DasSportWort goes Japan – Yamada will über den KSC ins Nationalteam

Jens Todt hat sein Netzwerk spielen lassen. Der Manager vom Karlsruher SC hat vor der Saison den japanischen Nationalspieler Hiroki Yamada in den Wildpark gelockt und damit seinen Ruf als „Japan-Experten“ erneut untermauert. In der 33. Kolumne für sportsnavi habe ich mich mit Yamda und dem KSC befasst. Kollege Francois Duchateau hat übersetzt. (Foto: Karlsruher SC)

山田大記がW杯王者の国へと渡った理由 獲得喜ぶカールスルーエで早くも得た信頼  ダビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト

120年の伝統あるカールスルーエ

このプレシーズンにカールスルーエSCが山田大記を獲得するまで少し時間を費やしたが、それだけの価値があることだった。現在ブンデスリーガ2部で戦うこのクラブにとって初めて迎える日本人選手(※)は、すぐにチームの助けとなることだろう。チームへの溶け込みは何の問題もなく進み、初出場は期待を抱かせるに十分なものだった。weiterlesen…

Karlsruhe will mit Yamadas Hilfe an erfolgreiche Zeiten anknüpfen

Der Transfer von Hiroki Yamada zum Karlsruher SC zog sich in der Saisonvorbereitung etwas hin; das Warten aber lohnte sich. Der erste Japaner in der Vereinsgeschichte des deutschen Fußball-Zweitligisten wird dem Klub sofort weiterhelfen (( in einem Forum wird diskutiert, ob Yamada wirklich der erste Japaner beim KSC ist. Genaugenommen ist es der zweite. Aber Yuichiro Nagai kam nur in der Regionalliga Süd zum Einsatz)). Die Integration gelingt spielerisch, die ersten Auftritte vielversprechend. Sportsnavi beleuchtet den Transfer Yamadas ins Land des Weltmeisters.

Von David Nienhaus

Die neue Kolumne bei Sportsnavi - KSC und Hiroki Yamada
Die neue Kolumne bei Sportsnavi – KSC und Hiroki Yamada

In großen, weißen Buchstaben prangt „Mehr als ein Verein“ auf der himmelblauen Leinwand im vollbesetzten Karlsruher Konzerthaus. Es gibt Grund zu feiern, auch wenn die Schrift etwas gebrochen daher kommt. Der Karlsruher SC begeht seinen 120. Geburtstag, die Typo ist wohl bewusst gewählt und steht für die Geschichte des Vereins, der irgendwie auch ein Stück „Wiederauferstehung“ feiert.  Seit dem Gründungsjahr 1894 hat der KSC mit seinen Vorgängervereinen „Spuren in der deutschen Fußballgeschichte hinterlassen“, hört man Präsident Ingo Wellenreuther nicht ganz ohne Stolz sagen. Der Klub sei „einer der großen Traditionsvereine im deutschen Fußball“, blickt aber auf keine ganz leichte Zeit zurück.

Als Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga im Jahr 1963 entwickelte sich der KSC als „Fahrstuhlmannschaft“ Liga. Erst unter Trainer Winfried Schäfer schipperte Karlsruhe in konstantes Fahrwasser. Der KSC setzte sich im oberen Drittel der Tabelle fest und erreichte 1993 sogar den UEFA-Cup. Die Spiele gegen den FC Valencia gelten bis heute als Höhepunkt der jüngeren Vereinsgeschichte. Auf elf Jahre Bundesligazugehörigkeit und weitere Teilnahmen am Europapokal folgte der Absturz in die Regionalliga, die drohende Insolvenz und erst wieder eine Dekade von Auf- und Abstiegen. Mit dem Motto „120 Jahre KSC – kämpfen, leiden, siegen“ hat der Klub den Festakt übertitelt; es beschreibe „die lange und bewegte Geschichte des Vereins treffend“, erklärt Wellenreuther.

