Vier Seiten in der USA today über den Fall "Donald Sterling".

Mit aller Macht gegen Rassismus – NBA setzt Zeichen

Es konnte nur diese eine Entscheidung geben. Als Adam Silver am Dienstag vor die Presse trat und sich zum Fall „Donald Sterling“ äußerte, setzte der NBA-Commissioner nicht nur genau das richtige und einzig mögliche Zeichen, sondern zeigte als neuer Chef der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA Stärke. Ein Kommentar. 

Donald Sterling, der Besitzer der Los Angeles Clippers, wird nach seinen rassistischen Äußerungen lebenslang in der NBA gesperrt und soll gezwungen werden, seinen Klub an einen anderen Owner zu verkaufen. „Ich werde mit aller Macht sicher stellen, dass das passieren wird“, sagte Silver. Die zusätzlichen 2,5 Millionen Doller (Maximal-)Strafe für den Milliardär sind nur symbolisch zu werten. Viel wichtiger für die NBA und die US-amerikanische Gesellschaft aber ist die Sperre des 80-Jährigen und die Null-Toleranz-Grenze im Rassismus-Skandal.

Die Basketball-Fans in den USA atmen auf. Jede andere Konsequenz des neuen NBA-Bosses hätte katastrophale Auswirkungen auf den Sport gehabt. Die „spannendsten Playoffs seitdem ich in der NBA bin“ (Dirk Nowitzki) haben unter dem Sterling-Fall gelitten; Ergebnisse und sportliche Leistungen wurden zum Randaspekt, während das ganze Land über die nicht tolerierbaren Aussagen des Clippers-Owners diskutierten. Das Thema Alltagsrassismus füllt bis heute die Zeitungen und läuft auf unzähligen TV-Sendern rauf und runter.

Eine Was-wäre-wenn-Diskussion ist zum Glück nicht nötig. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch spielten die Clippers gegen die Golden State Warriors (( zu meinem Ärger als Anhänger der DubNation gewannen die Clippers)) und auch alle anderen Partien in den Playoffs wurden ausgetragen. Hätte Silver nicht so hart durchgegriffen, die Spieler hätten die Matches boykottiert. Das teilte Roger Mason Jr, Vize-Präsident der Spielervereinigung, am Mittwoch mit.

Zwei Fragen allerdings bleiben offen. Wer könnte der neue Klub-Besitzer der Los Angeles Clippers werde? Magic Johnson bot sich schon am Montag an. Viele weitere Namen werden momentan diskutiert. Und, das ist vielleicht die wichtigere Frage, warum hat David Stern, Vorgänger Adam Silvers als NBA-Chef, in seiner Amtszeit nicht schon viel früher reagiert. Sterling fiel in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach durch rassistische Äußerungen aus, eine fällige Bestrafung aber bleib aus.

Adam Silver bewies mit seinem Handeln das Format eines starken Anführers der NBA. „Von diesem Tag an ist Adam Silver nicht mehr nur der Commissioner der Klub-Besitzer, sondern auch der Commissioner aller Spieler“, lobte Ex-NBA-Star Kevin Johnson die Entscheidung gegen Sterling. In den sozialen Medien wurde Silver von Spieler, Schauspielern und Musikern gelobt. Zurecht.

8https://twitter.com/derekfisher/status/461256560833216512

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