DasSportWort goes Japan: Der 2013er Jahrgang des FC Bayern München

Mehr geht nicht. Auch wenn der VfL Bochum wahrscheinlich die Klub-Weltmeisterschaft gewonnen hätte (( Zitat vom Kollegen Andreas Ernst)), der FC Bayern München krönt in Marrakesch sein Erfolgsjahr 2013 und feiert mit der Mannschafts-Weltmeisterschaft den fünften Titel in einem Jahr. Dieser sporthistorische Triumphpfad blieb natürlich auch in Japan nicht unbeachtet, und so wünschte sich die Chefredaktion von Sports Navi von yahoo.jp eine Weihnachts-Kolumne über das Erfolgsgeheimnis des Triple-Siegers und den Handschrift von Star-Coach Pep Guardiola. Zusammen mit meinem Kollegen Francois Duchateau und unserem japanischen Journalistenfreund Takashi Sugiyama habe ich kurz und knapp ein paar Zeilen über den amtierenden und wohl auch kommenden Deutschen Meister verfasst.

バイエルンが魅せた世界最高チームの証 クラブW杯を制しCL連覇へ突き進む
ダビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト – 2013年5つ目のトロフィーを掲げる

多くの人が分かっていたことだが、先週土曜の夜になり、ようやく公に認められることとなった。バイエルン・ミュンヘンは、世界最高のサッカーチームである。weiterlesen…

FC Bayern München krönt Jahr der Superlative – Deutscher Meister beste Mannschaft der Welt

Von David Nienhaus und Francois Duchateau

Marrakesch. Viele wussten es schon vorher, doch seit Samstagabend ist es offiziell ausgetragen: Der FC Bayern München ist die beste Fußballmannschaft der Welt. Nach dem Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und der Champions League sowie dem europäischen Supercup sicherten sich der Rekordtitelträger als erstes deutsches Team die Vereins-Weltmeisterschaft und durften damit die sage und schreibe fünfte Trophäe im Jahr 2013 in Empfang nehmen. Kapitän Philipp Lahm streckte den güldenen Pokal in den marokkanischen Abendhimmel, Dante postete Fotos mit dem gewonnenen Cup bei Instagram und Jerome Boateng twitterte: “We are the best Team in the World 2013 Congratulation to the Team i Love my Team”.

Überraschend war beim Finale der FIFA Klub-WM nicht der 2:0-Erfolg im Finale, sondern der Gegner Raja Casablanca, der das favorisierte Atletic Mineiro im Halbfinale hinter sich ließ. Doch Dante und Thiago hatten keine Mühe mit den “local heroes”, die zwar mit Feuer und Leidenschaft zu Werke gingen, gegen die internationale Klasse der Europäer keine Stiche setzen konnten.

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Auch wenn die Bayern nun Klub-Weltmeister auf den Briefkopf packen können, so hat der Pokal international einen höheren Stellenwert als in Deutschland. 6,55 Millionen Zuschauer verfolgten das Halbfinale zwischen Guangzhou Evergrande FC und dem FCB in Deutschland. In China war die Zahl exorbitant höher – über 100 Millionen, heißt es. Auch wenn der Weltpokal sportlich gesehen eher Beiwerk ist, so ist die Klub-WM vor allem kommerziell ein Fest für die Bayern; Europa ist dem den Münchenern längst nicht genug. “Ein Sieg in Marokko ist für den FC Bayern ein weiterer Schritt auf dem langen Weg hin zur globalen Marke”, sagt André Bühler, Direktor des Instituts für Sportmarketing dem deutschen “Handesblatt”.

Dass Pep Guardiola den Weltpokaltitel nicht an die große Glocke hängt, hat auch mit der Tatsache zu tun, dass ebenso wie beim UEFA Super Cup Vorgängerkollege Jupp Heynckes durch seine Titel in der Vorsaison überhaupt erst den Grundstein legte, um diese “super-super” Trophäen in den Nachwehen des überragenden Spieljahres 2012/13 ernten zu können. Für Guardiola fühlen sich diese Titel nicht wie seine an. Es sind Jupps Titel, und beide hat er ihm gewidmet.