Jens Todt, Sportdirektor beim Zweitligisten, hat in Japan viel zu erzählen, wenn er von seinem Verein erzählt. Der Karlsruher SC hat sich stabilisiert in der zweiten Fußball-Bundesliga, war in der vergangenen Saison das als Aufsteiger das Überraschungsteam möchte in diesem Jahr die Leistung bestätigen. Hiroki Yamada soll dabei eine tragende Rolle spielen. „Ich kenne Hiroki schon einige Jahre und habe ihn auf meinen Reisen nach Japan mehrfach live in Spielen beobachten können“, erklärt Todt im exklusiven Interview mit sportsnavi. Er wollte Yamada eigentlich auch schon zum VfL Bochum holen, „allerdings ist es an der zu hohen Ablösesumme gescheitert.“  Jetzt habe es die Chance gegeben, den Spieler „zu machbaren Konditionen für den KSC“  zu bekommen und die habe der Verein genutzt. Auch wenn es nicht einfach war, den Spieler von Júbilo Iwata loszueisen.

Genau so einen variablen Offensivspieler habe er noch gesucht, freut sich der Manager über den Neuzugang, der sich offenbar schnell in Deutschland zurecht findet. Und das ohne eine zusätzliche Integrationshilfe. „In der Vorbereitung des Transfers hatten wir uns um einen Dolmetscher gekümmert, der jeden Tag in der Kabine, bei jeder Trainingseinheit und auch bei den Spielen dabei  sein ist, und ihn eigentlich rund um die Uhr betreuen sollte“, erklärt Todt und ergänzt: „Das war hinfällig, als Hiroki dann bei uns war. Er versteht alle taktischen Anweisungen, sitzt wie jeder andere Spieler ganz normal in der Kabine und hört zu, seine Kommandos bekommt er auf Englisch und auch die Mitspieler übersetzen für ihn.“  Die Integration ging rasend schnell und Yamada habe vom ersten Tag an mit der Mannschaft kommuniziert. Das sei so erfreulich wie unerwartet.

Yamada hab seinen ersten Tweet beim KSC gleich auf Deutsch abgesetzt, zeigt sich die freie Autorin Sandra Walzer begeistert. „Ein Beleg der Wertschätzung“, so Walzer. „Das Bild, dass wir Westler vom ‚freundlichen Japaner‘ haben, wurde bestätigt. Yamada ist sehr aufgeschlossen, sehr umgänglich und zuvorkommend. Er versteht sich gut mit dem Südkoreaner Jung-Bin Park, aber auch Mittelfeldspieler Cominic Peitz und Keeper Dirk Orlishausen bemühen sich um ihn. Reinhold „Ray“ Yabo  sei der „Chef-Übersetzer“ für den Offensivspieler, ein weiterer Indiz, dass es auch in der Mannschaft passe.

„Bemerkenswert“, findet Carolin Reisenauer, Leiterin der Sportredaktion ka-news.de., dass sich „Yamada hat in der kurzen Vorbereitungsphase einen Stammplatz erspielt und Enrico Valentini überholt hat. Auch Selcuk Alibaz muss sich hinter dem Japaner anstellen“ und das, obwohl er so spät zur Mannschaft gestoßen war. „Er ist charakterlich einbandfrei und hat vom ersten Tag Gas gegeben“, so Todt. Der 25-Jährige sei  „total beidfüßig, technisch gut und hat ein sehr gutes Auge für das Spiel und seine Mitspieler. Er ist torgefährlich und ein guter Vorbereiter, hat Erstligaerfahrung“ und schon sei schon mit jungen Jahren Kapitän in Japan gewesen. „Wir sind froh, dass wir ihn haben“, freut sich der ehemalige Fußball-Profi.

„Yamada ist ganz sicher eine Verstärkung“, weiß auch der freie Journalist, Buchautor und KSC-Experte Peter Putzing. Der Japaner sei schnell, technisch beschlagen und ballsicher und habe seinen Platz in der Startelf sicher. Yamadas Premiere in der zweithöchsten Liga Deutschlands gegen Union Berlin bewertete Putzing mit einem Wort: „Mittelmäßig“. Gegen den FSV Frankfurt war er dann „fast gut“, so der Journalist, der unter anderem für das Fußball-Fachmagazin „kicker“ schreibt. Putzing und auch der Japaner wissen: „Hier ist das Tempo während des Spiels höher als in Japan. Und: Es wird hier härter gespielt“, sagte Yamada nach seinen ersten Auftritten im neuen Umfeld.

