Shinji Okazaki vom FSV Mainz 05 ist auf dem Weg, der beste Japaner der Bundesliga zu werden. Foto: David Nienhaus

DasSportWort goes Japan – Aal macht Mainzer Okazaki zum Tor-Monster

Ausgerechnet in Dortmund. An der alten Wirkungsstätte von Shinji Kagawa erzielt Shinji Okazaki seine Saisontreffer zwölf und 13 und stellt damit den Rekord von seinem Landsmann ein. Der Stürmer des FSV Mainz 05 mausert sich zum legitimen Nachfolger Kagawas und ist sogar auf dem Weg, der beste Japaner der Fußball-Bundesliga zu werden. Das verdankt der 27-Jährige der klugen Entscheidung, vom VfB Stuttgart zu den Rheinhessen und damit zu Trainer Thomas Tuchel zu wechseln. Der Erfolgscoach der 05er hatte schon früh die Stärken des Stürmers erkannt und der dankt es mit Toren. In der 26. Kolumne für sportsnavi decken Kollege Francois Duchateau und ich noch ein weiteres Geheimnis des Tor-Monsters auf.

 マインツ岡崎慎司を成功へと導いた要因 ドイツで最も輝く日本人FWへの変化

ダビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト

ゴール量産の秘密は「ウナギ」!?

来たりて彼は、彼の地を目にし、そしてゴールを残した――。岡崎慎司は、自らのゴールでマインツをヨーロッパのカップ戦出場へと導こうとしている。ついに、その日本代表ストライカーのゴールの秘訣が解き明かされた。岡崎は、非常にスペシャルな“成功のレシピ”を持っている。マインツの郊外にあるレストランに、まさにそのレシピはある。「ウナギを食べると、得点でき るんです」と、岡崎はゴールの秘密を明かす。しかもゴールを奪う時には、1点で止まらず2点決めることもある。マインツのオフィスでは、よくこんな冗談が 飛び交う。「まだここにいたのか、何をしているんだ!? 早くウナギを食べに行くんだ!」 weiterlesen…

Tormonster Okazaki auf dem Weg der beste Bundesliga-Japaner aller Zeiten zu werden

von David Nienhaus und Francois Duchateau

Mainz-Trainer Thomas Tuchel hat Okazakis Stärken erkannt und der Japaner zahlt es den 05ern mit Toren zurück.
Mainz-Trainer Thomas Tuchel hat Okazakis Stärken erkannt und der Japaner zahlt es den 05ern mit Toren zurück.

Er kam, sah und traf. Jetzt ist das Torgeheimnis von Shinji Okazaki ist entschlüsselt. Der japanische Stürmer, der mit seinen Treffern den FSV Mainz 05 in Richtung Europa schießt, hat ein ganz besonderes Erfolgsrezept; ein Rezept, dass das Restaurant Miyagi in Wallauf, 20 Kilometer vor den Toren von Mainz, auftischt. „Wenn ich Aal esse, dann treffe ich“, verrät Okazaki seinen Tor-Trick. Und meistens trifft er dann sogar doppelt. Auf der Geschäftsstelle des Bundesligisten scherzt man deshalb nicht selten: Was machst du noch hier? Fahr‘ zu Küchenchef Ko Miyagi und iss Aal!

Zur Winterpause kürte SportsNavi Okazaki zum besten Japaner der laufenden Bundesligasaison; elf Saisontore hatte der 27-Jährige vor dem Bundesliga-Match gegen den BVB auf seinem Konto, gegen die Mannschaft von Jürgen Klopp gelang ihm der nächste Doppelpack – sein bereits fünfter in Deutschland! Mit der Marke von 13-Saisontreffern holt Okazaki am Wochenende Namensvetter Shinji Kagawa ein. Der ehemalige Offensivallrounder von Borussia Dortmund traf in seiner bestens Saison 13 Mal für den BVB.

Doch am Samstag konnten die BVB-Fans nicht über Treffer eines Shinjis jubeln. Am Ende mussten sich die “Nullfünfer” mit 2:4 geschlagen geben. Bei beiden Mainz-Treffern durfte sich Okazaki über Dortmunder Mithilfe bedanken: Hummels fälschte seinen ersten Treffer ab, Nuri Sahin legte ihm bei Tor zwei den Ball vor die Füße.

„Es ist schade, dass wir trotz meiner beiden Tore verloren haben”, sagte der Japaner nach Spielende. “Das trübt natürlich meine Freude darüber, dass ich jetzt mit meinem 13. Saisontor den japanischen Bundesliga-Rekord von Shinji Kagawa eingestellt habe. Ich werde jetzt versuchen, auch in den restlichen Spielen noch zu treffen. Dann werden wir hoffentlich wieder gewinnen – und ich habe dann den Rekord für mich alleine.“

Aber auch, wenn Okazaki nicht trifft, ist er unangefochtener Stammspieler unter Trainer Thomas Tuchel. Nur einmal ließ der junge Coach seinen Angreifer auf der Bank schmoren, eigentlich ist der nimmermüde Angreifer wegen seines Fleißes, seiner Laufbereitschaft und seinen Engagement kaum zu ersetzen. Dabei punktet Okazaki nicht etwa durch Torvorbereitungen, sondern dadurch, dass er Lücken für seine offensiven Mitspieler reißt. „Shinji kann alles, außer vorbereiten“, weiß der 05-Trainer, der die Stärken seines Musterschülers genau kennt. Die Stärken des Japaners hatte Tuchel schon zu Okazakis Zeit beim VfB Stuttgart ausgemacht. Bei den Schwaben sollte der ehemalige Spieler von Shimizu S-Pulse mit seiner Schnelligkeit auf den Außenbahnen Dampf machen und seine Mitspieler in Szene setzen. Eine Fehleinschätzung der Fähigkeiten. Schon in der Saisonvorbereitung bot Tuchel Okazaki in der Sturmspitze auf. Erfolgreich. „Je näher du auf dem Platz an Tor stehst, desto wahrscheinlicher ist es, dass du auch eins machst“, lacht der Japaner, der sich nicht nur auf der Position unglaublich wohl fühlt, sondern in Mainz generell. Das Gesamtpaket stimme, erzählt er.

