Yuya Osako vom 1.FC Köln

DasSportWort goes Japan – Yuya Osako in Köln auf Okuderas Spuren

Für den Japanischen Verlag Kanzen habe ich vor ein paar Wochen mit Jörg Jakobs vom 1. FC Köln gesprochen. Wir redeten über Yuya Osako, das enttäuschende Abschneiden der Japaner bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien und über Scouting in Fernost. Der Kadermanager der Domstädter war angetan von Osako und der Arbeitseinstellung der Japaner. Ein paar Zitate Jakobs‘ konnte ich auch für die 35. Kolumne für sportsnavi nutzen. In der haben Kollege Kollege Francois Duchateau  und ich uns mit Osako befasst.

ケルン大迫勇也に期待される奥寺級の活躍 新戦力トップの評価で指揮官の信頼を得る
ダビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト
欧州でも有数のファンを持つ

ケルンの街から、国際色が失われたことはない。ライン川に面するこの国際都市は、欧州で2番目の高さを誇るその歴史的な大聖堂を愛している。旅人と同様に、ここで暮らすことを愛する人々も引きつけられる大聖堂である。weiterlesen…

Okuderas Erbe – Der 1. FC Köln will mit Osako hoch hinaus
Von David Nienhaus und Francois Duchateau

An Weltflair hat es der Stadt Köln noch nie gefehlt. Die Metropole am Rhein liebt seinen Dom, so wie die Touristen, die zu dieser besonderen Kathedrale pilgern, ihn bestaunen und millionenfach knipsen. Es ist die zweithöchste Kirche des Kontinents und Bestandteil des Logos, dass die Spieler des 1. FC Köln über ihren  Herzen tragen.  Der „Effzeh“ ist an anderes Aushängeschild der Stadt. Köln steht hinter seinem Klub, dabei wandelt der seit Jahrzehnten zwischen Realität und falschen Hoffnungen, die glorreichen Zeiten, als der Verein mit dem Geißbock im Wappen um Titel gespielt hat, sind längt vergilbt. Internationalen Flair allerdings strahlt der FC immer noch aus. Die Fans gehören zu den besten Europas, das Stadion ist modern und war Austragungsort bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Selbst in der zweiten Liga kamen über regelmäßig  40.000 Zuschauer ins Stadion, um die Geißböcke spielen zu sehen. Passend zum internationalen Flair der Stadt, kommen die Spieler aus allen Ecken des Planten.

Die neue Kolumne bei Sportsnavi - Yuya Osako startet beim 1. FC Köln durch
Die neue Kolumne bei Sportsnavi – Yuya Osako startet beim 1. FC Köln durch

Einer von ihnen ist Yuya Osak. Der Neuzugang vom TSV 1860 München aus der zweiten Liga ist der Botschafter des 1. FC Köln in Japan und tritt dabei in die großen Fußstapfen Yasuhiko Okuderas. Der Mittelfeldspieler war der erste Japaner im deutschen Fußball und erlebte den 1970ern die bis heute letzte Meisterschaft der Rheinländer. Der legendären Trainer Hennes Weisweiler setze auf den Flügelspielers aus Fernost und feierte mit ihm den Pokalsieg, ein Jahr später spielten sich die Kölner sogar bis ins Halbfinale der Landesmeisterpokals – der heutigen Champions League. An diese Zeiten würde man nur allzu gerne wieder anknüpfen in der Domstadt, doch die Realität hat längst Einzug erhalten und nach Jahren zwischen erster und zweiter Bundesliga geht man Rhein nun den Weg der behutsamen Entwicklung. Trainer Peter Stöger und Sportdirektor Jörg Schmatdke sollen den Klub Schritt für Schritt im deutschen Oberhaus etablieren, stabilisieren und langsam aber sicher wieder in höhere Sphären der Liga führen. Nach drei Spieltagen in der Fußball-Bundesliga ist der Effzeh noch ungeschlagen. Doch man weiß die Situation einzuschätzen.

