Gladbach verspielt erneut Sieg – ter Stegen patzt in Braunschweig

So langsam gehen Lucien Favre und Max Eberl die Erklärungen aus. Borussia Mönchengladbach hat 2014 den schlechtesten Rückrundenstart in der Vereinsgeschichte hingelegt und kann auch beim Tabellenschlusslicht Eintracht Braunschweig nicht gewinnen. Die Verantwortlichen der Rheinländer erinnern zwar immer wieder daran, dass die deutsche Eliteliga ausgeglichen ist, als Dritter der Hinrunde aber, seien die Erwartungshaltungen um die Borussia enorm gestiegen. Eberl sah in Niedersachsen eine „gute Auswärtsleistung in der zweiten Halbzeit“ und ärgerte sich über die Fans der Eintracht, die Torwart Marc-André ter Stegen nach seinem Patzer mit höhnischem Applaus bedachten.

Für DerWesten habe ich von der Partie berichtet.

Ter-Stegen-Patzer kostet Gladbach den Sieg in Braunschweig
Borussia Mönchengladbach sucht in der Fußball-Bundesliga weiter nach dem Erfolgserlebnis. Auch beim Tabellenletzten Eintracht Braunschweig konnten die Fohlenelf mit dem 1:1-Unentschieden nicht gewinnen. Damit ist er besiegelt – der schlechteste Rückrundenstart der Vereinsgeschichte. weiterlesen…

Eberl kritisiert Braunschweig-Fans – Krach zwischen ter Stegen und Daems
„Wie ein Häufchen Elend“ saß Gladbachs Torwart Marc-André ter Stegen in der Kabine der Borussia. Sein Patzer kostet Mönchengladbach den Sieg in Braunschweig. Manager Eberl mahnt und erinnert an den Fall Robert Enke. weiterlesen…

Den Reflex von Max Eberl, Robert Enke ins Spiel zu bringen, fand ich unnötig und falsch. Deshalb habe ich einen Kommentar dazu geschrieben.

Eberl voreilig mit Enke-Vergleich nach ter-Stegen-Patzer
Max Eberl war sauer. Sauer auf die Fans von Eintracht Braunschweig, die Gladbachs Torwart Marc-André ter Stegen mit Häme feierten. Natürlich ist das kein Fairplay, ein Vergleich mit Robert Enke aber nicht angebracht. Ein Kommentar weiterlesen…

Zu dem Kommentar erreichte mich am Montag folgende Mail von der Robert-Enke-Stiftung:

Sehr geehrter Herr Nienhaus,

diese Form der Kontaktaufnahme ist sicherlich etwas ungewöhnlich, jedoch haben wir in der Kürze der Zeit keine anderen Kontaktdaten von Ihnen in Erfahrung bringen können.

Gerne nehme ich jedoch Bezug auf Ihren Kommentar „Eberl voreilig mit Enke-Vergleich nach ter-Stegen-Patzer“ hinsichtlich der Äußerungen des Sportdirektors von Borussia Mönchengladbach.

Diesbezüglich sind wir Ihnen als Robert-Enke-Stiftung, auch im Namen unserer Vorstandsvorsitzenden Teresa Enke, sehr dankbar für die revidierenden Worte, welche Sie zu den divergenten Ereignissen um Robert Enke sowie André ter-Stegen gewählt haben. Wie Sie richtigerweise herausstellen, litt Robert Enke unter einer ernsthaften Erkrankung, die nicht mit einem zwar ärgerlichen und vielleicht auch vermeidbaren Fehler gleichgesetzt werden sollte. Die im Sport handelnden Personen (Spieler, Vereinsverantwortliche, Fans oder auch Medien) dürfen nicht den Fehler begehen, überzogene oder gar falsche Schlüsse aus dem Tod Robert Enkes zu ziehen, beispielsweise jene Annahme, erst die Schmähungen von Fans oder der immer wieder zitierte „Druck“ für Fußballspieler wie für Schiedsrichter hätten Robert in die Depressionen gestürzt. Woher Depressionen kommen, wie sie entstehen, ist trotz aller medizinischen Fortschritte noch immer nicht abschließend erforscht. Der Fußball an sich, die Gemeinschaft in der Kabine und die Freude am Training hat Robert prinzipiell sehr viel Halt gegeben.

Vor diesem beschriebenen Hintergrund freuen wir uns sehr darüber, dass Sie sich diesem Thema ein Stück weit angenommen haben.

Ich wünsche Ihnen für die nahe Zukunft alles Gute und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jan Baßler
(Geschäftsführer)

Das Eintracht-Stadion in Braunschweig bei der Bundesliga-Partie zwischen dem TSV und Borussia Mönchengladbach. Foto: David Nienhaus
Das Eintracht-Stadion in Braunschweig bei der Bundesliga-Partie zwischen dem TSV und Borussia Mönchengladbach. Foto: David Nienhaus

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