Sportgeschichte am 21. Dezember – Ende einer Erfolgszeit

Sportgeschichte vom 21. Dezember 2006 Bayern München gewint den Weltpokal
Sportgeschichte vom 21. Dezember 2006 Bayern München gewint den Weltpokal

Der FC Bayern München führt die Bundesliga in diesen Tagen an, feiert das Weihnachtsfest ganz oben an der Tabellenspitze. Die Meisterschale scheint in dieser Spielzeit wieder den Weg in die bayrische Landeshauptstadt zu gehen. Länger als auf diesen Titel wartet der FC Bayern auf die Trophäe des Weltpokals. Mit dem Sieg über Cruzeiro Belo Horizonte endete für München 1976 eine Ära.  Dieser Text von mir erschien 2006 in “Die Sportzeitung” des Deutschen Sportverlags.

Bayern München gewinnt den Weltpokal. Nach einem 0:0-Unentschieden im Rückspiel des Weltpokals sicherte sich Franz Beckenbauer mit seinem FC Bayern den Titel gegen Cruzeiro Belo Horizonte.

Auf der Homepage des FC Bayern München ist man in nur drei Klicks bei der Vereinshistorie, auf der die gesammelten Erfolge des Klubs fein chronologisch geordnet und in redaktionelle Erfolgshäppchen verpackt sind – eine Rubrik springt einem dort sofort ins Auge: „Jahrhundert der Erfolge“.

Der Name Franz Verfolgt man die Klubgeschichte etwas genauer,  stößt man immer wieder auf den Namen „Franz“. Die ersten 100 Jahre des FC Bayern sind unweigerlich mit diesem althochdeutschen Namen verbunden, denn sie beginnen und enden mit dem Namen Franz. Am Abend des 27. Februar 1900 stiftete ein gewisser Franz John im Schwabinger „Restaurant Gisela“ seine Sportskameraden zur Abspaltung der Fußballabteilung vom Stammverein MTV 1879 an und war verantwortlich für die Gründung des FC Bayern München.   Ein weiterer „Franz“ sorgte von 1965 bis 1977 als Spieler der Münchener für Furore und Erfolge, mittlerweile ist Franz Beckenbauer Aufsichtsratsvorsitzender des FCB. Seinen größten Erfolg feierte Beckenbauer Mitte der 70er Jahre, als die Bayem drei Mal Deutscher Meister wurden (1972-1974).

Hattrick Im Europacup der Landesmeister gelang den Münchenern nach 1974 und 1975 auch auf internationaler Ebene 1976 der Tittelhattrick. Souverän marschierte die Mannschaft unter Trainer Dettmar Cramer durch den Wettbewerb, die einzige Frage war, wer der Gegner des Favoriten aus München beim Endspiel im Hampden Park zu Glasgow sein würde. Der französische Meister AS Saint-Etienne setzte sich gegen den niederländischen Vertreter vom PSV Eindhoven durch, zog aber im Finale in Schottland den Kürzeren. Bayerns Freistoßspezialist Franz „Bulle“ Roth erzielte den 1:0-Siegtreffer für sein Team.

Die Sportzeitung vom 21. Dezember 2006.
Die Sportzeitung vom 21. Dezember 2006.

Gekrönt wurden das Jahr 1976 und die „Goldene Ära“ vom Gewinn des Weltpokals gegen Cruzeiro Belo Horizonte im Rückspiel am 21. Dezember in Brasilien. Im Hinspiel des Finals am 23. November 1976 hatte der FC Bayern die Gäste aus Brasilien im Olympiastadion zu München empfangen. Es war kalt und das Grün war durch eine dichte Schneedecke kaum ersichtlich. Der Rasenpfleger wollte dem Schneeproblem auf dem Platz mit Wasserschläuchen begegnen, doch das machte die Sache nur noch schlimmer. Der Rasen des Olympiastadions wurde zu einer riesigen Eisfläche, die das Fußballspiel gerade für die ballverliebten Spieler vom Zuckerhut nicht gerade vereinfachen sollte.

Zur Überraschung der knapp 22.ooo Zuschauer, die trotz klirrender Kälte den Weg ins weite Oval gefunden hatten, erwischten die Samba-Kicker von Cruzeiro Belo Horizonte den besseren Start in  dieser Partie. Doch die Abwehr der Hausherren hielt den Angriffsbemühungen der Brasilianer stand. Zehn Minuten vor dem Ende der Partie trat Gerd Müller in Erscheinung und brachte den FC Bayem auf die Siegesstraße. Der Torjäger verwandelte eine Vorlange von Uli Hoeneß zum 1:0. Nur zwei Minuten später sorgte Jupp Kapellmann schließlich für den 2:o-Endstand – eine sehr gute Ausgangslage für das Rückspiel in Brasilien.

117.000 Zuschauer Das fand drei Tage vor Weichnachten, am 21. Dezember 1976, statt. Nach einer strapaziösen Anreise und nur vier Stunden Schlaf mussten die Bayern-Spieler vor der grandiosen Kulisse von r17.ooo Zuschauern im Mineiraõ-Stadion,  dem zweitgrößten Stadion Brasiliens, ihren 2:0-Vorsprung verteidigen. Mit einem glänzend auf- gelegten Sepp Maier im Tor und einem überragenden Libero – dem schon erwähnten Franz Beckenbauer – rettete sich der FC Bayern mit einem 0:0 ins Ziel und zum Gewinn des Weltpokals.

Ende eine Ära Es sollte der letzte ganz große Titel des Jahrhunderts bleiben. Auch weil es den „Kaiser“ über den großen Teich nach New York zog. Mittlerweile ist Franz an alte Wirkungsstätte zurückgekehrt und die Internetredaktion von fcbayern.de muss die Erfolge des Klubs in diesem Jahrhundert weiter fein chronologisch ordnen – wann der nächste Weltpokal-Sieg dazukommt, steht allerdings noch in den Sternen.

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