Behutsam muss man in diesen Tagen auch mit Osako umgehen. Wenn die japanische Nationalmannschaft ruft, reisen dessen Spieler um die ganze Welt, um mit Stolz das Landestrikot zu tragen. So wie der FC-Stürmer, der noch vor wenigen Tagen gegen Uruguay und Venezuela spielen musste. Nein, Okudera hatte solche Probleme in der damaligen Zeit nicht. Der Exot war zwischen 1972 und 1987 selbstverständlich auch Nationalspieler seines Landes, allerdings kam der Mittelfeldspieler in 15 Jahren nur auf 47 Partien für die „Samurai Blue“.  Osako kommt wahrscheinlich in nur zwei, drei Jahren auf diese Zahl. Genau das ist die Krux, mit der auch der 1. FC Köln in diesen Tagen klarkommen muss. In der Domstadt weiß man um diesen Spagat, den der Klub und Osako leisten muss.

Japan-Power in der Bundesliga. Eine Story in der neuen App "Mit Picke."
Japan-Power in der Bundesliga. Eine Story in der neuen App „Mit Picke.“

Auch deshalb verzichtete Coach Stöger am vergangenen Wochenende darauf, den Angreifer in Paderborn von Beginn an aufs Feld zu schicken. Hatte Osako in den ersten zwei Spielen gegen den Hamburger SV und beim VfB Stuttgart überzeugt und den ehemaligen Nationalspieler, derzeit verletzten Patrick Helmes ordentlich vertreten. Helmes hat großes Verletzungspech und fehlt den Kölnern regelmäßig; auch deshalb wollte die Verantwortlichen des FC eine zusätzliche Alternative im Angriff.

Coach Stöger ist sehr zufrieden mit Osako, weiß Journalist Michael Krämer, der für den Kölner Stadtanzeiger über den Bundesligisten schreiben.  „Osako ist ein ruhiger Typ, der in Japan ein Star ist und der ehrgeizig wirkt, sich diesen Status auch hier zu erarbeiten“, fasst Krämer zusammen.

„Im Gegensatz zu Nagasawa ist Osako eher ein introvertierter Typ“, erzählt Alexander Haubrichs, Journalist beim Express in Köln. Kazuki Nagasawa ist der zweite Japaner der das Trikot des Effzeh trägt. Der Offensivmann kam vor anderthalb Jahren direkt von der Highschool zum damaligen Zweitligisten und startet zur Überraschung aller ziemlich schnell durch. Das erhoffen sich die Verantwortlichen des Fußballklubs auch von Osaka. „Dank eines umtriebigen Dolmetschers, Nagasawas Hilfe und dem letztlich doch geglückten Start darf man guter Dinge sein, dass er sich schnell integriert“, so Haubrichs. Dass er null Englisch spreche, mache die Sache allerdings nicht einfacher. Doch Osako lerne fleißig.

Yuya Osako im Trikot von Yusuke Tasaka - nach dem Spiel des VfL bei 1860 München. Foto: David Nienhaus
Yuya Osako im Trikot von Yusuke Tasaka – nach dem Spiel des VfL bei 1860 München. Foto: David Nienhaus

Hapert es sprachlich noch, so bringt Osako seine Stärken immerhin schon auf den Platz. Der groß gewachsene, fast schon schlaksige Angreifer hat einen präzisen Abschluss, ist nervenstark vor dem Tor und „überzeugte aber auch als Spielmacher“, weiß Krämer und Haubrichs ergänzt: „Insgesamt wirkt er schnell, technisch versiert, torgefährlich.“ Attribute, die Stöger für seinen Sturm gut gebrauchen kann. „ Wir haben bewusst andere Spieler ausgesucht“, sagt Stöger über seine unterschiedlichen Typen in der Abteilung Attacke. Man habe „mehrere Optionen“ und könne sich „auf die Gegner individuell einstellen“, erklärt Kölns Kader-Manager Jörg Jakobs und skizziert seine Offensivleute: „ All unsere Angreifer sind unterschiedliche Spielertypen: Osako ist beispielsweise eher der Stürmer, der mal entgegenkommt, der als Zielspieler fungieren kann und auch mal Bälle verteilt.“  Simon Zoller hingegen suche wegen seines Tempos oft den Weg in die Tiefe. Und Anthony Ujah sei der spielende Stürmer.

