DasSportWort goes Japan: Hajime Hosogai – Herthas neues Herzstück

Die Kolumne über Hajime Hosogai bei sportsnavi von Yahoo.jp. Screenshot
Die Kolumne über Hajime Hosogai bei sportsnavi von Yahoo.jp. Screenshot

Nach einem Drittel der Saison stehen in der Fußball-Bundesliga immer die ersten Zwischennoten für die Neuzugänge der Vereine an. Einer, der sich in fast allen Bereichen Bestnoten verdient, ist Hajime Hosogai von Hertha BSC. Sportdirektor Michael Preetz hatte von Coach Jos Luhukay die Aufgaben bekommen, den Japaner aus Leverkusen an die Spree zu lotsen, denn Hosogais ehemaliger und neuer Trainer weiß genau, was er mit dem defensiven Allroundtalent für einen Spieler bekommt. Über die „alte Dame“ will Hosogai nach Brasilien zur Weltmeisterschaft, im Gegensatz zu vielen andern Japanern in der Bundesliga, kommt der Klub für den 27-Jährigen aber an erster Stelle. Kollege Francois Duchateau und ich haben uns für die neuste Kolumne bei Sportsnavi auf Yahoo.jp mit dem Neu-Berliner befasst.

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Hosogai zieht in der Hauptstadt die Fäden
Schalkes Superstar Kevin-Prince Boateng war zurück in seiner Heimat, seinem Berlin. Nach zuletzt schwächeren Auftritten sollte der ehemalige Top-Spieler des AC Milan sein neues Team am elften Spieltag der Fußball-Bundesliga bei der „alten Dame“  wieder als Leitwolf zum Sieg führen. Doch Boateng bekam einen Wachhund an die Seite gestellt. Herthas Hajime Hosogai kümmerte sich in der Partie um den Ghanaer und hielt dessen Aktionsradius klein.

Für die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ war Boateng einer der schwächsten Schalker. Er habe „im rechten Mittelfeld nicht wirklich Bindung zum Spiel“ gehabt, schrieb die „WAZ“ – ein Erfolg von Hosogai. Auch wenn Berlin das Spiel gegen den Champions-League-Teilnehmer mit 0:2 verlor, der Japaner im Mittelfeld des Bundesligisten zeigte einmal mehr seine Qualität und rechtfertigte die hohen Erwartungen in ihm.

Bayers Hajime Hosogai war nach dem Spiel Gladbach gegen Leverkusen nicht zufrieden. Foto: David Nienhaus
Aus der vergangenen Saison: Bayers Hajime Hosogai war nach dem Spiel Gladbach gegen Leverkusen nicht zufrieden. Foto: David Nienhaus

Der Hauptstadtklub nahm als Aufsteiger vor dieser Saison nur für einen neuen Spieler Geld in Hand: Hosogai kam von Bayer 04 Leverkusen und Hertha investierte einen Betrag von einer Million Euro in den Japaner. Alle anderen Neuzugänge kamen ablösefrei. Keine Bürde für den 27-Jährigen, für den Berlin seine dritte Profistation in Deutschland ist. „Ich habe mich in Berlin sehr gut eingelebt“, erzählt „Hatschi“, wie er in Deutschland gerufen wird. Alle im Verein würden sich sehr viel Mühe gegeben, „um mir die Eingewöhnung zu erleichtern“, so der Defensiv-Allrounder im exklusiven Gespräch mit Sportsnavi, auch wenn die Stadt sehr groß sei. An einen hält sich der Japaner besonders: Jos Luhukay, seinen Trainer. Schon in Augsburg arbeiten die beiden erfolgreich zusammen. Und obwohl Hosogai in Leverkusen in der Königsklasse hätte spielen können, entschied sich er sich für die Aufgabe beim Aufsteiger.

Zu Recht. Wäre Hosogai bei Bayer nur ein Ergänzungsspieler gewesen, bekommt er in Berlin das Vertrauen seines Coaches. „Hajime ist ein fantastischer Profi“, lobt ihn der Fußballlehrer der Hertha: „Er hat eine tolle Einstellung, sehr gutes Timing und ein gutes Auge beim Passspiel“, außerdem bringe er alle Eigenschaften mit, die in der Bundesliga wichtig seien: Tempo, Handlungsschnelligkeit und das Umschaltspiel. Hosogai kombiniert diese Attribute zu einem Komplettpaket. Auch die Journalisten in der Hauptstadt sehen den Japaner als laufstarken Spieler, der ein sehr gutes taktisches Verständnis und Stellungsspiel mitbringt. Auch wenn es „Captain Tsubasa“, wie ihn seine Mitspieler in Anlehnung an einen Manga-Helden rufen, etwas an körperlicher Robustheit fehlt, ist er dafür schnell und bissig. Schon im ersten Bundesligaspiel für seinen neuen Klub überzeugte er. Beim 6:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt war Hosogai als offensiver Teil der Doppelsechs der herausragende Spieler auf dem Platz und das Fußball-Fachmagazin „Kicker“ wollte den Mittelfeldspieler, der in dem Spiel den Siegtreffer vorbereitete, sogar noch in der Elf des Tages hervorgehoben wissen.

