"Go Spurs" die Stadt San Antonio ist Stolz auf ihr Team. Foto: David Nienhaus

NBATrip – Tag 3: Champions-League-Sipel bei Hooters. Echt.

„Texas ist doppelt so groß wie Deutschland“, erzählt uns der Taxifahrer in Dallas auf dem Weg zum Airport. Oder war des der Hotelboy? Oder einer meiner Kollegen? Ich weiß es nicht mehr. Zu viel passiert um mich herum. Aber die Aussage steht für sich. Weil Texas eben so groß ist, fliegen wir am Dienstag von Dallas nach San Antonio – mit dem Auto hätten wir vier Stunden gebraucht. Und diese Zeit soll doch wohl nicht vom Shopping verloren gehen. Oder gar vom Fußball gucken. Ja! Fußball gucken. Auf den unzähligen Sportsendern in der USA wird tatsächlich auch Champions League gezeigt.

Da trifft es sich, dass für den Tag keine Termine mit den Dallas Mavericks oder heimischen Spurs anberaumt sind. „Day off“, nennt das der Amerikaner. Bestimmt auch der Taxifahrer. Das Hotel in San Antonio empfängt uns mit laufender Klimaanlage und gefühlten 15 Grad (draußen ist es sicherlich 20 Grad wärmer) und Swimmingpool. Klingt das etwa nach Urlaub? Nein, es ist Stress.

Ein Sprung ins warme Nass, dann duschen und mit Kollege Ahmet Subasi in die Mall. Wir nennen ihn seitdem nur noch „Mr. Shopping“. Ich habe immerhin eine US-amerikanischen Prepaidcard von t-mobil gefunden, die sollte noch später in diesem Trip wichtig werden. Zwischendurch, im freien Wifi: Mein alter Volo-Kollege Jean-Luc Mette meldet Bedarf an und fragt bei Facebook an, ob wir uns treffen können. Wie es der Zufall will, arbeitet und wohnt er mittlerweile in San Antonio. Wie klein die Welt doch ist. Wir verabreden uns für das Spiel der Golden State Warriors am Abend bei den Los Angeles Clippers, ein Spiel, was medial vor allem wegen Donald Sterling für die Nation interessant ist. In einer Sportsbar.

Dahin sollte es auch am frühen Mittag gehen. Zeit für die Königsklasse. Kaiserwetter. Sonne, 35 Grad und… eine Hooters-Bar. Wir haben ehrlich nichts anderes gefunden auf die Schnelle. Und hey, die Mädels überlegten nur kurz verwundert, bevor sie zwei Flatscreens auf das Spiel der Bayern gegen Real Madrid schalteten. Oder sollte ich sagen: auf die Demontage? Selbst die zwei Amis raunten kurz, als die Madrillenen das 3:0 machten. Sie haben Fußball verstanden. Und 3:0 im Baseball ist ja auch schon ein gutes Ergebnis.

Ein Basketballspiel allerdings endet nie 3:0. Nie. Vor dem NBA-Game trudelte Herr Mette am Marriot ein. Ein kurzer Trip in die größte Mall San Antonios – ja, ich brauchte auch noch eine Kleinigkeit – gefolgt von einer kurzen Suburb-Führung im Auto war das Vorprogramm für den Abend, bevor wir zu viert eine richtige Sportsbar fanden. Mit Wimpeln an der Decke, Leuchtreklame an der Wand und eingerahmten Football-Trikots mit verblassten Unterschriften. Und Bier und Pizza. The american way of life. Allerdings blieben wir nicht bis zum Ende der Partie, auch typisch amerikanisch – sondern gingen geschafft zurück ins Hotel. Anstrengend so ein day off.

Ach ja, gebloggt habe ich auch noch.

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