Kimiko Date-Krumm: Wie ein guter Wein in Wimbledon

„Warum spielst du nicht wieder, nur so zum Spaß?“, fragte der deutsche Rennfahrer Michael Krumm seine Frau Kimiko. Und die Japanerin nickte und schnürrte fortan wieder ihre Tennisschuhe. Nach zwölfjähriger Pause kehrte Kimiko Date-Krumm ins Profitennis zurück und gab vor zwei Jahren mit 39 ihr Comeback auf der Tour.

Nachdem sie vor fast genau einem Jahr für Furore in Paris sorgte – dort schlug die Japanerin bei den French Open die Weltranglistenneunte Dinara Safina in drei Sätzen und war damit die älteste Spielerin, die jemals eine Top-Ten-Spielerin auf der WTA Tour besiegte – begeisterte die „alte Dame“ am Mittwoch das Publikum auf dem heiligen Rasen des Centre Courts von Wimbledon.

Venus Williams, ihre Gegnerin, war gar nicht so begeistert. Im ersten Satz legte die Japanerin los wie die Feuerwehr, Williams – in eine modische Gardine eingewickelt – konnte gar nicht so schnell gucken, wie ihr die Returns und Bälle um die Ohren flogen. Mit so einem Auftritt der 40-Jährigen hatte die US-Amerikanerin nicht gerechnet. Leider versagten der Japanerin bei haushoher Führung im ersten Satz die Nerven – körperlich war sie mehr als ebenbürtig.

Es war ein Spektakel auf dem Centre Court, dass am Ende ohne Happy End für die Frau aus dem Land der aufgehenden Sonne blieb. Venus Williams hatte den längeren Atmen, stellte ihre vielen „unforced errors“ ab und feierte nach einer dramatischen Schlussphase  und nach dem entscheidenden Break zum 8:6 dann doch den Favoritinnensieg (6:7 (6), 6:3, 8:6).

Die Japanerin hatte ihren ersten Auftritt in London im Jahr 1989 – zu dem Zeitpunkt waren 36 Spielerinnen, die jetzt bei den 125. All England Championships angetreten sind, noch nicht mal geboren. Und nicht nur deshalb hat es Spaß gemacht, Date-Krumm zuzugucken Vor allem auch, weil sie immer ein Lächeln auf den Lippen hatte. Sie spielt wieder Tennis, „nur so zum Spaß.“

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