Neuer Puppe neuer Negativ-Höhepunkt

Das ist die traurige Seite der Emotionen, die der Fußball schafft. An einer Brücke hängt eine Puppe im Torwarttrikot des FC Bayern. An einem Strick. Stranguliert. Ein unbekannter Schalke-Anhänger hat seinen Hass auf den gebürtigen Schalker Schlussmann Manuel Neuer, der vor der Saison seine Heimat verließ, um beim FC Bayern München anzuheuern, völlig geschmacklos zum Ausdruck gebracht. Es ist der traurige und unrühmliche Negativ-Höhepunkt der Rückkehr des Nationaltorwarts nach Gelsenkirchen.

Auch in der Arena bei dem Bundesliga-Spiel zwischen Schalke und Bayern mit dem neu-Münchener Neuer war der Empfang für den Keeper unter der Gürtellinie anzusiedeln. „Selbst Judas hatte mehr Ehre“, „Wir trauern um M. Neuer“, „Tausche Ehre gegen Geld“ und „Ulis Neuerste Hure“ war auf Plakaten im Stadion zu lesen – dieser Teil der Schalker Fan-Gemeinde entpuppte sich als Verlierer des Spieltages, sogar als Verlierer der noch so jungen Saison.

Das Niveau in deutschen Stadien sinkt – das hat der FC Schalke nicht für sich exklusiv.

Bleibt zu hoffen, dass das der Gipfel der Schmähung Manuel Neuer gegenüber war. Kaum auszudenken, wenn jemand aus Gelsenkirchen versuchen würde, diese peinliche Aktion noch toppen zu wollen. Auch die Fans haben eine Verantwortung in Fußball. So ein Hass zu projizieren, ist der Anfang vom Ende. Und am Ende des Tages registriert ein Spieler diese Beschimpfungen letztlich auch – und er kann noch so charakterlich gefestigt sein, ein bisschen was bleibt immer hängen.

Fußball-Deutschland, du hast so wenig gelernt aus 2009.

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