Beobachter haben jedoch längst erkannt, welchen Anteil Guardiola am derzeitigen Lauf der Bayern hat. Auch wenn der FCB sein letztes Gruppenspiel der Champions League gegen Manchester City verlor, als sie schon durch waren, so hat der frischgebackene Coach der Münchener das Starensemble noch einmal weiterentwickelt. Nach Jupps Titeltriumph soll Guardiola eine Münchener Ära prägen und in Deutschland ist man überrascht über die Tatsache, wie schnell und kratzerlos die Bayern bereits die Philosophie des katalanischen Philosophen umsetzen, die zu Sommer doch deutlichere Veränderungen mit sich zog, als zunächst angenommen.

Sinnbild des derzeitigen Bayern Laufes ist Nationalmannschafts- und Bayern-Kapitän Lahm. Von Guardiola überraschend regelmäßig im defensiven Mittelfeld aufgeboten, präsentiert er auch dort Leistung auf Weltklasse. Guardiola fordert und fördert Spielintelligenz. Egal in welcher Besetzung, der Bayern-Express ist ständig in Bewegung dominiert den Gegner mit flinkem Kombintationsfußball und erdrückendem Ballbesitz. Die Bayern wirken jetzt schon kompletter, als der FC Barcelona unter seiner Regie. Nur acht Gegentore in der Bundesliga sprechen eine deutliche Sprache. Niemand bezweifelt, dass die Bayern erneut in der Liga vornewegmarschieren werden. Bereits jetzt haben sie sieben Punkte Vorsprung auf Bayern Leverkusen und zwöf auf Champions-Leauge-Finalisten Borussia Dortmund. Dabei hatte sich der BVB doch zum Saisonziel gesetzt, nicht noch einmal 25 Punkte hinter den Münchenern ins Ziel zu kommen. Rechnet man die Tabelle auf die Saison hoch, ist ein ähnlicher Abstand wahrscheinlich.

Die Frage ist nicht so sehr, wer sie in der Bundesliga derzeit stoppen soll, sondern in Europa. Die Niederlage gegen City hat die Bayern nicht aus dem Konzept gebracht, aber die Sinne geschärft. Es sei eine Niederlage zur rechten Zeit gewesen, mahnte Bayern-Legende und Kaiser Franz Beckenbauer. Denn trotz enormer Qualität, Selbstbewusstsein und der “Mia san Mia”-Mentalität: Nur mit allerhöchster Aufmerksamkeit können sie international erneut dominieren – und vielleicht als erste Mannschaft überhaupt den Titel in der Königsklasse verteidigen.

Der Titelverteidiger muss allerdings dafür einen anderen dicken Brocken von der Insel aus dem Weg räumen. Im schweizerischen Nyon wurde dem Tabellenführer der Bundesliga der Spitzenreiter der Premier League zugelost. Der FC Arsenal fordert die Bayern mit den Deutschen Mesut Özil, Per Mertesacker, Ex-Münchener Lukas Podolski und Serge  Gnabry. In der Gruppenphase belegten die Gunners hinter dem BVB den zweiten Rang. Das Los „kann man nicht ändern“ sagte der FCB-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. Die Champions League sei “kein Wunschkonzert.“

Obwohl die Londoner in England endlich wieder das Maß aller Dinge sind, gehen die Bayern trotzdem als unbestrittener Favorit ins Achtelfinale der europäischen Eliteklasse. Nicht, weil sie Klub-Weltmeister sind, sondern weil der FC Bayern unter Guardiola stärker denn je ist. Das Jahr 2014 soll das mit ähnlich vielen Titeln wie in diesem Jahr unterstreichen.

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