Peter Neururer disqualifiziert sich selbst

Man stelle sich vor, der Trainerjob an der Castroper Straße ist vakant. Man stelle sich dann vor, man fragt die Fans in Bochum, auf wen die Wahl für die Seitenlinie fallen soll, nicht wenige würden Peter Neururer sagen. Peter Neururer alias ‚Peter, der Große‘, der es verstanden hat, sich in die Köpfe der VfL-Fans zu tanzen.

Warum ist Neururer in Bochum immer noch so beliebt? Die Antwort ist einfach: Zum einen führte der Coach den VfL aus der zweiten Liga in den Uefa-Cup. Zum anderen gab es in der jüngeren Vereinsvergangenheit keinen Trainer, der so gut auf die ‚Bedürfnisse‘ der VfL-Fans einging. Neururer war ein Bochumer Sprachrohr, ein Lautsprecher, der der vermeintlichen ‚grauen Maus‘ eine bis dato unbekannte mediale Aufmerksamkeit bescherte. Pedda kommt aus dem Pott und weiß, wie die Leute dort ticken.

Aber Neururers Art und Philosophie ist endlich. Nicht nur in Bochum war das so. Nach seinen fast fünf Jahren in Bochum fasste der Trainer weder in Hannover noch in Duisburg richtig Fuß.

„Der VfL Bochum ist führungslos“

Peter Neururer hat sein Herz an den VfL Bochum verloren.
Peter Neururer hat sein Herz an den VfL Bochum verloren. Und jetzt hat Pedda wohl seine letzte Chance auf eine Rückkehr verspielt.Werner Altegoer steht übrigens rechts an seiner Seite. Foto: David Nienhaus

Wahrscheinlich möchte er die Zeit deshalb zurückdrehen. „Jeder weiß, was ich für ein Verhältnis zum VfL Bochum habe. Mehr muss ich dazu nicht sagen,“ sagte Pedda, nachdem es sich in Bochum ausgefunkelt hat. In Umfragen bei DerWesten und RevierSport lag Neururer bei den Fans hoch im Kurs. Aber die Wahl beim VfL fiel auf einen anderen, einen unbekannten Trainer. Andreas Bergmann bekam das Vertrauen des Vorstands und des VfL-Aufsichtsrats in Person von Ernst-Otto Stüber: „Andreas Bergmann ist unser Wunschkandidat“.

Beim VfL ist nach Neururers Zeit viel passiert. Stüber ist der Nachfolger des ‚Big Boss‘ Werner Altegoer, einem Fan von Peter Neururer. Und Neururer ist ein Fan von Altegoer. Das betont der Trainer immer, wenn er gefragt wird. Und auch, wenn er nicht gefragt wird.

So geschehen in einem Interview mit Sport1.de, in dem er nachtritt und die neue VfL-Führung scharf kritisiert: Stüber und Autor Frank Goosen haben „vom Fußballgeschäft keine Ahnung“ und „seitdem Herr Altegoer nicht mehr Aufsichtsratschef ist, ist der VfL Bochum führungslos. Daher kommen auch die Probleme.“

Altegoer wird nicht mehr zurückkehren zum VfL. Und spätestens nach diesen Aussagen ist auch wohl der Bochumer Zug für Neururer endgültig abgefahren. Nachtreten ist Rot, Peter, so gerne ich dich auch mag.

PS: Übrigens ist es ein unrühmlicher Prozess der Medien, sobald in Bochum der Trainerstuhl wackelt, Peter Neururer anzurufen. Ich kann mich davon leider nicht freisprechen.

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8 Gedanken zu „Peter Neururer disqualifiziert sich selbst“

  1. Ich erinnere mich noch, wie Neururer im Anschluss an sein Uefa-Cup-Intermezzo mit dem VfL Bochum ankündigte, dass er nicht mehr zu einem Zweitliga-Klub gehen würde. Es hat etwas gedauert, aber irgendwann ist er ja dann doch in Duisburg aufgetaucht. Ich könnte mir also auch in diesem Fall vorstellen, dass er seine Äußerungen irgendwann stillschweigend als belanglos abhakt.

  2. Ich erinnere mich noch daran, wie Peter Neururer – nach dem Ende seiner Zeit beim VfL Bochum mit dem Uefa-Cup-Intermezzo – ankündigte, er würde keine Zweitliga-Mannschaft mehr trainieren. Es hat etwas gedauert, aber letztlich ist er ja dann doch in Duisburg aufgetaucht. Daher würde es mich auch jetzt wundern, wenn Neururer seine Äußerungen irgendwann stillschweigend ad acta legt.

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