Im Spiel gegen Borussia Dortmund traf Shinij Okazaki vom FSV Mainz 05 doppelt.
Im Spiel gegen Borussia Dortmund traf Shinij Okazaki vom FSV Mainz 05 doppelt.

Das gilt für beide Seiten. Okazaki wechselte zu dieser Saison für 1,5 Millionen Euro vom VfB zu den Rheinhessen – eine Investition, die sich längst ausgezahlt hat. Denn nicht nur die Tore und die wahrscheinliche Qualifikation für die Europa League ist ein messbarer Erfolgswert für den FSV, sondern auch der Hype in der Stadt am Rhein. Im Fanshop werden die wichtigsten Artikel nun auch auf japanisch ausgewiesen. In Japan sucht der Klub nach Kooperationen mit Sportartikel-Shops, um auch dort Mainz-Trikots zu verkaufen. Eine japanische Vereins-Website, der japanische Facebook-Auftritt und ein japanischen Twitteraccount gehören mittlerweile zu den wichtigsten Kanälen der 05er, die mit einem Reiseunternehmen zusammen arbeiten, der Touren in die Coface-Arena anbietet; außerdem bildet der FSV gerade eine junge Dame aus, die Stadionführungen auf japanisch machen wird.

„Die Zahl der Trainingskiebitze ist um ein Drittel gestiegen“, erzählt ein Insider im Gespräch mit SportsNavi. Der Deal mit den asiatischen Spielern – neben Okasaki spielen auch die Südkoreaner Ja-Cheol Koo und Joo-Ho Park für die Rheingauer – habe sich nicht nur sportliche gelohnt, sondern sei auch eine Erweiterung der Fan-Base. „Das ist eh schon ein ganz bunter Haufen und jetzt kommen noch mehr Menschen aus anderen Ländern dazu, die das Mainz-05-Feeling mittragen.“ Natürlich ist auch in der Presseabteilung der Hype spürbar. Dort wird fleißig Japanisch gepaukt, ein Drittel der Anfragen komme mittlerweile aus Fernost. Tendenz steigend.

Okazaki ist auf dem Weg, zum besten Japaner in der Bundesligageschichte zu werden. Nur noch dreiTreffer fehlen dem Stürmer, um Yasuhiko Okudera abzulösen, der zwischen 1977 und 1986 insgesamt 26 Tore für für den 1. FC Köln und Werder Bremen im deutschen Oberhaus geschossen hat. „Wenn man als Stürmer viele Tore schießt, wird man von allen gut bewertet. Die Rekorde wären ein Traum“, verrät der Profi im Magazin „Sport Bild“. Aber warum funktioniert Okazaki in Mainz so gut? Hat es nur mit der taktischen Umstellung zu tun?

Nein, verrät man SportsNavi: Der Japaner fühle sich in Mainz mit seiner Familie pudelwohl, er lerne deutsch, verstehe fast alles, nur interviewsicher sei er noch nicht. Okazaki sei in der Mannschaft sehr gut integriert, in einem Kader, der enorm viel außerhalb des Trainingsplatzes unternimmt. Außerdem trainiert mit Takashi Yamashita ein alter Highschool-Freund die U11 des FSV. Beide Japaner sind junge Väter von kleinen Kindern und unternehmen gemeinsam viele Familiensachen. Die Familie ist Okazakis Ruhepol und Kraftspender. Im Stadionmagazin der Mainzer erzählte der 27-Jährige, er wäre gerne Kindergärtner geworden, wenn er es nicht Fußball-Profi geschafft hätte. Zuhause spielt er mit seinen Kindern verstecken und er muss das Monster geben – auf dem Platz aber ist Okazaki das Tor-Monster.

Ein Verdienst des Trainers. „Herr Tuchel übt viel Druck auf mich aus, das ist genau richtig. Man hat immer das Gefühl, sich anstrengen zu müssen“, erzählt der Angreifer der „Sport Bild“. Der Coach fordere viel von seinem Wunschstürmer; Okazaki braucht die Herausforderungen – Kritik sei der Ansporn, der ihn besser mache. Kritik und der Aal von Ko Miyagi.

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Über die Autoren Francois Duchateau und David Nienhaus:

ダ ビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト フランソワ・デュシャト 1986年生まれ。世界最大級のサッカーサイト「Goal.com」でドイツ語版の編集長を務め、13年からドイツで有数の発行部数を誇る「WAZ」紙の サイト(http://www.derwesten.de/)でドイツ西部のサッカークラブを担当する。過去には音楽の取材もしていた。ツイッターアカウ ントは@Duchateau。自身のサイトはwww.francoisduchateau.net。 ダビド・ニーンハウス 1978年生まれ。20年以上にわたり、ルール地方のサッカークラブに焦点を当て、ブンデスリーガの取材を続ける。09年からは「WAZ」紙のサイト (http://www.derwesten.de/)で記者を務める。ツイッターアカウントは@ruhrpoet。自身のサイトはwww.david- nienhaus.de

Die Kolumne über Okazaki auf Englisch – auf der nächsten Seite

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