„Wird der Ball schnell nach vorne getragen, verschleppt Yamada häufiger das Tempo und spielt lieber den Sicherheitspass nach hinten“, hat Reisenauer beobachtet. Dazu lasse er sich gerne in die Mitte treiben, wohl die Lieblingsposition Yamadas. „Allerdings stehen sich dort dann drei Karlsruher im Weg“, ergänzt die Redakteurin, die noch deutliche Steigerungsmöglichkeiten beim Neuzugang sieht. „Bedenkt man die kurze Vorbereitungszeit, die Yamada mit dem KSC hatte, ist eine Leistungssteigerung in den nächsten Wochen zu erwarten – noch ist man in einer Phase der Saison, in der man dem Japaner diese Zeit geben kann“, so Reisenauer.

Hiroki Yamada will wieder für die Blue Samurai spielen und sich über den KSC in Europa empfehlen
Hiroki Yamada will wieder für die Blue Samurai spielen und sich über den KSC empfehlen.

„Die 2. Fußball-Bundesliga ist eine physisch sehr stark geprägte Liga“, weiß Jens Todt, der Yamada diese Zeit einräumt. „Bislang war er gewöhnt, dass viele Dinge spielerisch gelöst werden; hier geht es auch mal rustikal zur Sache. Das ist sicherlich ein kleiner Anpassungsprozess. Aber er macht das gut und da mache ich mir keine Sorgen“, sagt der Manager, der vom Japaner aber auch erwartet, dass er seinen Stil beibehält. „Er soll das, was ihn ausmacht, das technisch feine Spiel, das gute Auge und die Schnelligkeit, pflegen und bei uns einbringen.“ Die Anpassung an das physisch höhere Niveau werde schnell passieren.

Mit dem Schritt nach Europa erhofft sich der Japaner eine neue Chance in der Nationalmannschaft. „Hiroki hat 2013 zwei Länderspiele für die Blue Samurai bestritten und er hat natürlich gehofft, in Brasilien dabei zu sein“, berichtet Todt. „Er hat es letztlich nicht in den WM-Kader geschafft und das ist sicherlich auch einer der Gründe, warum er unbedingt nach Europa wollte.“ Die Nationalmannschaft stehe mit einem neuen Trainer vor einem Umbruch, die Enttäuschung nach dem Turnier in Südamerika sei eine riesengroße Enttäuschung für das Land gewesen.  Im Land des Weltmeisters will Yamada nun ein bisschen vom WM-Titel profitieren.

Ausgesucht dafür hat sich Hiroki Yamada den Karlsruher SC, „einen liebenswerten Verein, der im Aufwind, der wieder ein ernst zu nehmender Zweitligist geworden ist.“ Und vielleicht ist der KSC dann bald wieder mehr als ein Zweitligist – mit der Hilfe Yamadas.

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Über die Autoren Francois Duchateau und David Nienhaus:

ダ ビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト フランソワ・デュシャト 1986年生まれ。世界最大級のサッカーサイト「Goal.com」でドイツ語版の編集長を務め、13年からドイツで有数の発行部数を誇る「WAZ」紙の サイト(http://www.derwesten.de/)でドイツ西部のサッカークラブを担当する。過去には音楽の取材もしていた。ツイッターアカウ ントは@Duchateau。自身のサイトはwww.francoisduchateau.net。 ダビド・ニーンハウス 1978年生まれ。20年以上にわたり、ルール地方のサッカークラブに焦点を当て、ブンデスリーガの取材を続ける。09年からは「WAZ」紙のサイト (http://www.derwesten.de/)で記者を務める。ツイッターアカウントは@ruhrpoet。自身のサイトはwww.david- nienhaus.de

(Auf der nächsten Seite gibt es die englische Übersetzung …)

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