DasSportWort goes Japan – Mainz-Neuling Shinji Okazaki trifft auf große Konkurrenz

Kolumne No. 10 - Shinji Okazaki beim FSV Mainz 05
Kolumne No. 10 – Shinji Okazaki beim FSV Mainz 05

„Bäumchen wechsel dich“ in der Fußball-Bundesliga. Auch der japanische Nationalspieler Shinji Okazaki wurde neu verpflanzt und soll nun beim FSV Mainz 05 neu aufblühen. Der Offensivmann kam zuletzt in Stuttgart beim VfB nur noch von der Bank und will nun einen Neuanfang starten. Doch was erwartet den Stürmer bei den Rheinhessen? Wie sind seine Chancen, den nach Schalke abgewanderten Adam Szalai zu ersetzen? Und wie groß ist die Konkurrenz bei den 05ern? Das haben Kollege Francois Duchataeu und ich in unserer aktuellsten Kolumne für SportsNavi in Japan zusammengefasst.

 躍進著しいマインツが岡崎に寄せる期待 熾烈を極める前線のポジション争い
ダビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト

小規模ながら、躍進が目覚ましいマインツ

コンフェデレーションズカップ(コンフェデ杯)を戦い終えた岡崎慎司が、7月14日にバケーションから戻る時には、彼の自宅はこれまでよりも215キロメートル北に位置する場所になり、違う州に入ることになる。新シーズンに向けてこの日本代表FWは、VfBシュツットガルトでの2年半を経て、FSVマインツ05に加わったのだ。岡崎が自身の新たなホームタウンについて本を開いたなら、見どころにはマインツの大聖堂やグーテンベルク博物館、ゾーネック城、コファス・アレーナの名を目にすることだろう。その最後に挙がった名前こそが、この27歳にとっての新しい“ホーム”となるのだ。weiterlesen…

Okazaki sollte in Mainz schnell Tuchels Sympathien erobern

Von David Nienhaus und Francois Duchateau

Wenn Shinji Okazaki am 14. Juli aus seinem Urlaub nach Deutschland zurückkehrt, wird seine Heimat 215 Kilometer nördlich sein und in einem anderen Bundesland liegen. Der japanische Nationalspieler hat sich zur neuen Saison dem FSV Mainz 05 angeschlossen und verlässt nach zweieinhalb Jahren den VfB Stuttgart. Sollte sich Okazaki mit den Highlights seiner neuen Stadt beschäftigt haben, ist er sicherlich auf die Sehenswürdigkeiten Mainzer Dom, Gutenberg-Museum, Burg Sooneck und die Coface Arena gestoßen. Letzteres wird für den 27-Jährigen seine neue sportliche Heimat.

Dabei mochte ein Wechsel von der Baden-Württembergischen Hauptstadt ins 400.000 Einwohner ärmere Mainz vor Jahren noch als Rückschritt gelten, heute müssen sich die “Nullfünfer” sportlich nicht mehr vor dem VfB aus der großen Industriestadt verstecken. Die Schwaben mögen als Pokalfinalist zwar kommende Saison in der Europa League spielen, doch im Kerngeschäft Bundesliga schnitten beide Vereine in den letzten drei Jahren ähnlich ab. Die 50. Bundesliga-Saison, die Jubiläums-Spielzeit 2012/13, beendeten beide als Tabellennachbarn – nur einen Punkt getrennt von einander.

Lange verband man Jürgen Klopp mit den Rheinland-Pfälzern – der heutige BVB-Coach brachte den Club erstmals ins Fußball-Oberhaus – doch seit dem Sommer 2009 ist Thomas Tuchel das Gesicht des Vereins. Der erst 39-Jährige Übungsleiter geht in seine fünfte Saison als Chefcoach am Bruchweg – und das ist keine Selbstverständlichkeit. Obwohl Trainer Jörn Andersen 2008/09 der Wiederaufstieg gelang, musste der Norweger kurz vor Bundesligastart seinen Spind räumen. Mainz ging das Risiko ein, mit dem A-Jugendtrainer Tuchel einem Neuling die Verantwortung zu überlassen, doch wurde für seinen Mut belohnt. In den vergangenen Jahren hat sich Tuchel als neumodischer Taktiker einen Namen in der höchsten deutschen Spielklasse gemacht – und die Vergleiche als Klopp-Klon sind längst verebbt. Trotz finanziell bescheidener Mittel konnte der emotionale Coach die 05er in der Bundesliga etabliert – und zwar mit hochmodernen, offensivem Fußball.

Die Erfolge in der jüngeren Vereinsgeschichte sind aber auch ein Werk von Manager Christian Heidel. Der gelernte Bankkaufmann zog einst von seinem unweit vom damaligen Mainzer Bruchwegstadion gelegenen Autohaus die Strippen des FSV. Ehrenamtlich übernahm der damals 29-Jährige die Arbeit als Vorstandsmitglied auf, kümmerte sich als Transferchef um den Aufbau eines Lizenzkaders. Damals wie heute sind die Rheinland-Pfälzer der „etwas andere Verein“ in der Bundesliga. Spielerverhandlungen und Journalistengespräche führte Heidel in seinem Büro im Autohaus – nicht in der wenig nach Profifußball anmutenden Containerlandschaft am Bruchweg. Das war 1992. Seitdem hat sich in Mainz fast alles verändert. Der Verein hat sich längst in der höchsten deutschen Spielklasse etabliert, Heidel, der Selfmade-Manager, tätigt längst Millionen-Transfers in der Karnevalshochburg – auch diese Saison wieder. Über den Status des kleinen Vereins, der Spieler groß macht, ist der FSV Mainz noch nicht hinausgekommen.

