Jogi-Bär, der Capitano und das Pulverfass

Was sich anhört wie der Titel eines Pixi-Buchs, könnte sich noch zum großen Knall im heilen DFB-Kosmos entwickeln. Viel wurde schon geschrieben über die Dimission von Michael Ballack in der Nationalmannschaft. Bundestrainer Joachim Löw legt keinen Wert mehr auf den Ex-Capitano und wird ihn anscheinend nicht einmal berücksichtigen, wenn alle Sechser dieser Welt ausfallen würden – also alle, bis auf Ballack.

Auf der Fahrt zum Länderspiel nach Sinsheim habe ich mich mit meinem Kollegen Frank Lamers lange über die Personalie und die Strategie dahinter unterhalten und als zwei von 80 Millionen Bundestrainer Deutschlands (und zudem als Sportjournalisten), waren wir uns einig, dass das Thema „Jogi und Micha“ noch brisant werden könnte.

Jetzt kündigt Löw ein „zeitnahes“ Gespräch mit Ballack an – noch vor Beginn seines Urlaubs. Immerhin ein bisschen Wertschätzung für Balla. Der Ausgang des Gespräches ist wahrscheinlich eindeutig: Ballack wird seine Karriere in der Nationalmannschaft beenden (müssen). Und damit natürlich mehr Zeit haben, statt in Baku gegen Berti anzutreten, mal eben zu den NBA-Finals nach Miami zu jetten.

Aber ist diese Entscheidung dann endgültig? Und wie wird Ballack reagieren? sollte Ballack einem Rücktritt nicht zustimmen, und sich durch Leistung bei Bayer Leverkusen weiter für Deutschland anbieten wollen, wird der Bundestrainer das wohl akzeptieren – mit dem Hintergedanken, dass seine Doppelsechs zur EM gesetzt und fit ist. Löw sitzt in diesem Fall trotzdem auf einem Pulverfass – was ein sicheres Schloss der EM-Quali hat und zwei, drei Stahldeckel aus dem Material Khedira, Schweini, Kroos und Systemumstellung. Aber das Pulverfass ist noch nicht komplett entsichert. Man darf gespannt sein, wie lang eine eventuelle Zündschnur ist.

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