man die Karriere des japanischen Nationalspielers Revue passieren. So weit ist Maruako noch nicht. Im Januar dieses Jahres wechselte der 1,73-Meter große Spieler nach Deutschland, sollte zunächst in der A-Jugend der Westfalen aufgebaut werden – wobei die Junioren-Bundesliga schon für ihr hohes taktisches Niveau, aber auch für die Geschwindigkeit steht. Bei der U23-Mannschaft in der  3. Liga durfte Maruoka gleich auch an seiner körperlichen Robustheit arbeiten.

Maruoka bei Instagram mit den Profis des BVB.
Maruoka bei Instagram mit den Profis des BVB.

„Die Integration fiel ihm nicht wirklich schwer“, weiß Stefan Doering vom Fußball-Portal Goal.com. Maruako sei schnell zu einer festen Größe in der A-Jugend geworden und „dominierte dort einige Spiele mit seiner Präsenz“, so Doering. Auch die Umstellung auf die U23 klappte auf Anhieb. Auf insgesamt 13 Partien kam der Japaner in der Rückrunde der vergangenen Saison und konnte überzeugen. Der Lohn für seine Arbeit folgte schon in diesem Sommer; wenn auch mit ein bisschen Glück: Ende Juli durfte der Japaner mit den Profis ins Trainingslager in die Schweiz reisen. In Bad Ragaz fehlten die deutschen Weltmeister und WM-Fahrer – Maruoka und vier weitere Nachwuchskicker durften sich in der Saisonvorbereitung unter Top-Bedingungen präsentieren.

Seinen ersten großen Auftritt hatte Maruoka allerdings wieder im Unterbau der Dortmunder. Gegen Jahn Regensburg spielte der Japaner bärenstark und war bester Mann auf dem Platz. Die Verletzungsmiesere des BVB kam dem 18-Jährigen zu Gute. Beim ersten Bundesliga-Spiel in dieser Saison stand er im Profikader der Borussia, auch gegen Stuttgart und im Revierderby auf Schalke saß Maruoka auf der Bank. Die Minuten gegen Mainz machten ihn in Fußball-Deutschland bekannt. „Ist das Kagawa?“ – eine Frage, die nicht selten gestellt wird.

Mit dem japanischen Helden versteht sich Maruoka blendend. Sein Idol ist der ehemalige Spieler von Manchester United aber nicht. Maruka bewundert Hotaru Yamaguchi. „Von den Spielern, die ich in meinem Umfeld bisher erlebt habe, würde ich ihn als mein Vorbild nennen“, so der Japaner. „Er ist aggressiv, rennt viel, und macht auch als defensiver Mittelfeldspieler Tore.“ Seine Spielweise habe er in den letzten drei Jahren im Fernsehen und im Stadion verfolgt. So spielen zu können, das sei sein Ziel. Doerings Einschätzung klingt vielversprechend für den BVB: „Im offensiven Mittelfeld kann er auf allen Positionen spielen. Sowohl recht, links als auch in der Mitte. Klopp sieht ihn aber auch als Sechser oder Achter“, erklärt der Journalist und ergänzt: Maruoka sei dribbelstark, schnell, wendig und lernfähig. Auch sein sicheres Passspiel und die Laufbereitschaft überzeugten die Trainer bisher. Er selbst beschreibt sich gerne als ein Spieler, der in den Raum vorstößt. „Meine Stärken sehe ich in meiner Ausdauer, und dass ich mich nur schwer abschütteln lasse. Das sind, glaube ich, auch die Dinge, die Borussia Dortmund an mit geschätzt hat, als sie sich für meine Verpflichtung entschieden.“

Auch Kevin Großkreutz schätzt den kleinen Japaner und kümmert sich fast schon rührend um den Jung-Profi, der für anderthalb Jahre ausgeliehen wurde. Warum aber verschwindet der Youngster nun wieder aus dem Profibereich? Die Antwort ist einfach. Dortmund hatte zu Saisonbeginn eine Verletztenliste, die locker von hier bis ins Land der aufgehenden Sonne reichen könnte: Nuri Sahin, Ilkay Gündogan, Marco Reus, Oliver Kirch und Jakub Blaszczykowski fehlten der Borussia – um nur fünf namhafte Kicker zu nennen. Klopp  reagierte und füllte den Kader in den Trainingseinheiten und auch bei einigen Bundesliga-Begegnungen mit talentierten Nachwuchsspielern auf – Marian  Sarr, Joseph-Claude Gyau und eben Maruoka rückten in den Fokus und durften sich auf dem Trainingsgelände in Dortmund-Brackel mit den Profis messen.