Auch deshalb ist es Trainer Tuchel gewohnt, jede Saison einen neuen Masterplan für seine Mannschaft zu schmieden. Vor allem in der Offensive: 2010 verließ Torgarant Aristide Bance den Verein, 2011 wechselte der deutsche Nationalspieler Andre Schürrle nach Leverkusen, 2012 verletzte sich Eric Maxim Choupo-Moting und nun legte der FC Schalke 04 die Summe der Ausstiegsklausel (8,5 Millionen Euro) für Adam Szalai auf den Tisch, der im vergangenen Spieljahr mit 13 Toren bester Mainzer Angreifer war. In Gelsenkirchen bekommt der einstige Reservestürmer von Real Madrid die Möglichkeit, Champions League zu spielen.  “Das darf man ihm auch nicht verdenken“, zeigt Tuchel Verständnis für den Wechsel von Ungarns Fußballer des Jahres 2012.

Noch ehe Szalais Abschied aus Mainz offiziell unter Dach und Fach gebracht wurde, kristallisierte sich in Heidels und Tuchels Suche nach seinem Nachfolger Shinji Okazaki als klarer Favorit heraus. Mainz bekam seinen Wunschspieler, der beim Confed Cup 2013 in drei Spielen zwei Tore erzielte und einen Treffer für die japanische Nationalmannschaft vorbereitete, für günstige 1,5 Millionen Euro. „Er ist ein Spieler mit Fähigkeiten, die für unsere Art Fußball zu spielen sehr wichtig sind“, freute sich Coach Tuchel über seinen neuen Angreifer: „Er spielt total mannschaftsdienlich, ist in der Offensive flexibel einsetzbar und dabei immer torgefährlich und abschlussstark.“

Obwohl Okazaki zusammen mit seinem Landsmann Gōtoku Sakai im DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern noch einmal für Schwung in der Schlussphase sorgte, war der 27-Jährige kein fester Stammspieler mehr bei den Schwaben. In 25 Ligaspielen wurde der vielseitige Offensivspieler, der meist auf den Außenbahnen eingesetzt wurde, 14 Mal eingewechselt. Getroffen hat er nur ein einziges Mal, einen Assist steuerte er nicht bei. Zahlen mit denen Trainer Bruno Labbadia Okazaki keine Startelf-Versprechungen machen konnte. Eine Verlängerung des 2014 auslaufenden Vertrages stand wegen der wackeligen Perspektive nicht zur Diskussion, also arbeitete der VfB an einem Transfer Okazakis mit.

In Mainz hat man sich rasch von dem Gedanken verabschiedet, Szalai eins-zu-eins ersetzen zu können. “Wir müssen unser Spiel auf andere Bahnen stellen und überlegen, wie wir die nächsten Spieler auf die nächste höhere Stufe führen. Dass wir das können, haben wir ja in den vergangenen Jahren oft genug bewiesen“, sagte Tuchel und liegt damit auf Kurs mit Vereins-Vordenker Heidel.

Gerade wegen seiner Körpergröße von 1,74m wird Shinji Okazaki, der die Trikotnummer 23 tragen wird – wie damals Shinji Kagawa bei Borussia Dortmund, wohl kaum die Szalai-Rolle im Sturmzentrum übernehmen können. Auch wenn der Japaner offensiv flexibel einsetzbar ist, so darf man bezweifeln, physisch den Anforderungen eines Mittelstürmers in der Bundesliga gewachsen zu sein. Diese Aufgabe wird höchstwahrscheinlich Neuzugang Sebastian Polter zuteil, der in den ersten Trainingseinheiten bereits einen fantastischen Eindruck hinterlassen hat. Der talentierte U21-Nationalelf-Stürmer wird mit seinen 1,92m die vorderste Anspielstation im Spiel der Mainzer sein. Es ist zu erwarten, dass Okazaki um ihn herum agieren wird.

Dort hätte eigentlich auch Ivan Klasnic spielen können, doch der kroatische Stürmer bekam keine neuen Arbeitspapiere bei den 05ern. In einem Interview mit dem Magazin „11 Freunde“ kritisierte Klasnic Mainz und insbesondere Trainer Tuchel. Der habe „seine Stammelf, der er vertraut und mit der er anders umgeht“, beklagte der geschasste Stürmer: „Er ist ein schwieriger Typ. Und mit dieser Meinung stehe ich definitiv nicht alleine da“, so der 33-Jährige. Tuchel habe „seine Lieblingsspieler, die sich gut angepasst haben“, karrt Klasinic nach.

Okazaki muss also möglichst schnell die Gunst seines Trainers gewinnen, denn die Konkurrenz im Offensivspiele bei Mainz ist groß. „Mit Sebastian Polter, Okazaki, Nicolai Müller und Shawn Parker hätten wir vier gesunde Stürmer im Kader“, so Tuchel. Am Samstag gab der FSV zudem die Verpflichtung von Fortuna Düsseldorfs Dani Schahin bekannt. „Mit ihm gewinnen wir ein weiteres sehr interessantes Profil für unseren Angriff“, erklärte der 05-Trainer. Außerdem soll Choupo-Moting nach zwei Knieoperationen wieder ins Aufbautraining einsteigen können.

Okazaki kehrt mit viel Selbstvertrauen vom Confederations Cup nach Deutschland zurück, traf in drei Vorrundenspielen zwei Mal und war damit einer der besten Spieler der „Samurai Blue“.  Nach einem kurzen Urlaub muss sich der 27-jährige Nationalspieler einem neuen, großen Konkurrenzkampf stellen. Überzeugt der Japaner seinen Trainer von seinen Qualitäten, hat er die große Chance, dass Tuchel ihn noch besser macht. Ansonsten hat Mainz wirklich schöne Ecken, die Okazaki entdecken kann.

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