„Sportlich sind wir gut in die Bundesliga gestartet“, erinnert sich der 27-Jährige im exklusiven Interview mit Sportsnavi an die Partie. Diesen Traumstart könne die Hertha und er „aber seht gut einordnen und wir wissen worauf es ankommt. Wir müssen täglich weiter hart arbeiten und dürfen uns nicht auf den Leistungen ausruhen.“ Es folgten weitere gute Spiele, in denen Hosogai zwar nicht so herausragte, aber dennoch immer verlässlich seine Leistung abrief – nur beim 1:1-Unentschieden in Hannover erwischte er einen weniger guten Tag. Luhukay gesteht das seinem Zögling zu. Hosogai sei eins der wichtigsten Puzzelteile im Plan des Trainers, im defensiven Mittelfeld ist der Japaner gesetzt. „Mit seiner Wendigkeit ist er prädestiniert, Spezialaufgaben gegen kleine, dribbelstarke und passschnelle Mittelfeldspieler, meistens die Spielmacher, zu übernehmen“, erklärte der niederländische Coach vor der Saison. Und man denkt direkt an Boateng. Er könne aber mühelos in jede Rolle schlüpfen und „erfüllt immer seine Aufgaben. Hosogai verkörpert Herz und Leidenschaft“ – viel mehr Wertschätzung geht nicht. Auch deshalb habe Luhukay den Neuzugang vor der Saison persönlich im Hotel besucht und ihn quasi eigenhändig nach Berlin gebracht.

Die Kolumne über Hajime Hosogai bei sportsnavi von Yahoo.jp. Screenshot
Die Kolumne über Hajime Hosogai bei sportsnavi von Yahoo.jp. Screenshot

Auch der FC Augsburg, wo Hosogai als Leihspieler seine Spielpraxis für Leverkusen sammeln sollte, hätte ihn gern wieder  in den eigenen Reihen gehabt, musste ihn aber wieder zum Rhein ziehen lassen. Er war nicht finanzierbar für die Fuggerstädter. Zurück in Leverkusen spielte der Allrounder meist nur auf der linken oder rechten Außenverteidigerposition – wenn er überhaupt zum Einsatz kam. Hosogai machte seine Aufgabe gut, fiel aber nicht sonderlich auf. Auf der Doppelsechs bei Bayer tummelten sich so viele Hochkaräter, dass sich der Japaner zum Wechsel entschloss, zur Wiedervereinigung mit Luhukay. „Er ist bisher der Trainer, der am besten zu mir passt“, weiß Hosogai und es klingt nach einer Liebesbekundung wie in einer Ehe. Für vier Jahre hat der Japaner in der Hauptstadt Deutschlands unterschrieben, „Berlin ist eine tolle Stadt, sie bietet viele Möglichkeiten“, so Hosogai gegenüber Sportsnavi.

Und Fußballerisch? Ist „die alte Dame“ trotz der Niederlage gegen Schalke am vergangenen Wochenende auf einem sehr guten siebten Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga, die internationalen Ränge sind nur wenige Punkte entfernt. Die Zielsetzung des Berliner Sportclubs ist es nicht, sich für Europa zu qualifizieren, der Klassenverbleib steht an oberster Stelle. Dass Berlin aber wieder mit den besten Mannschaften Deutschlands mithalten kann, ist auch ein verdienst Hosogais. Da kann man Kevin-Prince Boateng nachfragen.

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ダビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト

フランソワ・デュシャト 1986年生まれ。世界最大級のサッカーサイト「Goal.com」でドイツ語版の編集長を務め、13年からドイツで有数の発行部数を誇る「WAZ」紙の サイト(http://www.derwesten.de/)でドイツ西部のサッカークラブを担当する。過去には音楽の取材もしていた。ツイッターアカウ ントは@Duchateau。自身のサイトはwww.francoisduchateau.net。 ダビド・ニーンハウス 1978年生まれ。20年以上にわたり、ルール地方のサッカークラブに焦点を当て、ブンデスリーガの取材を続ける。09年からは「WAZ」紙のサイト (http://www.derwesten.de/)で記者を務める。ツイッターアカウントは@ruhrpoet。自身のサイトはwww.david- nienhaus.de

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