Maruoka und Gōtoku Sakai vom VfB Stuttgart.
Maruoka und Gōtoku Sakai vom VfB Stuttgart.

Maruokas Karriereplan beim BVB ist klar: Die Trainingseinheiten bei den Profis sind schönes Beiwerk, aber der Youngster will  sich in der U23 in den Fokus des Meistertrainers spielen, sich dort nach und nach für höhere Aufgaben empfehlen und dann seinen Traum zu leben. „Für das erste Jahr lautet mein Ziel: Spiele für die Profimannschaft zu machen und gute Leistung zu zeigen“, so der ehrgeizige Jungprofi. „Es wäre ein Traum, wenn ich vor den 80.000 Fans in Dortmund ein Tor schießen könnte und sich die Fußballwelt meinen Namen merkt“, sagt Maruoka.

Kein ganz unrealistischer Traum, weiß auch Malte Dürr, Redakteur bei schwatzgelb.de, einem der größten Internetmagazin über Borussia Dortmund. Dürr schreibt für das Fanzine über die Jugendmannschaften und die  Amateure und kann sich gut an den ersten Auftritt Maruokas erinnern.  Ein Tag nach dessen 18. Geburtstag habe er ein Testspiel für den BVB bestritten. Sein erster Auftritt in Dortmund. Erinnerungen an Shinji Kagawa wurden wach bei den Westfalen. Maruoka als zweiter Kagawa? Das war eine kleine Bürde für den kleinen Japaner. „Er hat auf jeden Fall Potenzial“, so Dürr, aber er habe auch noch ein paar Jahre Zeit, sich zu entwickeln.

In der aktuellen Situation von Borussia Dortmund ist das keine leichte Aufgabe. Maruoka spielt derzeit bei drei Mannschaft des BVB: in der A-Jungend, bei der U23 und eben ab und an als Trainingsgast bei den Profis. Automatismen zu lernen, sich in einer Mannschaft einzufinden, um wirklich eingespielt zu sein, sei so kaum möglich. Ein Problem, für das der Japaner aber nichts kann.

„Vielleicht hat man ihm keinen großen Gefallen getan, ihn zu den Profis hochzuziehen“, überlegt Dürr. So ein junger Spieler müsse den Rückschritt von den Profis zur U23 oder gar A-Jungend erstmal mental verarbeiten. Beim ehrgeizigen Japaner aber glaubt Dürr an gesunde Selbsteinschätzung. „Japaner haben eine andere Mentalität und eine andere Einstellung dazu.

Maruoka wohnt im Jugendhaus des BVB direkt am Trainingszentrum in Brackel. Von dort kann er sich die Übungseinheiten der Profis angucken, weiter an seinen Sprachkenntnissen und mit gesundem Abstand an seinem Ziel arbeiten.  Die Stars der Borussia sind nach der letzten Länderspielpause nach und nach zurückgekehrt, um Maruoka ist es auch deshalb etwas ruhiger geworden – sicherlich auch, weil Shinji Kagawa wieder schwarzgelb trägt. Der japanische Nationalspieler steht im Fokus der Fans und der Presse, Vergleiche zwischen dem Youngster und dem Ex-United-Spieler werden nicht mehr gezogen.

Genau das hilf Maruoka, um die nächsten Schritte zu gehen. Kagawa und der BVB werden ihn dabei unterstützen.

Weitere SportsNavi-Kolumnen:

Über die Autoren Francois Duchateau und David Nienhaus:

ダ ビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト フランソワ・デュシャト 1986年生まれ。世界最大級のサッカーサイト「Goal.com」でドイツ語版の編集長を務め、13年からドイツで有数の発行部数を誇る「WAZ」紙の サイト(http://www.derwesten.de/)でドイツ西部のサッカークラブを担当する。過去には音楽の取材もしていた。ツイッターアカウ ントは@Duchateau。自身のサイトはwww.francoisduchateau.net。 ダビド・ニーンハウス 1978年生まれ。20年以上にわたり、ルール地方のサッカークラブに焦点を当て、ブンデスリーガの取材を続ける。09年からは「WAZ」紙のサイト (http://www.derwesten.de/)で記者を務める。ツイッターアカウントは@ruhrpoet。自身のサイトはwww.david- nienhaus.de

(Auf der nächsten Seite gibt es die englische Übersetzung …)

Flattr this!

Kommentar verfassen