Trauer um Werner Hofmann vom VfL Bochum

Mach’s gut Leibchen-Werner – Glück auf!

Es ist eine Ewigkeit her, da habe ich meine ersten journalistischen Gehversuche auf der Bundesliga-Bühne gemacht. 18 Jahre müssen es wohl sein. So lange, dass ich mich nicht mal mehr an die genaue Spielpaarung erinnere. Es war beim VfL Bochum, so viel ist sicher, und es gab eine Person, die mich an die Hand nahm, um mir den richtigen Weg zu zeigen.

Nein, das ist keine Metapher, sondern wörtlich zu nehmen. Werner packte an, führte mich durch das alte Ruhrstadion anne Castroper und zeigte mir, wo ich mich künftig bewegen werde. Ich kannte bis dahin nur die Ostkurve. Die kannte ich gut. Presseräume, Kabinengänge oder gar der heilige Rasen waren Neuland für mich. Ich war nicht schüchtern; zurückhaltend, ja, aber an meiner Seite war dieser kleine, rüstige Rentner mit diesem verschmitzten Lächeln.  Werner Hofmann – in Bochum und in der Bundesliga besser bekannt als Leibchen Werner. An seiner Seite: Gerda. Sein Mädchen. Um die kümmerte sich Werner ein Leben lang. Ein süßes Paar. Inspiration für alle Ehewankelmütigen. Und der Grund, warum ich mich jedes zweite Wochenende besonders gefreut habe, ins Stadion zu gehen.

Mit der Zeit kam die Routine. Die Erfahrung. Und andere Jobs. Beim VfL kamen und gingen Spieler, Trainer, Manager, Vorstände und sogar Präsidenten (( später Aufsichtsratsvorsitzende)) – nur einer bleib: Werner. Er blieb natürlich auch nach einem Spiel immer länger – so lange, bis alle Leibchen der Fotografen und Fernsehteams wieder fein säuberlich nach Farben sortiert an der mobilen Garderobe hingen. Keine Zeit, im Presseraum ein Moritz Fiege zu holen – das brachte ich ihm immer runter. Und bekam dafür ein Lächeln. Warm. Ehrlich.

Das Lachen verlor er erst, als sein Mädchen von ihm ging. Werner war nicht mehr Werner. Der Verlust traf ihn hart. Natürlich war er an Spieltagen gut aufgelegt mit seinem Ruhrgebietscharm,  aber die Lockerheit war weg. Leider. Wir telefonierten. Er trauerte.  Der VfL gab ihm Halt. Ein Hobby, eine Leidenschaft. Werner war der VfL – ein Teil des viel beschriebenen familiären Klubs. Nach dem letzten Saisonspiel gegen Karlsruhe fragte ich ihn noch, ob wir uns im August wiedersehen.

Doch jetzt ist er bei seiner Gerda. Am Samstag verstarb Werner Hofmann mit 83 Jahren. Ein Bochumer Junge ist von uns gegangen. Ein toller Mensch. Ein alter Freund.

Mach’s gut, Werner. Ich werde dich nie vergessen. Danke für alles. Und grüß‘ dein Mädchen von mir.

 Der Nachruf vom VfL Bochum

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