„Spielt er seine Stärken aus, wird er auch weiter spielen“, glaubt Haubrichs über Osako. „Immerhin hat er das Rennen gegen Topeinkauf Simon Zoller vorerst für sich entschieden – allerdings auch, weil er neben Ujah mehr der spielende Stürmer ist, den Stöger für sein System braucht.“ Flexibilität ist dem Österreichischen Trainer wichtig, das spielt dem 1,82 Meter-Japaner in die Karten. „Speziell bei den japanischen Spielern ist es mit Sicherheit die Ballbehandlung und die ausgeprägte technische Veranlagung, vor allem in der Verbindung mit Tempo“ erklärt Jakobs die Vorzüge der Spieler aus Fernost. „Sie haben von der Mentalität her eine sehr hohe Leistungsbereitschaft und auch die absolute Bereitschaft, sich in eine Gruppe einzufügen.“ Das sei im Mannschaftssport mit Gruppendynamik und Teamgeist sehr wichtig.

„ Im Training zeigt er teilweise schon irre Sachen“, beobachtet Haubrichs: „Er findet Lösungen in ganz engen Situationen – das ist eine Qualität, die beim FC sonst nur Daniel Halfar hat.“ Das Zeug, sich durchzusetzen, attestiert der Redakteur dem Japaner und sieht grundsätzlich noch einen Vorteil auf ganz anderer Ebene: „Dass der FC auch wirtschaftlich nach Japan blickt und da nächsten Sommer hin will, dürfte ihm im Zweifel einen Bonus bescheren“, so der Express-Journalist über den Sohn eines Baseballers und einer Volleyballerin.

Osako muss sich noch ein an die Handlungsschnelligkeit in der Bundesliga gewöhnen, das braucht noch etwas Zeit; dann aber, da sind sich die Experten und auch die Verantwortlichen des Klubs einig, hat der 24-Jährige das Zeug, in die großen Fußstapfen von  Yasuhiko Okudera zu treten. Dass der Effzeh mit dem Erben Okuderas wieder ganz oben in der Bundesliga eingreifen kann, ist unwahrscheinlich. Dazu haben andere Klubs wie Rekordmeister Bayern München, Shinji Kagawas alter und neuer Klub Borussia Dortmund und beispielsweise der FC Schalke 04 mit Atsuto Uchido einen zu großen wirtschaftlichen wie sportlichen Vorsprung. Das internationale Flair bringt Osako wieder zum Verein mit dem Geißbock. Und Träumen ist in Köln immer erlaubt.

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Über die Autoren Francois Duchateau und David Nienhaus:

ダ ビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト フランソワ・デュシャト 1986年生まれ。世界最大級のサッカーサイト「Goal.com」でドイツ語版の編集長を務め、13年からドイツで有数の発行部数を誇る「WAZ」紙の サイト(http://www.derwesten.de/)でドイツ西部のサッカークラブを担当する。過去には音楽の取材もしていた。ツイッターアカウ ントは@Duchateau。自身のサイトはwww.francoisduchateau.net。 ダビド・ニーンハウス 1978年生まれ。20年以上にわたり、ルール地方のサッカークラブに焦点を当て、ブンデスリーガの取材を続ける。09年からは「WAZ」紙のサイト (http://www.derwesten.de/)で記者を務める。ツイッターアカウントは@ruhrpoet。自身のサイトはwww.david- nienhaus.de

(Auf der nächsten Seite gibt es die englische Übersetzung …)

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